Rexach: Nach fünf Minuten wusste ich, Lionel Messi muss zum FC Barcelona

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Der ehemalige Flügelflitzer, Assistenztrainer und Chefcoach der Blaugrana verrät bei Goal, wie die Verpflichtung Lionel Messis bei Barca einst ablief.


EXKLUSIV
Klubikone Carles Rexach brauchte nach eigenen Angaben einst nur fünf Minuten Beobachtungszeit, um zu wissen, dass Lionel Messi unbedingt zum FC Barcelona geholt werden muss.

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Rexach, ein ehemaliger Mannschaftskamerad Johan Cruyffs und später Assistent des Niederländers zu Zeiten des legendären "Dream Teams", arbeitete im Jahr 2000 als Scout für die Blaugrana, als ein junger Lionel Messi in Erscheinung trat. Rexach, so sollte es sich entwickeln, hatte dann großen Anteil am Wechsel des jungen Argentiniers nach Katalonien.

"Es hieß, Messi sei ein Tischfußballer"

Im exklusiven Interview mit Goal erinnert sich Rexach: "Josep Maria Minguella (ein Spielerberater, Anm. d. Red.) erzählte mir von ihm. Aber als mich der Verein anrief, war ich gerade in Australien. Also bat ich um Berichte über den Jungen, bis ich zurückkehrte. Die Meinungen gingen dabei auseinander: Einige hielten ihn für einen sehr guten Spieler. Andere meinten, er sei zu klein. Es hieß sogar, er sei ein Tischfußballer. Es war nicht klar, ob er zu uns kommen sollte."

Rexach brauchte nach seiner Rückkehr nicht lange, um für sich Klarheit zu haben. "Wir organisierten ein Trainingsspiel", so der 70-Jährige. "Ich brauchte nur fünf Minuten und dann wusste ich sicher, dass wir ihn verpflichten mussten. Er war brillant und mir war klar, dass wir ihn uns nicht entgehen lassen konnten. Allerdings gab es einige Hindernisse."

Mittlerweile ist Messi in Barcelona eine lebende Legende. Doch der Transfer des jungen Leo zog sich vor mehr als 17 Jahren lange hin. Für Rexach schon fast etwas zu lange: "Messi und seine Familie wollten (finanzielle) Sicherheit. Die Tage vergingen und der Deal wurde nicht abgeschlossen. Wir stellten klar, dass wir ihn wollten, aber weil er kein EU-Europäer war, durfte er in der Jugend nicht in den spanischen Ligen eingesetzt werden. Er konnte also nur Freundschaftsspiele absolvieren und es gab immer wieder Probleme."

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"Wir fanden schließlich einen Weg, dass es klappte. Sein Vater bekam einen speziellen Vertrag, aber der Klub war immer noch nicht komplett überzeugt", so Rexach weiter. "So viele Probleme bei der Verpflichtung eines jungen Spielers! Nicht einmal für einen Spieler der ersten Mannschaft! Die Verantwortlichen sahen nur die Contras und es war wegen der Komplexität des Vertrages schwierig, den Deal zu finalisieren. Wir dagegen sahen die Pro-Argumente, seine unglaublich Qualität."

Messi-Durchbruch in der Saison 2004/05

Schließlich kam es doch zur von Rexach ersehnten Einigung, Messi durchlief Barcas Juniorenteams und debütierte schließlich im Jahr 2004 für die erste Mannschaft. Ende der Spielzeit 2004/05 markierte er seinen ersten Treffer im Dress der Profis und ergatterte einen Stammplatz. Der Rest ist Geschichte und er ist längst der beste Spieler in der Geschichte des Vereins.

Für Rexach ist klar, dass Messi sich so prächtig entwickelte, weil eben nicht immer alles für ihn perfekt nach Plan lief – jedenfalls zu Beginn seiner Zeit in Europa: "Das hat ihn mental gestärkt. Und er wurde die ganze Zeit von seiner Familie klug beraten."

 

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