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Weltmeisterschaft: Viel Konkurrenzkampf im DFB-Team, wen lässt Joachim Löw zu Hause?

19:36 MESZ 28.05.18
DFB Team Südtirol 24052018
Der Countdown läuft: In einer Woche muss Joachim Löw vier Spieler aus seinem vorläufigen WM-Aufgebot streichen. Der Konkurrenzkampf nimmt zu.


HINTERGRUND

Sprints, intensive Spielformen und ein erster Test: Joachim Löw hat die Zügel im Trainingslager der Nationalmannschaft in Eppan deutlich angezogen. Eine Woche vor der Nominierung des endgültigen WM-Kaders verschärft sich vor der imposanten Bergkulisse Südtirols der Konkurrenzkampf. Bei der Lotterie "4 aus 27" will niemand die Nieten ziehen.

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Die Spieler müssen dabei einen Spagat vollziehen. "Ja, es ist ein Wettkampf. Zugleich müssen wir schauen, dass wir als Team zusammenkommen. Jeder muss sich natürlich beweisen, sich zeigen. Aber der Zweck ist vor allem, dass wir fit werden und als Einheit näher zusammenrücken", sagte Sebastian Rudy.

Der Münchner weiß ebenso wie Julian Brandt, wie schmerzvoll ein geplatzter Turnier-Traum in letzter Minute sein kann. Löw sortierte beide Spieler vor der EM 2016 in Frankreich aus. Rudy und Brandt zählen auch nun wieder zu den Wackelkandidaten. Zumindest der Leverkusener geht aber locker mit der Situation um. Sollte er es nicht in den endgültigen 23er-Kader schaffen, "dann wäre das keine Schande", sagte der 22-Jährige im kicker-Interview: "Wir haben so viele gute Spieler. Ich weiß, wie schwer es ist, sich bei uns durchzusetzen."

Rudy, Petersen und Tah sind Streichkandidaten

Die hohe Qualität und Leistungsdichte macht die Entscheidung für Löw schwer. "Ich habe keinem Spieler gesagt, dass er auf Bewährung da ist. Ich wollte auch keinen verunsichern. Alle müssen Gas geben", erklärte der Bundestrainer, der zwei Tage nach dem Länderspiel in Klagenfurt gegen Österreich am Samstag (18.00 Uhr im LIVE-TICKER) beim Weltverband FIFA seinen endgültigen Kader benennen muss.

Sollte Kapitän Manuel Neuer tatsächlich fit werden und als Nummer eins nach Russland fahren, muss Löw sich zwischen Kevin Trapp und Bernd Leno entscheiden. Jonathan Tah dürfte durch das Raster fallen, wenn Jerome Boateng nach seiner Muskelverletzung im Adduktorenbereich zur Verfügung steht. Ein weiterer Streichkandidat ist neben Rudy und Brandt Überraschungsgast Nils Petersen. "Die Trainingsqualität ist eine andere. Ich muss jeden Tag an die Grenze gehen", sagte der Freiburger, der noch ohne Länderspiel ist.

Dies gilt aber auch für seine Mitstreiter. "Ich kann garantieren, dass ich alles dafür tun werde, diesmal dabei zu sein", sagte Brandt, während Rudy die WM seit längerer Zeit fest im Visier hat: "Ich habe versucht, mich in diesen zwei Jahren in eine Verfassung zu bringen, die es dem Bundestrainer noch schwerer machen soll, mich nicht zu berücksichtigen."

Stimmung innerhalb des DFB-Teams positiv

Das Schicksal der Confed-Cup-Sieger Rudy und Brandt kennen auch andere Spieler des DFB-Teams. Marc-Andre ter Stegen und Julian Draxler erwischte es vor der EM 2012, Leon Goretzka wurde vor der WM 2014 aussortiert. Pechvogel Marco Reus spielte aufgrund zahlreicher Verletzungen die EM vor sechs Jahren als einziges großes Turnier.

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist trotz der bevorstehenden kniffligen Personalfragen gut. Thomas Müller trieb im Training am Montag wie gewohnt seine Scherze, bevor am Montagabend noch ein interner Test gegen die U20-Auswahl des DFB anstand. "Das Verhalten der Spieler ist einmalig. Natürlich sind wir in einer Leistungsgesellschaft, aber alle Spieler geben richtig Gas und halten zusammen. Das wird die Entscheidung am Schluss nicht einfacher machen", sagte Löws Assistent Marcus Sorg.

Sorgen um seine Nominierung muss sich Weltmeister Toni Kroos nicht machen. Nach dem Champions-League-Hattrick mit Real Madrid stößt er am Samstag zum Team. In Österreich wird er nicht zum Einsatz kommen. Bei Löws WM-Lotterie muss der Mittelfeldstratege aber ohnehin nicht in die Trommel greifen.

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