Wochenrückblick: Stadionverbot für Miniröcke

Die südafrikanische Polizei geht gewaltsam gegen protestierende Ordner vor, orangene Miniröcke werden aus dem Stadion verbannt und „Gazza“ schaut die Weltmeisterschaft im Krankenhaus.

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Von Jonas STROHSCHEIN


Den 2:0-Sieg der Niederlande über Dänemark werden 36 weibliche Fans der „Oranje“ wohl nicht so schnell vergessen. Die Frauen feierten ausgelassen in orangenen Miniröcken, als 40 Ordner sie aufforderten, das Stadion zu unverzüglich zu verlassen. Da die Röcke angeblich von der niederländischen Brauerei Bavaria produziert worden seien, sah die Fifa die Exklusivrechte ihrer Werbepartner gefährdet. Prompt warf sie den Frauen unerlaubte Schleichwerbung vor.

Barbara Kastein, die zu den Verbannten gehörte, kann es auch jetzt noch nicht fassen: „Wir saßen weit vorne, haben Lärm gemacht, und die Kameras waren auf uns gerichtet. Wir haben gesungen, hatten eine gute Zeit! Aber in der zweiten Halbzeit kamen bestimmt 40 Ordner, und zwangen uns das Stadion zu verlassen. Sie haben uns die Treppe hochgestoßen, eines der Mädchen ist gefallen“, beschreibt Kastein die Situation. „Die Polizei kam und stellte uns immer wieder die gleichen Fragen. Sie wollten wissen ob wir für Bavaria arbeiten. Sie drohten uns mit Arrest bis zu sechs Monaten, Mädchen haben geweint. Es war schlimm! Alles nur wegen einem orangenem Dress.“ Bavaria bestreitet jeden Kontakt zu den Fans. „Unser Logo ist nicht auf die Röcke gedruckt, und die Fifa hat kein Monopol auf die Farbe orange“, äußerte sich ein Sprecher der Brauerei.

„Gazza“ nach Autounfall im Krankenhaus


Englands Enfant Terrible Paul Gascoigne muss sich die Weltmeisterschaft vom Krankenbett aus ansehen. Gascoigne, der in den frühen Neunzigern der Star der „Three Lions“ war, und später immer wieder mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen hatte, wurde bei einem Autounfall in Newcastle leicht verletzt. „Ich hatte keine Ahnung, dass Gazza in dem Auto saß“, berichtete ein Zeuge, der den Unfall aus einer gegenüberliegenden Kneipe beobachtet hatte. „Das Auto sah katastrophal aus, die komplette Front war zerdrückt und überall lagen Glasscherben herum. Wenigstens ist Gazza nicht selber gefahren.“ Gegen die 36-jährige Fahrerin des Autos wird ermittelt, sie soll betrunken gewesen sein. Gascoigne geht es den Umständen entsprechend gut.

Mit Gummigeschossen gegen Ordner


Während Fußball-Deutschland am vergangenen Sonntag noch den überzeugenden 4:0-Auftaktsieg gegen Australien feierte, löste die südafrikanische Polizei eine Ordner-Demonstration rund um das Moses-Mabidha Stadion in Durbai gewaltsam auf. Mehrere hundert Ordner der privaten Sicherheitsfirma Stallion Security Consortium hatten sich drei Stunden nach Spielabpfiff versammelt, um für einen angemessenen Lohn zu demonstrieren. „Vereinbart war ein Gehalt von 140 Euro täglich, so hat es die Fifa versprochen“, machte einer der Demonstranten seinem Unmut Luft. „Bekommen haben wir 18 Euro. Wir arbeiten seit heute Mittag um zwölf Uhr!“ Darüberhinaus verpasste es Stallion Security, den Rücktransport für die Arbeiter zu organisieren. Einigen stand ein Fußmarsch von vier Stunden bevor.

Als die Situation zu eskalieren drohte, gingen Polizisten mit Rauchbomben, Tränengas und Hartgummimunition gegen die protestierenden Ordner vor. Polizeisprecher Leon Engelbrecht bestätigte, dass eine Demonstrantin von den Geschossen leicht verletzt wurde. „Wir werden aber im Dialog bleiben, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, so Engelbrecht. Wie dieser Dialog aussehen könnte, machte Danny Jordaan vom WM-Organisationskommitee nun deutlich. „Obwohl wir Respekt vor den Anliegen der Ordner haben, ist es nicht akzeptabel, dass der Ablauf durch sie gestört wird. In diesem Fall werden wir nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen.“ In Durban und Kapstadt wurden nun erste Maßnahmen ergriffen: Polizei-Auszubildende haben den Job der Ordner übernommen.