Manuel Neuer: "Bin kein Typ, der in Unterhosen posiert"

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AFP
Der Nationalkeeper blickt entspannt auf die Wahl zum Weltfußballer, kennt das Risiko seines Torwartspiels genau - und will mit dem DFB-Team auf Spaniens Spuren wandeln.

München. 23 Namen stehen bekanntlich auf der Liste der Nominierten für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2014. Neben fünf weiteren deutschen Weltmeistern ist auch Manuel Neuer dabei. Als Torhüter sicherlich eine besondere Auszeichnung. "Schon entspannt" sei der Mann vom FC Bayern München im Hinblick auf den 1. Dezember, wenn der Kandidatenkreis auf drei Akteure eingegrenzt wird.

Dass er vom Glamour-Status, den etwa ein Cristiano Ronaldo innehat, bereits im Vorfeld in den Schatten gestellt werden könnte, glaubt Neuer nicht. "Ich bin Sportler und kein Markenbotschafter", betont der 29-Jährige im Interview mit dem Kicker. Überdies sei er "kein Typ, der in Unterhosen posiert."

Muss er auch nicht. Weil er in seiner Torwart-Kluft bereits zur Genüge für Aufsehen sorgt. Mit weiten Ausflügen, als Revoluzzer des Torhüter-Spiels, mit großartigen Reflexen. "Ich mag die Show auf dem Rasen, aber nur, wenn sie zweckdienlich ist", erklärt der Bayern-Keeper.

Bei Schalke kein Welttorwart

Dabei ist ihm bewusst, dass die Reputation des deutschen Rekordmeisters auch sein persönliches Ansehen erhöht: "Wäre ich bei Schalke geblieben, wäre ich bestimmt nicht Welttorwart geworden", glaubt Neuer. Vor allem seine Fähigkeit, gegnerische Angriffe mit weiten, aber meist perfekt abgestimmten Ausflügen aus dem eigenen Kasten schon früh zu stoppen, macht ihn besonders. Das Risiko jener Spielweise kennt er genau: "Ich weiß, dass ich viel Schaden anrichten kann in diesen Situationen."

Tipico

Sich deshalb als verkappten Libero zu bezeichnen, ist dem gebürtigen Gelsenkirchener zuwider: "Ich war, bin und bleibe Torwart", unterstreicht er. Als solcher erfuhr er in der Nationalmannschaft zuletzt zwar keinesfalls übermäßige Beschäftigung - dennoch stellten sich nach der WM schon Negativ-Erlebnisse ein.

"Haben einfache Fehler gemacht"

Wie die Niederlagen gegen Argentinien und in Polen, oder das Last-Minute-Remis gegen Irland: "Wir müssen unser Spiel nach der WM wieder finden", weiß Neuer, der Kritik von Bundestrainer Joachim Löw am Defensivverhalten beipflichtet: "Wir haben einfache Fehler gemacht." Besonders gegen die Iren hätte man sich in der Schlussphase cleverer verhalten und den Sieg über die Zeit schaukeln müssen.

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Dass es nicht gelang, lag auch an der unbändigen Leidenschaft des Gegners. "Jeder will den Weltmeister schlagen", sagt Neuer, der das Testspiel gegen Spanien am Dienstagabend (20:45 Uhr im LIVE-Ticker) wegen Knieproblemen vorsichtshalber absagen musste. Der Ausgang des prestigeträchtigen Kräftemessens sei derweil nicht von allzu großer Bedeutung, den "Gesamteindruck" des so erfolgreichen Jahres könne "ein Freundschaftsspiel nicht ankratzen."

Dennoch ist klar: Die Iberer sind für Deutschland ein Vorbild. Weil sie nach dem EM-Titel 2008 zwei Jahre später Weltmeister wurden, sich 2012 dann sogar erneut die kontinentale Krone aufsetzen. "Wir wollen schaffen, was die Spanier geschafft haben", formuliert Neuer die entsprechende Marschroute. Ab März kommenden Jahres beginne schließlich die heiße Phase der Vorbereitung auf die EM 2016 in Frankreich. Sorgen um die Qualifikation macht sich der Welttorhüter nicht: "Die bisherigen Punktverluste machen es schwieriger. Aber wir haben keine Angst."

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