Thomas Eisfeld: Nicht unbedingt Borussia Dortmunds Top-Talent, aber mit Potenzial

Eine Verletzung beeinträchtigte die Entwicklung von Arsenals Neuzugang, doch in der richtigen Umgebung wird er vielleicht eines Tage zu einem Star-Spieler reifen.

London. Am Montagmorgen produzierten die Arsenal-Fans eine Flut an Tweets, sie machten den Namen Thomas Eisfeld zu einem ganz großen Thema. Viele der Beiträge endeten mit einem Fragezeichen: Wer ist das? Was bringt er dem AFC? Ist er der nächste Rosicky, Fabregas, oder sonst wer?

Um ehrlich zu sein, ist Eisfeld auch in seiner deutschen Heimat kaum bekannt. Eisfeld ist 19 Jahre alt und bisher für keine Jugend-Nationalmannschaft in Erscheinung getreten. Vor seinem Transfer saß er noch nie bei einem Spiel auf der Bank der Dortmunder Profis. Im Gegensatz dazu verbuchten Mario Götze und Moritz Leitner im selben Alter bereits einige Einsatz in der Mannschaft von Jürgen Klopp.

Doch für Eisfelds langsamen Start ins Profigeschäft, verglichen mit manch einem anderen in seiner Altersklasse, gibt es einen Grund: Ende 2009 erlitt der Spieler einen Riss des vorderen Kreuzbandes, eine Verletzung, die einen großen Rückschlag in der noch jungen Karriere bedeutete.

In der Zeit der Reha zeigte der offensive, zentrale Mittelfeldspieler große Entschlossenheit, um möglichst schnell wieder auf den Platz zurückkehren zu können. Mit sechs Toren in 12 Spielen ist Eisfeld derzeit der zweibeste Torschütze der Dortmunder U-19. Besser ist nur Marvin Ducksch. Dass Eisfeld es geschafft hat, das Interesse von Arsene Wenger auf sich zu ziehen, ist ein klarer Beweis dafür, dass der Spieler Potenzial hat, welches gefördert werden muss.

THOMAS EISFELD
OFFENSIVES MITTELFELD | ARSENAL

2010-11 SAISON-STATISTIK
Einsätze
12
Tore
6
Vorlagen
0
SPIELERDATEN
Marktwert
€475,000


Dennoch haben sich die Dortmunder auch auf eine Zeit ohne Eisfeld vorbereitet: In weiser Voraussicht für solch einen Fall haben sie auf dieser Position in den letzten Monaten die beiden 18-Jährigen Leonardo Bittencourt und Mustafa Amini verpflichtet. Wäre Eisfeld beim Ruhrgebietsclub geblieben, hätte er sich auf seiner Position mit vier Spielern in ähnlichem Alter und zusätzlich mit einem halben Dutzend anderer Spieler konkurrieren müssen. Die Aussicht auf Spielzeit war somit nicht sehr groß. Mit Blick auf seine Verletzungen war ein Wechsel wohl der richtige Schritt.

Die Arsenal-Fans erwarten den nächsten Mario Götze, dennoch wäre es weise, nicht zu viel zu erwarten. Eisfeld ist noch sehr unerfahren, und ein völlig unbeschriebenes Blatt. Selbstverständlich ist er noch nicht in der Lage, auf höchstem Level zu spielen. Aber er kommt mit großartigen Voraussetzungen. Er wurde in einer der besten deutschen Fußballschulen ausgebildet. Wenn man ihm nun entsprechend fördert, entwickelt er sich möglicherweise zu einem kompletten Profifußballer.

Letztlich haben alle Parteien mit diesem Transfer sowohl etwas zu gewinnen als auch zu verlieren. Der Spieler brauchte eine Veränderung und hat nun die Möglichkeit, sich auch außerhalb von Dortmund einen Namen zu machen. Dortmund verliert dagegen ein potenziellen Star, aber keines ihrer Top-Talente. Später kann der BVB zudem behaupten, an der Entwicklung von Eisfeld entscheidend mitgewirkt zu haben. Arsenal hat einen Spieler verpflichtet, der sich zu einem zukünftigen Star entwickeln kann, und das für einen bescheidenen Preis von rund 500.000 Euro. Insgesamt ist das ein seltenes Win-Win-Win-Szenario.

Eure Meinung: Was haltet ihr von diesem Transfer?

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