Vier Aufsteiger: DFB-Präsidium unterstützt Reformplan in der Regionalliga

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Die angestrebte Aufstiegsreform in der Regionalliga erhitzt weiter die Gemüter. Eine Lösung, die alle zufriedenstellt, scheint es nicht zu geben.


HINTERGRUND

Die komplizierte Regionalliga-Rechnung sorgt weiter für Kopfschmerzen. Nach mehrstündiger Beratung am Freitag in Hamburg bestätigte das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zwar den eingeschlagenen Weg, ab der Saison 2020/21 mit jeweils vier Staffeln und Aufsteigern spielen zu wollen - eine Lösung, die alle zufriedenstellt, scheint es aber nicht zu geben.

Im Kern sieht die aktuelle Strategie eine Zweiteilung des DFB-"Flächenbereichs" vor. Im Gebiet der bisherigen Regionalligen West und Südwest sollen (weiterhin) zwei Aufsteiger in zwei Ligen ermittelt werden - genauso wie im Gebiet der bisherigen Staffeln Nord, Nordost und Bayern. Zwar bestehe laut DFB "über diesen ersten Schritt verbindliches Einvernehmen". Die Nordost-Liga fürchtet aber wohl zu Recht die Zerschlagung.

"Sollten die Regionalverbände Nord und Nordost sowie der Landesverband Bayern gemeinsam mit den Vereinen zu keiner Aufteilung in zwei Staffeln gelangen, hätten sie dem Bundestag eine genaue Begründung darzulegen, wie stattdessen die beiden Aufsteiger in ihrem Gebiet zu ermitteln sind", teilte der DFB mit. Die Frist endet am 15. April. Eine finale Entscheidung soll beim folgenden DFB-Bundestag fallen.

Aufteilung der 3. Liga in zwei Staffeln scheint vom Tisch

Die zwischenzeitlich diskutierte Aufteilung der 3. Liga in zwei Staffeln scheint derweil vom Tisch. Auch von einer Aufstockung von 20 auf 22 Drittligisten war beim DFB am Freitag nicht die Rede. Gegen diese Pläne hatten die Klubs der 3. Liga am Wochenende vorsorglich unter dem Motto "Stillstehen gegen den Stillstand" protestiert, was vor allem DFB-Präsident Reinhard Grindel deutlich kritisierte.

"Man kann nicht immer nur sagen, was alles nicht geht", sagte der 57-Jährige der Neuen Osnabrücker Zeitung: "Die Regionalligen fordern, dass der Meister aufsteigt, wollen aber an fünf Regionalligen festhalten. Das gilt insbesondere für den Norden und den Nordosten. Die Drittligisten möchten am liebsten nur drei Absteiger. Das passt nicht zusammen. Um einen Kompromiss zu finden, müssen sich alle Seiten bewegen."

Bis zur vergangenen Saison hatte es nur drei Aufsteiger aus den fünf Ligen gegeben, die in Play-offs ermittelt werden mussten. Um dem Grundsatz "Der Meister steigt auf" zumindest ein wenig näher zu kommen, war beim DFB-Bundestag 2017 eine Überganglösung beschlossen worden, mit der in der laufenden und nächsten Spielzeit vier Regionalligisten aufsteigen - drei direkt und einer über Play-offs gegen den einen Tabellenersten, der nicht feiern darf.

Die vom DFB eingesetzte Kommission hatte "in den vergangenen Monaten zahlreiche weitere Modelle zur Bildung von vier Regionalligen und der Neuregelung des Aufstiegs intensiv diskutiert", schrieb der DFB: "Diese wurden allesamt geprüft, im Sinne eines transparenten Prozesses für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht, aber letztlich von den beteiligten Gruppen als nicht mehrheitsfähig eingestuft."

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