Oliver Kahn entsetzt von Brasilien: "Totales Versagen"

Der frühere Nationalspieler und Weltklassetorhüter findet für den Auftritt der Selecao beim Halbfinaldebakel drastische Worte. Er vermutet zu hohen Druck als Auslöser.

Rio de Janeiro. Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn hat nach der historischen 1:7-Pleite von WM-Gastgeber Brasilien im Halbfinale gegen Deutschland ein vernichtendes Urteil über die Selecao gefällt. "Das war eine kollektive Implosion. Das war das totale Versagen einer ganzen Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute", sagte Kahn im ZDF.

Die Brasilianer hätten "taktisch alles falsch gemacht. Es war unglaublich, wie sie den Deutschen ins offene Messer gelaufen sind. Nach dem 0:1 sind sie komplett auseinandergefallen", äußerte der ehemalige Schlussmann von Bayern München in Rio de Janeiro.

Zu viel Last auf den Schultern?

Den Grund für die desolate Vorstellung des fünfmaligen Weltmeisters vermutete Kahn nicht allein im Fehlen von Superstar Neymar und von Kapitän Thiago Silva: "Ich weiß nicht, was die Spieler alles auf ihren Schultern getragen haben, was in Brasilien alles in den Fußball hineininterpretiert wird. Doch damit sind sie innerlich nicht fertig geworden."

Die Mannschaft sei nicht erfahren genug gewesen und deshalb "emotional auseinandergebrochen", betonte Kahn.