Yuki Otsu im Porträt: Das ist Borussia Mönchengladbachs neuer Japaner

Eigentlich schien es, als hätte Trainer Lucien Favre den Offensivspieler bereits abgeschrieben, doch Otsu kam und soll eine Baustelle auf der linken Seite lösen.

Mönchengladbach. Wer als Fan von Borussia Mönchengladbach am Wochenende die Spielstärke von Borussia Dortmunds Wirbelwind Shinji Kagawa sah, dessen Hoffnungen in Yuki Otsu werden weiter wachsen. Dabei ist der 21-Jährige ein noch unbeschriebenes Blatt im Vergleich zu seinem Landsmann vom BVB.

Als Debütant ins Pokalfinale

Otsu wurde am 24. März 1990 in Mito, der Hauptstadt der japanischen Präfektur Ibaraki geboren, einer Stadt mit genau so vielen Einwohnern wie Mönchengladbach (rund 265.000). Doch seine ersten Schritte im Profifußball machte der 1,80 Meter große Offensivspieler 2008 bei Kashiwa Reysol, nachdem er in der Jugend bereits bei den Kashima Antlers, einem der größten und erfolgreichsten Vereinen der J-League spielte. Gleich im ersten Jahr stand Otsu mit dem Klub aus dem Nordosten von Tokio, der bis 1986 noch als Werksklub des Elektrounternehmens Hitachi trug, im Pokalfinale.

Schnell und wendig

Ein Jahr später, 2009, wurde Otsu zum Stammspieler und schoss sechs Tore in 33 Spielen, doch der Aufstieg wurde 2010 jäh gestoppt, als Verletzungen seine Pläne durchkreuzten. Seitdem hat Otsu immer wieder einmal mit Blessuren zu kämpfen, was auch seiner immens lauf-aufwendigen Spielweise geschuldet sein könnte. Nach dem erneuten Aufstieg 2010 in die erste Liga erweckte er das Interesse der Borussia und überzeugte im Probetraining – hinterließ Trainer Favre allerdings mit Restzweifeln. Körperlich schien der dribbelstarke und technisch versierte Flügelspieler den Schweizer nicht gänzlich überzeugt zu haben.

Ein Mann für die Zukunft

Bei Kashiwa war Otsu zwar als Stürmer registriert, spielte aber zumeist auf der linken Außenbahn. Also genau der Position, wo bei der Borussia durch die Teilnahme von Juan Arango bei der Copa America und der dadurch verspäteten Rückkehr des Venezuelaners eine Baustelle besteht. Doch Favre sagt über den Flügelflitzer, der am morgigen Dienstag das erste Mal mit der Mannschaft trainieren wird: „Vielleicht ist Yuki eher eine Verpflichtung für die Zukunft“. Dabei stellt er aber auch dessen läuferischen Stärken hervor, die perfekt zur Spielweise der Fohlen passen. Ob und wie Otsu dem VfL weiterhilft, zeigt sich wie immer auf dem Platz. Mit 400.000 Euro Ablöse ging die Borussia in der Vergangenheit zumindest schon deutlich größere Risiken ein.

Eure Meinung: Wird Otsu in der Bundesliga einschlagen?