GoalSCOUT: Amartey ist Afrikas Ausnahme-Abwehrspieler

GoalSCOUT blickt jede Woche auf die Stars der Zukunft. Diesmal an der Reihe: Daniel Amartey, Afrikas defensives Ausnahmetalent.

Daniel Amartey lebt den großen Traum jedes jungen Fußballers in Afrika. Mit 16 Jahren wurde er vom schwedischen Trainer Magnus Pehrsson auf einer Scouting-Reise durch Afrika entdeckt und in sein Heimatland zum Erstligisten Djurgardes IF gelockt. Da afrikanische Spieler aber erst mit 18 Jahren einen Profivertrag in Schweden erhalten können, musste Amartey zwei Jahre auf seinen Wechsel warten.

Pehrsson war überzeugt vom Talent des jungen Ghanaers und bereitete ihn in den zwei Jahren Wartezeit auf seinen Wechsel nach Europa vor. Mehrmals flog Amartey nach Schweden und absolvierte Spiele für die U21 des Vereins, um sich so an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Sein unglaubliches Durchsetzungsvermögen kam ihm in Europa entgegen. Gleich im Premieren-Jahr bei Djurgardes eroberte er einen Stammplatz in der Innenverteidigung und glänzte mit hervorragendem Stellungsspiel, seiner Kopfballstärke. Am Ende der Saison wurde er von der schwedischen Zeitung Express sogar in die Liste der zehn besten Spieler des Jahres aufgenommen.

EXPERTENMEINUNG
Umar-Farouk Atipaga von Goal Ghana:

"Amartey ist ein junger Spieler, der seinen Platz in der Nationalmannschaft auf Jahre sicher hat. Sein Spiel wirkt oft abenteuerlich, aggressiv und furchtlos. Dazu sehr selbstbewusst. Neben dem Platz ist er dagegen ein sehr schüchterner, fast zurückhaltender Mensch. Er meidet Interviews, so oft es geht. Dafür ist er auf Twitter umso aktiver. Seine Schwächen liegen insbesondere im direkten Duell gegen kraftvolle Spieler."

Im Liga-Duell gegen IFK Göteborg besorgte Amartey seinem Team mit einer unglaublichen Aktion den Sieg: In der letzten Minute der Nachspielzeit klärte er einen langen Ball des Gegners und leitete mit einem klugen Pass den sofortigen Gegenangriff ein. Der Ghanaer sprintete nach vorne, bekam den Ball im Strafraum zurück, wurde gefoult und zog den Elfmeter.

Premier-League-Klub war interessiert

Amarteys großes Talent blieb auch international nicht verborgen. Die ersten großen Vereine meldeten sich. Nach eigenen Aussagen befand er sich in Gesprächen mit dem FC Liverpool, zog dann jedoch das Angebot des FC Kopenhagen vor. Eine Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro zahlten die Dänen an Djurgardens und bewiesen ein gutes Gespür. Amartey konnte sich auch in Kopenhagen durchsetzen und ist seit Saisonbeginn unangefochten erste Wahl.

Steckbrief  | Daniel Amartey    (FC Kopenhagen & Ghana)
Mehr über Daniel Amartey
Alter: 20 Jahre

Vertrag bis: 2019

Spiele 14/15: 30
 
Position: IV, DM, RV

Marktwert: 1.500.000 Euro
(Quelle: transfermarkt.de)

Tore/Vorlagen: 4/1
 
Stärken: Stellungsspiel, Kopfball, Flexibilität
Schwächen: Beweglichkeit, Balance

Sein größtes Plus ist die Flexibilität, oder wie es heutzutage so schön heißt, die Polyvalenz. Amartey läuft dort auf, wo er gebraucht wird. Nach seinem Wechsel nach Dänemark beorderte ihn Trainer Stale Solbakken ins defensive Mittelfeld, wo er gleich zu überzeugen wusste und seine fußballerische Entwicklung vorantrieb. So ist er für sein Team nicht nur als Balleroberer wichtig, sondern auch als Ideengeber. Und bei Bedarf rückt er eben wieder auf die rechte Abwehrseite und erfüllt dort souveränen seinen Part.

Hoffnungsträger der Black Stars

Die starken Auftritte werden besonders in seiner Heimat wohlwollend zur Kenntnis genommen: Für Ghana ist eine positive Entwicklung Amarteys enorm wichtig, da die Defensive seit Jahren die große Schwachstelle der Black Stars ist. Avram Grant schenkte ihm beim Afrika-Cup in Äquatorialguinea das Vertrauen, obwohl Amartey zuvor noch kein einziges Länderspiel absolviert hatte.

In allen drei Gruppenspielen stand er danach in der Startelf, verletzte sich aber in der letzten Partie gegen Südafrika und fiel für den Rest des Turniers aus. Auch in Deutschland, zumindest in Leverkusen, ist der Name eingefleischten Fans ein Begriff: Amartey war es, der beim 3:2-Auswärtssieg der Werkself in der Champions-League-Qualifikation die zwischenzeitliche Führung für Kopenhagen erzielte.