Gerhard Hanappi – Legende in Grün-Weiß

Am Montag jährte sich der 30. Todestag von Gerhard Hanappi, zweifelsohne einer der besten österreichischen Fußballer aller Zeiten. Seine größten Erfolge feierte der Allrounder in Hütteldorf mit Rapid Wien, wo heute sogar das Stadion nach ihm benannt ist. Ein Porträt der grün-weißen Legende.

Wien. 17.500 Fans, lautstarke Fantribünen und beeindruckende Choreographien im Block West oder auch der der Osttribüne. Schauplatz dieser tollen Atmosphäre ist das Hanappi-Stadion in Hütteldorf, Heimstätte des österreichischen Rekordmeisters Rapid Wien. Während die meisten Stadien anderer Ligakonkurrenten bereits einem Sponsornamen zum Opfer gefallen sind, bleibt die grün-weiße Arena das Hanappi-Stadion. Eine Umbenennung würde in die Kategorie „Ehrenbeleidigung“ fallen, denn im Jahr 2003 prägte Josef Hickersberger den Spitznamen „St. Hanappi“. Klerikalen Kreisen ist das natürlich ein Dorn im Auge, Rapid ist aber bekanntlich eine Religion – meinen zumindest die eingefleischten Fans.

Nummer eins in Wien

Die beliebte Arena ist nach der Rapid-Legende Gerhard Hanappi benannt, dessen 30. Todestag sich am 23. August 2010 jährte. Die Karriere des kleinen Offensiv-Allrounders, der aufgrund seiner Körpergröße auch „Gschropp“ genannt wurde, begann in jungen Jahren bei Wacker Wien. Drei Jahre später gelang ihm der Sprung zu Rapid Wien, wo der technisch versierte Österreicher von 1951 bis 1964 spielte und dabei in 321 von 338 möglichen Partien am Feld stand. Im grün-weißen Trikot gewann Hanappi sieben Meistertitel, den österreichischen Cup und den Tentropa-Cup.

Erfolg bei der WM

Sein Debüt im österreichischen Nationalteam gab Hanappi im jungen Alter von 19 Jahren und es war der Beginn einer herausragenden Teamkarriere. Der Offensivspieler verzeichnete bis 1964 insgesamt 93 Einsätze und liegt in der ewigen Rangliste des ÖFB hinter Andreas Herzog und Toni Polster auf Platz drei. Bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz 1954 erreichte Hanappi mit seinen Teamkollegen den sensationellen dritten Rang und war damit Teil einer Sternstunde des österreichischen Fußballs.

Talentierter Architekt

Hanappi bekam nach seinem Karriereende das Verdienstzeichen der Republik Österreich und nahm anschließend seine Architektenkarriere auf. Bereits als Spieler war er immer wieder dieser Tätigkeit nachgegangen und nach seiner aktiven Karriere verwirklichte Hanappi schließlich mit dem Weststadion seinen Traum. Der Österreicher zeichnete sich für Planung und Bau des Stadions verantwortlich, das heute als St. Hanappi bekannt ist.