Hooligans stürmen Feyenoord-Training und verlangen Niederlage ihrer Mannschaft

Der Hass zwischen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam geht in eine neue Runde, nachdem der holländische Fußballverband KNVB aus Sicherheitsgründen ein Hin- und Rückspiel des Pokalfinales durchgeboxt hat.
(frd) Rotterdam. Wenn Feyenoord Rotterdam schon keinen Heimbonus im KNVB-Bekerfinale (findet jährlich in de Kuip statt) genießen kann, dann sollen die „Juden“ (so bezeichnen sich die Ajax-Fans aufgrund ihrer Historie selbst) nicht auch noch durch die Hilfe ihres Clubs Meister werden.

Feyenoord entscheidet Titelrennen

Folgendes Szenario fand am Wochenende in den Niederlanden statt: Ajax Amsterdam hatte am vorletzten Spieltag nur noch einen Zähler Rückstand auf den FC Twente Enschede, Gegner von Feyenoord Rotterdam am Sonntag. Hätte Feyenoord den „Tukkers“ einen Punkt abgeluchst oder sogar gewonnen, dann wäre die Meisterschaft zum Greifen nah für die Hauptstädter mit dem weitaus leichterem Programm am 34. Spieltag.

150 Hools marschieren aufs Feld

Dem Erzrivalen zum Titel verhelfen? Das kam für die Ultras von Feyenoord nicht in Frage. 150 von ihnen, gekleidet in Bomberjacken und Kapuzenpullover, unterbrachen deshalb das Abschlusstraining der Elf von Mario Been, indem sie aufs Feld marschierten und dem Team verklickerten, dass sie auf keinen Fall den Amsterdamern zum Titel verhelfen dürfen. Eskaliert ist die Situation nicht. Nachdem die Anhänger ihren Standpunkt „deutlich gemacht“ hatten, trabten sie vom Feld hinunter.

Ajax schwört Rache

Was geschah? Feyenoord verlor das – auch für sie - wichtige Match gegen Twente mit 0:2. Niemand will in den Niederlanden von einer absichtlichen Niederlage sprechen, aber es grenzte fast an Arbeitsverweigerung, was einige Rotterdamer in der Grolsch Veste aufboten. Die Standpauke der Störenfriede hatte Wirkung gezeigt: Die Mannschaft war völlig eingeschüchtert. Eine Tatsache, die wiederum viele Ajax-Profis auf die Palme brachten. Sie schwörtem öffentlich Rache im Pokalfinale für diese Einstellung.

Been-Club reagiert mit Stadionverboten

Der Pokalfinalkompromiss sollte deeskalieren, stattdessen wird der Hass zwischen beiden Lagern nur größer. Immerhin reagierte Feyenoord mit Stadionverboten für einige Unruhestifter. Amateuraufnahmen des Vorfalls wurden mittlerweile aus dem Netz genommen.

Was sagt ihr zu den Zuständen in Holland?