Torwart-Legende Oliver Kahn exklusiv: Auch Pickford "wird nicht optimal eingesetzt"

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Oliver Kahn zählt zu den besten Keepern aller Zeiten. Mit Goal spricht der Titan über die aktuelle Torwart-Generation.


EXKLUSIV

Ex-Torhüter Oliver Kahn ließ einst etliche Weltklasse-Stürmer verzweifeln, gilt als einer der besten Schlussmänner aller Zeiten. Im exklusiven Gespräch mit Goal spricht der ehemalige Bayern-Star über die heutige Generation der Torwart-Zunft - und verrät, welche Keeper ihn bei der Weltmeisterschaft in Russland am meisten überzeugen konnten. Außerdem erklärt der mittlerweile 49-Jährige, in welchen Bereichen es noch Verbesserungspotenzial gibt.

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"Ich habe bei der Weltmeisterschaft einige starke Keeper gesehen, die viele Grundprinzipien des Torspieler-Spiels nahezu perfekt beherrschen", sagt Kahn: "Hugo Lloris gehört zum Beispiel zu den besten Keepern der Welt auf der Linie und überzeugt durch eine hervorragende Präsenz und ein mutiges, offensives Stellungsspiel. Thibaut Courtois ist unheimlich stark im Eins-gegen-Eins und in der Strafraumbeherrschung. Danijel Subasic konnte sein Selbstbewusstsein durch die vielen gehaltenen Elfmeter aufbauen, seine Erfahrung ausspielen und dadurch enorme Sicherheit ausstrahlen."

Ein Torhüter hat es Kahn während des Turniers in Russland ganz besonders angetan: "Einem Torspieler, wie ich ihn nach dem Finale definiert habe, kommt aber der junge Engländer Jordan Pickford am ehesten nahe. Neben seinen starken Reflexen ist mir vor allem seine ausgezeichnete Spieleröffnung aufgefallen. Im Halbfinale gegen Kroatien spielte er zwar insgesamt weniger Pässe als Subasic, wurde aber doppelt so oft von seinen Mitspielern als Back-up-Libero genutzt."

Oliver Kahn: "Aber auch für Pickford gilt, was für fast alle Torspieler gilt"

"Aber auch für Pickford gilt, was für fast alle Torspieler gilt: Er wird nicht optimal eingesetzt", moniert der dreimalige Welttorhüter allerdings und führt aus: "Die Verbesserung der Fußtechniken der Torhüter in den letzten gefühlt 25 Jahren hat nahezu keinen Einfluss auf das Spiel, wenn sie nicht auch entsprechend als Torspieler eingesetzt und noch mehr ins Ballbesitz-Spiel der eigenen Mannschaft eingebunden werden. In meinen Augen ist das Miteinbeziehen des Spielers, der aktuell am wenigsten im Spielaufbau integriert ist, es aber könnte, die naheliegendste und logischste Maßnahme, um in unterschiedlichsten Spielsituationen Überzahl und damit einen klaren Vorteil zu schaffen. Hier sehe ich das größte Potential."<

Kahn wurde während seiner aktiven Laufbahn unter anderem achtmal deutscher Meister, gewann einmal die Champions League und sechsmal den DFB-Pokal. Im Sommer 2008 hängte der "Titan" seine Torwart-Handschuhe an den Nagel. Im Jahr 2016 gründete er die Firma GOALPLAY, um das Torhüterspiel weiterzuentwickeln. Dabei steht besonders die Einbeziehung der Schlussmänner in den Spielaufbau im Vordergrund. Im Zuge der Gründung von GOALPLAY etablierte er zusätzlich die GOALPLAY Academy für Fußball-Verbände und Vereine. Hier sollen neben den Spielern auch die entsprechenden Trainer von der Erfahrung Kahns profitieren.

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