Stimmen zum Deutschland-Sieg gegen Schweden: "Zeitspiel sollte nicht belohnt werden"

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Bundestrainer Joachim Löw sprach nach dem 2:1 gegen Schweden von einem glücklichen Sieg, für Aufregung sorgte der deutsche Jubel. Die Stimmen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr zweites Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft in Russland am Samstagabend auf dramatische Art und Weise mit 2:1 (0:1) gegen Schweden gewonnen. Anschließend sprachen unter anderem Bundestrainer Joachim Löw, Siegtorschütze Toni Kroos und Marco Reus.

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Die Stimmen zum Spiel Deutschland - Schweden:

Joachim Löw (Bundestrainer/ ARD):  

Es war ein Krimi voller Emotionen, gerade in der Schlussphase. Der Sieg kam glücklich in der Nachspielzeit und in Unterzahl zustande. Letztendlich war es schon auch verdient, weil wir an uns geglaubt haben, drangeblieben sind. Wir haben eine gute Moral bewiesen. Eigentlich hatte Schweden nur zwei Möglichkeiten. So ein Fehler passiert auch einem Spieler wie Toni Kroos. Ich freue mich sehr, dass er dann das Tor erzielt hat. Heute haben wir bei weitem weniger Fehlpässe gesehen als gegen Mexiko. Bei unserem offensiven Drang kann ein Fehler immer zu einem Gegentor führen.

... über die Verletzung von Sebastian RudyRudy hat die Nase gebrochen glaube ich, möglicherweise kann er auch am Mittwoch spielen, das muss man abwarten.

... über den Siegtreffer von Toni Kroos: Ich habe mich für ihn wahnsinnig gefreut, weil er einen Fehlpass gespielt hat, der zum Gegentor geführt hat, was ihm wahnsinnig selten passiert. Er hat normalerweise eine Passquote von nahezu hundert Prozent. Dass daraus ein Tor entstanden ist, war unglücklich. Dass er es wieder gut macht, hat mich wahnsinnig gefreut.

... über den angeblich provokanten Jubel einiger deutscher Spieler: Das habe ich nicht festgestellt. Ich war nach dem Schlusspfiff mit anderen Dingen beschäftigt, habe mich wahnsinnig gefreut, bin meinen Co-Trainern in die Arme gefallen, habe abgeklatscht. Dass es Gesten gab, die gegen die Schweden gerichtet waren, habe ich nicht gesehen.

... über das letzte WM-Gruppenspiel gegen SüdkoreaDie Spieler waren am Ende des Spiels müde, Marco Reus hatte schon zehn Minuten vor Schluss Krämpfe. Jerome Boateng ist gesperrt, Sebastian Rudy hat die Nase gebrochen. Wir brauchen den ein oder anderen Tag Regeneration. Mats Hummels wird wahrscheinlich spielen können, dann haben wir in der Abwehr eine weitere Möglichkeit.

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Oliver Bierhoff (Manager Deutschland):

Die Gefühle und Emotion sind ein bisschen übergeschwappt. Ich hatte Diskussionen mit den Schweden. Ich war verärgert über deren destruktives Spiel, und Zeitspiel sollte nicht belohnt werden. Es ist eine super Sache, das Ding mit einem Mann weniger noch zu drehen. Das Manko war, dass wir unsere Linie verlieren und uns mit Fehlpässen in die Bredouille spielen. Da müssen wir ruhiger und konzentrierter sein. Es werden die Karten neu gemischt werden für das letzte Spiel, die große Bank wird uns helfen.

Toni Kroos (Deutschland):

Insgesamt im Spiel haben wir wieder die Phasen, wo wir richtig gut waren und die Chancen nicht gut genutzt wurden. Wir wurden viel kritisiert, teilweise auch zu Recht, gerade viele Leute hätte es in Deutschland gefreut, wenn wir heute rausgegangen wären. Natürlich geht das erste Tor auf meine Kappe, wenn du im Spiel 400 Pässe spielst, dann kommen auch mal zwei nicht an. Man muss eben die Eier haben, die zweite Halbzeit so zu spielen. Jetzt müssen wir uns erholen, haben nicht ganz so viel Zeit, müssen Südkorea schlagen und überzeugend auftreten.

Germany Sweden Marco Reus

Marco Reus (Deutschland):

Tonis Schuss, was soll man dazu sagen? Bei dieser WM sind sehr viele Tore zum Schluss gefallen, heute war das Glück auf unserer Seite. Wir haben gut angefangen, hatten aber nicht die dicken Chancen. Schweden hat es gut gemacht, stand kompakt und eng. Es ist auf dem Platz schwer zu sagen, warum wir die Fehler machen. Toni hat den Fehler gemacht, hat ihn ausgebügelt und damit alles richtig gemacht.

Thomas Müller (Deutschland): 

Wir haben alles reingelegt und wurden am Schluss belohnt. Stimmt, wir waren in Unterzahl. Wir haben versucht, nicht aufzugeben und gesagt, wir müssen bis zur letzten Sekunde dranbleiben. Manchmal wird man belohnt.

Janne Andersson (Trainer Schweden):

Einige der Deutschen fingen an zu feiern, indem sie in unsere Richtung liefen und Gesten zu machen, das hat mich sehr geärgert, das war respektlos. Wir haben 90 Minuten gekämpft, wenn dann der Schlusspfiff ertönt, schüttelt man sich die Hand und verhält sich nicht so. Ich habe mich wirklich sehr darüber geärgertWir haben 95 Minuten gekämpft, stehen aber am Ende mit leeren Händen da. Das war sehr enttäuschend. Die TV-Bilder haben gezeigt, dass es in der ersten Hälfte ein Elfmeter hätte für uns sein müssen.

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