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FC Bayern: Luxusproblem zur heißen Saisonphase

09:00 MEZ 17.02.18
*GER ONLY* Jupp Heynckes Kingsley Coman FC Bayern
Jupp Heynckes ist wieder gesund und will in Wolfsburg rotieren. An die Champions League mag der Coach des FC Bayern aber noch nicht denken.

HINTERGRUND

Jupp Heynckes war sich nicht ganz sicher, ob er das nun wirklich erzählen sollte. "Darf ich es sagen?", fragte der Trainer des FC Bayern sich selbst auf der Pressekonferenz am Freitag. Dann sagte er es. "Schon am letzten Freitag auf der Pressekonferenz ging es mir wirklich sehr schlecht. Am Samstag bin ich dann gegen Viertel nach vier ins Bett gegangen und wissen Sie, wann ich aufgewacht bin? Um kurz nach sieben. Da lief unser Spiel gegen Schalke schon 35 Minuten. Dann hatte ich ein ganz schlechtes Gewissen."

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Nun muss man wissen, dass Heynckes zuletzt von einer Grippe geplagt war. Peter Hermann hatte ihn beim 2:1-Sieg gegen die Königsblauen am vergangenen Samstag vertreten müssen. Heynckes selbst lag mit Fieber im Bett.

Jetzt aber präsentierte er sich wieder in guter Form. "Ich hatte ja auch eine sehr gute Vertretung. Ich habe mich am meisten darüber gefreut, dass das Trainerteam und insbesondere Peter Hermann die Mannschaft sehr gut betreut und gut eingestellt haben. Es war auch wichtig, dass wir unsere Serie aufrechterhalten haben. Dass es ganz gut funktioniert hat und dass wir gewonnen haben, hat natürlich zur Genesung beigetragen", witzelte der Coach. 

FC Bayern: Thiago vor dem Comeback

Aus seinem kurzfristigen Ausfall hat er allerdings auch seine Lehren gezogen. "Meine erste Amtshandlung war es gestern, die Mannschaft zusammenzuholen und Präventivmaßnahmen auszusprechen, weil man sich aktuell schnell erkältet. Man muss nicht 72 Jahre alt sein, um eine Grippe zu bekommen", berichtete Heynckes. Dabei gehe es um ganz einfache Dinge. Darum, dass sich die Spieler warm genug anziehen, dass sie nicht mit nassen Haaren aus der Dusche in die Kälte spazieren. Solche Sachen eben.

Heynckes kündigt Rotation an

Heynckes will Ausfälle zum Start der heißen Saisonphase unbedingt vermeiden. Er ist schließlich glücklich, derzeit abgesehen von Manuel Neuer auf all seine Akteure zurückgreifen zu können. "Ich habe den Spielern ganz klar verdeutlicht, in welcher Situation wir uns befinden. Einerseits ist es ein Luxusproblem, alle Spieler bis auf Manuel Neuer zur Verfügung zu haben. Andererseits muss der Trainer das auch moderieren", erklärte er. 

Auch deshalb dürfte Heynckes im Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) großflächig rotieren. "Wenn man so einen Kader hat wie wir beim FC Bayern mit fast nur Nationalspielern, dann muss ein Trainer auch berücksichtigen, dass alle Spieler partizipieren möchten. Das habe ich bisher so gemacht und das werde ich auch morgen tun", kündigte er an und führte aus: "Ich möchte, dass die Spieler alle ein Wertigkeitsgefühl haben und dazugehören. Nur so kann man ganz großen Erfolg haben und zum Beispiel die Meisterschaft gewinnen."

Ein weiterer Grund für die Rotation dürfte das am kommenden Dienstag anstehende Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Besiktas sein, auch wenn Heynckes das nicht zugeben würde.

"Es kribbelt überhaupt noch nicht. Das kommt sicher dann am Dienstag vor dem Spiel", sagte Heynckes mit Blick auf den Start der K.o.-Phase der Königsklasse. Die Vorbereitung werde "wie üblich oder vielleicht auch ein bisschen anders" ausfallen, "sodass man den Gegner noch ein bisschen mehr studieren muss". Am Mittwoch hat sich Heynckes trotz Krankheit bereits das jüngste Spiel der Türken gegen Karabükspor (5:0) angesehen. 

Balanceakt als Herausforderung

Die kommenden beiden Partien dürften dann auch zeigen, wer die 1A- und wer die 1B-Lösung ist. Eines der heißesten Duelle liefern sich Franck Ribery und Kingsley Coman um den Startplatz auf der linken Außenbahn. Wer dort die Nase vorn hat, wollte Heynckes selbstredend nicht verraten. "Ein Trainer darf nie den Fehler machen, über die Medien zu korrespondieren, wer spielt und wer einen Vorteil hat. Das sage ich den Spielern persönlich", erklärte Heynckes mit strengem Blick. Es sei aber doch schön, dass man ein Spiel auch per Einwechslung entscheiden könne.

Seit Heynckes' Rückkehr wurden inzwischen 21 von 22 Spielen gewonnen, einziger Schönheitsfehler ist die 1:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. Heynckes' größte Aufgabe in den kommenden Wochen wird es sein, den Balanceakt zu handeln zwischen Rotation und Erfolg.