Yesterday: DFB-Pokalfinale 1973 – als Netzer sich selbst einwechselte

Die Aktion ging in die Geschichte des Deutschen Fußballs ein: Günter Netzer wechselte sich im DFB-Pokalfinale 1973 selbst ein und erzielte wenig später das entscheidende Tor zum Pokalsieg der Gladbacher Borussia...
Von Johannes RUPPRECHTER

München. Es war die 91. Minute im Düsseldorfer Rheinstadion: Günter Netzer ging zu seinem damaligen Trainer Hennes Weisweiler, zog sich die Trainingsjacke aus und sagte ganz trocken: „Ich spiel dann jetzt." Gesagt, getan. Nur wenige Sekunden später stand der erste Popstar der Fußballgeschichte auf dem Feld. Doch das Unfassbare sollte erst noch kommen: Mit seiner zweiten Ballberührung erzielte Netzer, der heutige als Fernsehanalytiker tätig ist, den Siegtreffer gegen den 1. FC Köln.

Letztes Spiel

Bei seinem letzten Spiel für die „Fohlen“, Netzer sollte danach zu Real Madrid wechseln, sorgte er für eine historische Situation. Noch nie zuvor hat sich ein Spieler selbst eingewechselt. Doch Netzer wäre nicht Netzer, wenn er das Spiel nicht auch noch entschieden hätte.

Kicker schwärmt

Das Spiel im Düsseldorfer Rheinstadion hatte auch sonst einiges zu bieten. Bis heute gilt es als eines der besten Finalspiele aller Zeiten. Der Kicker titelte damals Das Spiel geht als eines der „besten, spielerisch hoch stehendsten und spannendsten in die Geschichte dieses Wettbewerbs ein. Ein Finale, von dem man nur in höchsten Tönen schwärmte.

Unfassbare Hitze

Auch der Kölner Wolfgang Weber hat noch eine Anekdote zu erzählen: „Es war damals brütend heiß“. Für den „Bullen“ hatte es „gefühlte 40 Grad“ am Rasen. Ob spielerisch hochklassig oder eine unfassbare Hitze, als Szene des Spiels geht die Selbsteinwechslung von Günther Netzer in die Annalen des Deutschen Fußballs ein.