Top 20: Die reichsten Clubs der Welt (Plätze 16-20)

Zum mittlerweile zwölfen Mal hat das Wirtschaftsprüfer-Büro Deloitte unter den Titel Football Money League eine Auflistung der zwanzig reichsten Fußballvereine der Welt veröffentlicht. In unserer mehrteiligen Serie nimmt Goal.com den internationalen Sportmarkt unter die Lupe und analysiert, warum welche Vereine zur Fußball-Elite gehören. Diesmal: Die Plätze 16 bis 20.
(fd) München. Die größten Überraschungen lauern im unteren Viertel unseres Top 20 Rankings. Oder wer hätte den VfB Stuttgart, Fenerbahçe Istanbul und Newcastle United zu den finanzstärksten Clubs der Welt des vergangenen Jahres gezählt? Geschweige davon, dass Manchester City den letzten Platz der Bestenliste belegt...

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16. Olympique Marseille (FRA)

Umsatz 2008: 126,8 Millionen Euro
(Stadion: 18% – TV: 55% – Werbung: 27%)

Es geht weiter bergauf für den Hafenclub, der seinen Jahresumsatz zum ersten Mal über die magische Grenze von 100 Millionen Euro hievt. Woher das Geld kommt, ist klar zu sehen: Mehr als die Hälfe, fast 70 Millionen verdient der Club mit dem Verkauf seiner Fernseh-Rechte. Alleine die Champions League spülte 20 Millionen in die Kasse und zeigt, wie wichtig dieser Wettbewerb für aufstrebende Vereine ist. Letztes Jahr befanden sich nämlich knapp 30 Millionen Euro weniger in der Schatztruhe von Olympique, die zwar Publikumsmagnet in Frankreich sind, in Sachen Stadionvermarktung jedoch noch hinterher hinken.

17. Newcastle United (ENG)

Umsatz 2008: 125,6 Millionen Euro
(Stadion: 33% – TV: 41% – Werbung: 26%)

Die Kurve von Newcastle zeigt stetig nach unten. Ein nicht unerheblicher Grund dafür liegt in der Währung. Ein schwaches englisches Pfund macht der Premier League schwer zu schaffen auf dem Weltmarkt. Im Fall von von United bedeutet dies alleine schon vier Millionen Euro Miese, nur weil das gleiche Geld auf einmal weniger Wert ist. Dennoch ist es bemerkenswert, dass der Verein zum zwölften Mal in den Top 20 auftaucht, auf internationaler Ebene suchte man die „Magpies“ nicht nur vergangenes Jahr vergebens. Die vielen Trainerwechsel machen sich bemerkbar. Der Traditionsverein darf sich bedanken bei seiner treuen Anhängerschaft und wachsenden TV-Geldern auf der Insel. Diese halten NUFC nämlich in dieser Rangliste. Ob auch im kommenden Jahr?

18. VfB Stuttgart (DEU)

Umsatz 2008: 111,5 Millionen Euro
(Stadion: 17% – TV: 39% – Werbung: 44%)

Der überraschende Meistertitel bescherte dem Portemonnaie von Horst Heldt einen wahren Geldsegen. Auf europäischem Terrain verzeichneten die TV-Einnahmen einen wahren Boom. Doch typisch für die Bundesliga können die Schwaben vor allem auf sichere Sponsorenverträge setzen. Bis zum Jahr 2038 schloss man eine Kooperation mit Mercedes Benz ab, die sich am Stadionumbau beteiligen, der 2011 beendet sein soll. Allerdings konnte man sportlich nicht das Niveau der Meistersaison halten, weswegen man das Auftauchen des VfB in dieser Rangliste mit Sicherheit als Eintagsfliege bezeichnen kann.

19. Fenerbahçe Istanbul (TUR)

Umsatz 2008: 111,0 Millionen Euro
(Stadion: 25% – TV: 24% – Werbung: 51%)

Fenerbahçe ist der einzige Verein in dieser Rangliste, der nicht aus einer der fünf „großen“ Fußballnationen stammt und außerdem der erste türkische Club in der Geschichte dieses Rankings. Dieses gute Ergebnis hängt natürlich mit dem sensationell gutem Abschneiden in der vorigen Champions League-Saison zusammen, in der man erst im Viertelfinale vom FC Chelsea ausgekegelt wurde. Allerdings sind die Istanbuler nicht all zu abhängig vom Bonus aus der Königsklasse: ähnlich wie in Deutschland machen vor allem Sponsorendeals (in diesem Fall Adidas und Avea) den Großteil des Einkommens aus. Seit der Sanierung des Şükrü Saracoğlu-Stadions strömen außerdem konstant 42.000 Zuschauer zu den Spielen, Bestwert der Turkcell Süper Lig. Finanziell wird hier alles richtig gemacht: Vor zwei Jahren betrug der Jahresumsatz mit 62 Millionen Euro nämlich noch knapp die Hälfte.

20. Manchester City (ENG)

Umsatz 2008: 104,0 Millionen Euro
(Stadion: 22% – TV: 53% – Werbung: 25%)

Mit einem Einkommenswachstum von 45% kehrt Manchester City zurück in die europäische Top 20. Damit sind die „Citizens“ der Club mit dem größten Wachstum im ganzen Geschäft. Der Verein profitiert enorm vom neuen Sponsorendeal mit Le Coq Sportif und der neuen Verteilung der Fernsehgelder in Großbritannien. Seit dem Verkauf an einen Investor aus Abu Dhabi darf man den Verein übrigens ganz offiziell als reichsten Club der Welt taufen, was das Potenzial angeht. Kein Verein gibt mehr Kohle auf dem Transfermarkt aus, notwendig, wenn man kurzfristig zur absoluten Großmacht mutieren will. Nur sportlich wird man den Ansprüchen leider nicht gerecht... noch nicht....


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Morgen bei GOAL.COM: Die Plätze 11-15

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