Zoff statt Tore: EM-Superstars noch ohne Wirkung

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Ronaldo, Ibrahimovic, Lewandowski, Müller - alle noch ohne Tor. Die EM ist noch nicht das Turnier der Stars.

Superstar Cristiano Ronaldo verschießt sogar einen Elfmeter, "König" Zlatan Ibrahimovic hat Ärger am eigenen Hofe, und auch die deutschen Weltmeister liefern nicht: Die altbekannten Helden haben der EM in Frankreich noch nicht ihren Stempel aufdrücken können.

Zwei Spiele, zwei Enttäuschungen - es ist noch nicht das Turnier der ganz Großen. Die Kritik in der Öffentlichkeit an Ronaldo und Co. ist schon jetzt scharf, die Trainer stehen aber noch treu zu ihren Führungsspielern.
"Ich glaube an seine Fähigkeiten, er ist ein überragender Passspieler und wird im weiteren Turnierverlauf schon noch kommen", sagte Bundestrainer Joachim Löw über Özil. Zweifel an Müller verbat er sich ebenfalls.

Sieben Spiele ohne Treffer

Und das, obwohl der 26-Jährige in seinen bislang sieben EM-Spielen noch kein einziges Mal getroffen hat - 483 Minuten Leiden. Zum Vorrundenabschluss am Dienstag (18.00 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Nordirland will er endlich liefern: "Mich stört, dass ich mir noch nicht einmal Chancen erarbeite. Wenn eine kommt, muss ich jetzt unbedingt da sein."

Gleiches gilt für Ronaldo gegen Ungarn. "Ich hätte den Rekord von Luis Figo lieber mit einem Sieg gebrochen", klagte der 31-Jährige nach dem 0:0 gegen Österreich. Er selbst vergab die größte Möglichkeit, als er seinen Elfmeter an den Pfosten setzte (79.). Schon gegen Island hatte er Chancenwucher betrieben. "Schade, aber das gehört nun mal zum Fußball", sagte er.

Zum Geschäft gehören auch Fragen an den zuständigen Trainer. Doch Portugals Coach Fernando Santos wollte das übliche Spielchen nicht mitmachen. "Ich bevorzuge es, zu diesem Thema nichts zu sagen", formulierte der Fußball-Lehrer hölzern.

"Menschen sind unterschiedlich"

Sein schwedischer Kollege Erik Hamren verteidigte Topmann Ibrahimovic gegen die lauter werdenden Kritiker. "Man muss die Menschen akzeptieren, wie sie sind. Menschen sind nun einmal unterschiedlich", meinte er. Ibrahimovic hatte den mitgereisten Fans nach dem 0:1 gegen Italien den üblichen Dank verweigert und war so enttäuscht wie wortlos in der Kabine verschwunden.

Sein Teamkollege Albin Ekdal (Hamburger SV) redete Klartext: "Als Kapitän hätte er vielleicht zu den Fans gehen sollen." Noch deutlicher wurde die Zeitung Expressen. "Die Fans vergöttern ihn, aber er würdigte sie nicht einmal eines Blickes. Eine Schande!" Und getroffen hat Schwedens "König" auch noch nicht.

Robert, der Aufmerksamkeitsmagnet?

Wie Robert Lewandowski. Dem Bundesliga-Schützenkönig wird aber versichert, wie wertvoll er trotzdem ist. "Robert zieht die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf sich und ermöglicht so anderen ihre Chancen", lobte Trainer Adam Nawalka. So fiel auch das bislang einzige Tor der Polen durch Arkadiusz Milik.

Vor dem letzten Gruppenspiel am Sonntagabend gegen die Schweiz stand auch Frankreichs Jungstar Paul Pogba am Pranger. Eine obszöne Geste verursachte eine mittelschwere Staatskrise. Der Türke Arda Turan wurde sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen, und in Österreich gibt es Diskussionen um den schwächelnden David Alaba vom FC Bayern.

Wie es anders geht, bewiesen neben dem neuen deutschen Chef Jerome Boateng und den italienischen Altmeistern um Gianluigi Buffon auch Spaniens Weltstar Andrés Iniesta, Luka Modric (Kroatien) oder der Waliser Gareth Bale.

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