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Raffael & Firmino: Des einen Traum, des anderen Realität

Wenn Raffael am Samstag mit Borussia Mönchengladbach bei der TSG Hoffenheim antritt (15.30 Uhr im LIVE-TICKER), hat er Gelegenheit, Roberto Firmino auszuquetschen. Darüber, wie es denn ist, fester Bestandteil der brasilianischen Nationalmannschaft zu sein. Wie es sich anfühlt, prestigeträchtige Siege für sein Land zu feiern, dabei entscheidende Tore zu erzielen.

Tipico

Firmino kann schließlich inzwischen davon erzählen: Nach überzeugender Vorstellung an der Seite von Superstar Neymar feierte er mit Brasilien vergangenen Donnerstag einen 3:1-Erfolg in Frankreich, inklusive Assist zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Oscar. Drei Tage darauf traf er dann selbst, markierte das entscheidende Tor zum 1:0 über Chile. "Roberto ist ein Star", fiel das schwärmende Urteil von Innenverteidiger Thiago Silva aus.

"Nie aufgehört, zu träumen"

Für den 23-jährigen Hoffenheimer ist damit Realität, was sich Bundesliga-Kollege Raffael seit jeher nur sehnsüchtig ausmalen darf. "Ich habe nie aufgehört, zu träumen", sagte der 30-Jährige jüngst der Bild, nachdem er per Doppelpack für Gladbachs 2:0-Coup beim FC Bayern gesorgt hatte. Durch die beiden Tore in der Partie gegen den Rekordmeister sei er in der Heimat stärker in den Fokus gerückt.

Eine Nominierung für das wichtigste Team des Landes scheint dennoch in weiter Ferne. Raffael ist bereits in fortgeschrittenem Alter, hat es - wie er selbst weiß - stets schwer gehabt, sich in den Vordergrund zu spielen. Dazu setzt Brasiliens neuer, alter Trainer Carlos Dunga auf Pressing, auf aggressives Anlaufen der gegnerischen Aufbauspieler. Kein Konzept, das prädestiniert wäre für den fußballerisch zwar hochbegabten, allerdings athletisch nur durchschnittlichen Gladbacher.

Ganz anders sieht das bei Firmino aus. Wohl auch deshalb, weil jener im Gegensatz zum auf Ballbesitz ausgelegten Spielvortrag, den Lucien Favre bei den Fohlen propagiert, mittlerweile seit knapp zwei Jahren unter Markus Gisdol spielt. Und dass der 1899-Coach auf bedingungslosen Gegenpressing- und blitzartigen Umschaltfußball setzt, ist hinreichend bekannt.

Zweikampf-Monster Firmino

Firmino konnte diese Art Fußball aufsaugen, hat sich vom ballverliebten Künstler zum technisch und taktisch ausgereiften Offensivspieler entwickelt. 976 Zweikämpfe hat er in dieser Bundesliga-Saison bereits bestritten - mit Abstand die meisten im Hoffenheimer Team, überdies mehr als doppelt so viele wie Raffael.

Der sechseinhalb Jahre ältere Landsmann hat trotz ähnlicher Position in Favres Philosophie andere Schwerpunkte. Er lässt sich deutlich häufiger in die eigene Hälfte fallen, kurbelt das auf Selbstinitiative ausgelegte Borussen-Spiel mit an. Dabei spielt er mit deren 37 weniger Pässe pro 90 Minuten als Firmino (39,9). Und das, obwohl Gladbach insgesamt bislang 14.019 Pässe auf den Weg gebracht hat, die Kraichgauer hingegen nur 10.703.

Dass Raffaels Erfolgsquote mit 84,3 Prozent angekommener Zuspiele freundlicher aussieht als die des TSG-Stars (71,8 Prozent), ist dabei des weitaus risikoreicheren Spiels der Hoffenheimer geschuldet. Und innerhalb dessen agiert Firmino mannschaftsdienlicher als sein Kollege aus dem Borussia-Park.

Raffael hat besseren Torriecher

So hat Firmino beispielsweise schon 28 Bälle abgefangen, während Raffael in dieser Statistik bei sieben steht. Mit 53 Torschussvorlagen im Vergleich zu 27 und sieben Assists gegenüber einem hat der Kraichgau-Brasilianer auch in weiterem Zahlenwerk die Nase vorne.

Lediglich in Sachen Torerfolge hat Raffael bessere Werte vorzuweisen. Er erzielte bereits sieben Treffer, Firmino steht bei sechs Buden. Ebenso ist Gladbach momentan punktemäßig klar im Vorteil. Bei einem Dreier in Sinsheim würde der Vorsprung auf Europa-League-Rang fünf weiterhin acht Zähler betragen. Der Traum von der Champions League ist für Raffael derzeit also realistischer als der von der Selecao.

Bei Firmino verhält es sich umgekehrt. Zumindest sodenn er im kommenden Jahr noch das Trikot der TSG trägt. Bleibt er weiter so beständig, dürfte er nicht mehr lange zu halten sein. Und Auftritte wie zuletzt für seine Landesauswahl machen ihn nicht weniger begehrt.

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