Borussia Mönchengladbach: Alexander Ring macht Hoffnung

Der Neuzugang aus Helsinki machte im Trainingslager bereits auf sich aufmerksam. Übt man in Gladbach den „Ring-Tausch“ mit Neustädter bereits zum Rückrundenauftakt?
Mönchengladbach. Alles deutet darauf hin, dass Sportdirektor Max Eberl ein gutes Näschen bewiesen hat. Der Manager von Borussia Mönchengladbach konnte sich in der Vergangenheit bereits Transfer-Treffer der Kategorie Marko Marin oder Marco Reus ans Revers heften. Nun könnte mit Alexander Ring das nächste Talent kurzfristig den Durchbruch am Niederrhein schaffen und den Neu-Schalker Roman Neustädter schneller beerben als angenommen. Goal.com stellt den finnischen Jung-Nationalspieler vor.

Jugend bei Bayer Leverkusen

Alexander Ring ist eigentliche ein „Finnlandschwedendeutscher“. Nachdem seine skandinavischen Eltern in Bonn ansässig wurden, wechselte der in Helsinki geborene Kicker nach seinen ersten Schritten beim VfL Lannesdorf im Jahr 2000 als Neunjähriger in die Jugend von Bayer Leverkusen und genoss insgesamt neun Jahre die Förderung des rheinischen Bundesligisten. Als die Familie 2009 in ihre finnische Heimat zurückkehrte, dauerte es noch etwas mehr als ein Jahr, bis Ring sein Profidebüt beim HJK Helsinki in der Veikausliiga feiern durfte. Kurz darauf wurde der Nachwuchskicker an Ligakonkurrent Tampere United verliehen, wo ihm bereits im zweiten Startelfeinsatz sein erstes Tor gelang.

Mit Pukki gegen Schalke

Der Durchbruch war geschafft, die baldige Rückkehr zum Stammverein HJK Helsinki die logische Konsequenz. Als Stammspieler wurde der 20-Jährige 2011 finnischer Meister an der Seite von Temo Pukki und erlebte zuletzt sechs spannende Spiele in der Qualifikation für das internationale Geschäft. Dabei ging es auch gegen Dimamo Zagreb und den FC Schalke 04. Zwar scheiterte man dort am Ende, doch Ring wusste durchaus zu gefallen und stand anschließend auf dem Zettel der Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach. Überdies debütierte er im Juli des letzten Jahres in der Nationalmannschaft Finnlands und zählte im Anschluss regelmäßig zum Kader der Skandinavier. Bislang absolvierte Mittelfeldspieler sechs Länderspiele.

„Bin nicht für die Bank gekommen“

Zuspruch für seinen Wechsel nach Gladbach erhielt Alexander Ring von einem alten Bekannten am Niederrhein: Mikael Forssell, der in der Rückrunde der Saison 2002/2003 mit sieben Toren half, den sicher geglaubten Abstieg der Borussia zu vermeiden und zum Helden bei den Fans avancierte. „Mikael ist bei den Länderspielen mein Zimmernachbar. Er hat mir nur Gutes über Borussia berichtet und war sehr glücklich über meinen Wechsel. Seine Aussagen haben meine Entscheidung bekräftig“, erklärte der Neu-Borusse gegenüber der Westdeutschen Zeitung. Der Finne ist nach eigenen Angaben nicht gekommen, um sich auf die Bank zu setzen und hofft auf Trainer Favre: „Er ist ein Trainer, der junge Spieler an die Hand nimmt und zeigt, was er drauf hat“, gibt er sich gleichermaßen lernwillig und selbstbewusst.



Einstieg mit drei Toren in zwei Spielen

Der Schweizer Übungsleiter hat mit Ring genau den „polyvalenten“ Spielertyp bekommen, der im Mittelfeld den Druck auf das Stammpersonal erhöhen oder gar kurzfristig den im Sommer zu Schalke wechselnden Roman Neustädter ersetzen könnte. Der 20-Jährige kann sowohl den offensiven als auch den defensiven Part in der „Doppel-Sechs“ ausfüllen und ist zudem auf beiden Flügeln einsetzbar, was er mit drei Toren in zwei Testspielen als Vertretung von Arango auf der linken Seite eindrucksvoll unter Beweis stellte. Er deutete gleich bei seinen ersten Auftritten im Trainingslager eine gewisse Versiertheit im Abschluss an. Dies tat er entweder mit Gefühl oder mit einem strammen Schuss. Und zwar mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und dem richtigen Gespür und für die jeweilige Spielsituation.

Der Rechtsfuß gilt als technisch versierter Spieler, der zudem über eine gute Ballbehauptung und -weiterleitung verfügt und kess in Offensivzweikämpfe geht. Alles in allem wirkt Alexander Ring in seinen jungen Jahren schon recht komplett.

Letzte Hürde Bundesliga

Die Integration in die Mannschaft läuft allein schon aufgrund der nicht vorhandenen Sprachbarriere nahezu reibungslos. Jetzt kann es für den Neuzugang eigentlich losgehen. Doch die letzte zu nehmende Hürde ist auch gleichzeitig die höchste. Nämlich die Bundesliga. Ob der Schritt vielleicht doch zu groß ist oder der Finne einfach mehr Zeit zur Weiterentwicklung braucht, wird die nahe Zukunft zeigen. Die Anlagen sind vorhanden, der Grundstein ist gelegt. Wünschen wir Alexander Ring viel Glück für das Unternehmen Bundesliga.

Eure Meinung: Setzt sich Alexander Ring in der Bundesliga durch?

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