News Spiele

Kommentar: So wird das nichts, Herr Magath!

Wolfsburg. „Ich tue mich schwer, mir alle Namen zu merken, aber ich weiß, wer woher kommt“, so kommentierte VW-Boss Martin Winterkorn die Neuzugänge des VfL Wolfsburg. Bezeichnend, dass der eigentlich mächtige Mann des Unternehmens und des Vereins über die Namen der eigenen Spieler stolpert. Dass er die Herkunft kennt, soll ihn offenbar retten. Tut es aber nicht. So recht mag man es ihm aber nicht verübeln. Denn was Felix Magath in diese Transferwinter bisher wieder zusammengekauft hat; da kann man schnell den Überblick verlieren.

Raus aus dem Mittelmaß?

Petr Jiracek, Slobodan Medojevic und Ferhan Hasani sind etwa bereits da. Vieirinha auch bald, bei ihm ist alles geklärt. Ibrahim Sissoko sowie Giovanni Sio sollen nun noch folgen. Ob diese Spieler dann dem deutschen Meister von 2009 aus dem Mittelmaß der Bundesliga verhelfen, steht in den Sternen. Nach einigen Transfer-Flops von Magath im vergangenen Sommer sind auch die Fans mittlerweile kritisch. Man mag zu „Quälix“ stehen, wie man möchte. Aber: In einem Verein, der ein wenig mehr auf die Transfergeschäfte seiner Verantwortlichen achtet, hätte er vermutlich keine Chance. Auf Königs-Transfers wie denen von Raul oder auch Klaas-Jan Huntelaar kann er sich nicht ewig ausruhen. Es muss allmählich wieder etwas nachkommen.

Nibelungentreue in Niedersachsen

Kaum ein anderer Manager oder Trainer erhält die Chance, seinen Kader so oft und so energisch umzubrechen, ohne dann nennenswerte Erfolge zu verbuchen. In der vergangenen Saison konnte sich Magath noch rausreden. Er musste das Personal seiner Vorgänger übernehmen. Nach dem Umbruch im Sommer waren die sportlichen Resultate aber schon enttäuschend. Eine ähnlich schwache Rückrunde wäre wohl fatal. Wenn auch nicht für Magath selbst. Denn er genießt Nibelungentreue bei den Niedersachsen.

Magath bald der Buh-Mann?

Generell ist es auch kein schlechter Ansatz, einem Trainer und Manager etwas länger Zeit einzuräumen, die Fehler der vergangenen Jahre zu korrigieren. Dennoch sollte auch Magath ein grundlegendes Konzept nicht vermissen lassen. Er mag das auch haben. Ganz sicher sogar. Aber wenn er dies nicht nach außen auch wirken lässt, wird er bei Misserfolgen schnell zum Buh-Mann. Diese Erfahrung sollte er indes bereits gemacht haben. Dennoch lässt er weiterhin Tugenden vermissen, die ihn ausgezeichnet haben.

Magath lässt Tugenden vermissen

Effizienz auf dem Transfermarkt, Geradlinigkeit und ein gutes Auge haben ihn zu einem der besten Manager Deutschlands gemacht. Er läuft Gefahr, diesen Rang zu verlieren. Denn oftmals sind seine Transfers mehr Masse denn Klasse. Problematisch wird es dann, wenn auch die Fans sich mit der Mannschaft nicht mehr identifizieren können, weil die Spieler schnell wechseln und aus aller Herrenländer zusammengetrieben sind. Zumal wenn die eigene U-19 den amtierenden deutschen Meister stellt und im Jugendbereich gute Arbeit geleistet wird.

Winterkorn kennt also die Namen seiner Spieler nicht. Für den Moment reicht es aus, wenn Magath sie alle auf dem Schirm hat. Für den Mann mit dem Medizinbällen zählt aber in der Rückrunde nur noch eines: Erfolg. Bleibt dieser abermals aus, muss sich Magath unangenehmen Fragen stellen. Denn nur eintretender Erfolg heiligt die Mittel. Selbst wenn diese einem Basar-Handel sehr nahe kommen.

Eure Meinung: Wie bewertet Ihr den Transferwahnsinn rund um Felix Magath?