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Russischer Hooligan: "Haben gezeigt, dass Engländer Mädchen sind"

18:22 MESZ 14.06.16
England Russia fans Euro 2016
Bei der EM in Frankreich hat der Fußball mit Hooligan-Krawallen sein hässliches Gesicht gezeigt. Nun spricht ein russischer Hooligan über die Straßenschlachten in Marseille.

Nach den schweren Ausschreitungen und Gewaltexzessen rund um die EM in Marseille hat ein russischer Krawallmacher zugegeben, eigens für diesen Zweck mit einigen von Russlands "härtesten" Hooligans angereist zu sein. "Auf eine solche Chance habe ich zehn Jahre gewartet. 120 Russen haben 2000 Engländer in die Flucht geschlagen, und die ganze Welt hat es gesehen", sagte ein gewaltbereiter Anhänger der französischen Nachrichtenagentur AFP in einem Interview in Moskau.

Am vergangenen Wochenende hatten sich in der französischen Hafenstadt Jagdszenen und Schlägereien zwischen Russen und Engländern abgespielt. Zahlreiche Personen wurden verletzt, ein Engländer schwebt noch immer in Lebensgefahr. "Die Engländer sagen immer, dass sie die größten Fußballrowdys sind. Wir sind hingegangen und haben gezeigt, dass die Engländer Mädchen sind", führte der Mann, der nur Wladimir genannt werden wollte aus.

"Sie sind Blender. Sie sind nicht bereit, mit ihren Fäusten zu kämpfen. Das können sie nicht. Wir haben gewonnen. Das hat nichts mit Hass zu tun. Wir wollten nur zeigen, dass wir die Stärksten sind", sagte der Vater zweier Kinder: "Danach würde ich mich mit Vergnügen mit einem Engländer, den ich gerade noch verprügelt habe, an die Bar setzen, ein Bier trinken und über Politik reden."

Wladimir, der für gewöhnlich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, betonte, dass die russischen Hooligans bestens vorbereitet gewesen seien. Nach seiner Aussage, seien alle in verschiedenen Kampfsportarten trainiert, zudem sei man nüchtern gewesen und im Schnitt jünger als die Engländer, "die jede Menge Bier trinken".

Um in der Menge verschwinden zu können, seien die Russen in unauffälliger Kleidung unterwegs gewesen - der überforderten französischen Polizei ging so kein einziger russischer Hooligan ins Netz.