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Wutrede von Rumänien-Coach Christoph Daum: "Alles verrückte Lügen"

08:50 MESZ 14.06.17
Christoph Daum 08272015
Nach der EM übernahm Christoph Daum die rumänische Nationalelf. Seitdem gab es allerdings nur wenig Erfolg. Nun wehrte er sich gegen mediale Vorwürfe.

Christoph Daum hat mit einer rund zweiminütigen Wutrede für Aufsehen gesorgt. Der Nationaltrainer Rumäniens diskutierte vor der Partie gegen Chile lange mit einem Journalisten.

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"Es ist immer das Gleiche. Seit Monaten höre ich von Ihnen, dass ich zurücktreten solle", schimpfte Daum auf der Pressekonferenz vor dem Freundschaftsspiel gegen die Gäste aus Südamerika. Der Reporter hatte ihn nach einer 1:3-Niederlage gegen Polen nach einem möglichen Rücktritt gefragt.

Das brachte Daum in Rage: Der Deutsche gestikulierte wild und schrie bisweilen ins Mikrofon. "Sagen Sie mir einen Grund, gemessen an dem, was wir erreicht haben und was wir vorhaben, warum ich jetzt aufhören sollte. Nur weil die Resultate nicht stimmen?" fragte Daum in die Runde.

Daum spricht von Lügen

"Wenn ich von Ihnen als Journalist überzeugt bin, werde ich Sie niemals entlassen. Aber ich muss überzeugt sein", sagte Daum. Auf eine anschließende Gegenfrage meinte er: "Wenn Sie die Zeit hätten, wenn Sie offen dafür wären, würde ich mich mit Ihnen hinsetzen und Stunden über Fußball reden."

Allerdings nehme der Journalist "nicht ein Prozent davon auf. Nein, Sie verdrehen es ins Gegenteil und schaffen Lügen. Selbst wenn ich Ihnen die Fakten sage, sind Sie nicht interessiert." Besonders der Vorwurf, dass er auf eine Abfindung warte, erzürnte den Coach.

"Mehr Rumäne als Sie"

"Alles verrückte Lügen. Nichts davon ist bewiesen. Jetzt zeigen sie ihr wahres Gesicht", schrie der 63-Jährige. Sein Fazit: "Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin rumänischer als sie. Das ist meine Meinung. Ich identifiziere mich mehr mit diesem Land und den Menschen als Sie. Sie helfen nicht, sie sind nur auf dem zerstörerischen Weg.“

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Die Rede schien eine gewisse Wirkung zu zeigen: Daums Mannschaft besiegte Chile mit 3:2 und setzte damit zum Ende der Länderspielphase ein Ausrufezeichen. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft liegt das Team mit sechs Punkten hinter Polen, Montenegro und Dänemark (jeweils zehn Punkte).