Die Dortmunder konnten sich mit dem FC Arsenal auf eine Leihe bis Saisonende von Ethan Nwaneri einigen. Das gab der Revierklub am Mittwoch bekannt.Der BVB zahlt dem Vernehmen nach dafür ein Gesamtpaket in Höhe von fünf Millionen Euro inklusive des Gehalts.
"Mit der Leihe von Ethan ist es uns gelungen, einen sehr talentierten und technisch enorm versierten Mittelfeldspieler für uns zu gewinnen. Durch den längeren Ausfall von Giannis Konstantelias war es uns wichtig, unseren Kader kurzfristig noch einmal verstärken zu können. Für uns war Ethans Verpflichtung die sportlich nun bestmögliche Lösung. Wir freuen uns, dass wir diese kurz vor Ende des Transferfensters noch realisieren konnten", erklärte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken.
Zuvor kursierten Berichte, wonach sich die Schwarzgelben eigentlich in Polen bei Zaglebie Lubin bedienen und den U21-Nationalspieler Marcel Regula verpflichten wollten. Kein unbekannter Name in der Bundesliga, schließlich galt der 19-Jährige im Falle eines Wechsels von Said El Mala nach Dortmund als Wunschkandidat des 1. FC Köln.
Gekostet hätte Regula angeblich bis zu zehn Millionen Euro. Von einem festen Transfer sahen die Verantwortlichen um Sportdirektor Ole Book und Sport-Geschäftsführer nun aber ab. Zumindest vorerst. Der polnische Sportjournalist Mateusz Borek behauptet jedoch, dass der BVB Regula weiterhin beobachten wolle. Allerdings soll der Offensivspieler auch bei Burnley und Feyenoord Rotterdam auf der Liste stehen.
Nwaneri wird jüngster Debütant in der Geschichte der Premier League
Für Nwaneri sprach derweil einerseits das günstigere Gesamtpaket, die Erfahrung auf aller höchstem Niveau und die Tatsache, dass es keinerlei Kaufvereinbarungen mit den Gunners gibt. Der 19-Jährige wird nach der Spielzeit zu Arsenal zurückkehren und Konstantelias nach vollständiger Genesung wieder seinen Platz in der BVB-Startelf einnehmen.
Nwaneri wurde schon öfter mit einem Wechsel nach Dortmund in Verbindung gebracht. Bereits im vergangenen Transfersommer sollen die Schwarzgelben bei Arsenal vorgefühlt haben, allerdings verlängerte Nwaneri damals seinen Vertrag in London bis 2030 und wurde sofort an Olympique Marseille verliehen.
Der zentrale Offensivspieler gilt als hochveranlagt und kommt trotz seines jungen Alters bereits auf 51 Pflichtspiele (10 Tore, 2 Vorlagen) für den amtierenden englischen Meister. Als er vor fast genau vier Jahren mit nur 15 Jahren und 181 Tagen am 8. Spieltag gegen Brentford kurz vor Schluss sein Premier-League-Debüt feierte, stellte er gar einen Rekord für den jüngsten Spieler der Ligageschichte auf, der bis heute gültig ist.
In Marseille kam Nwaneri zunächst eigentlich ordentlich zurecht, gleich bei seinem Debüt erzielte er seinen ersten Treffer. Allerdings verlief besonders die Endphase der Spielzeit überaus unzufriedenstellend für Nwaneri und wohl auch Arsenal. Ab Anfang April stand der Teenager nur noch ein einziges Mal und dann für nur eine halbe Stunde auf dem Platz. In den letzten vier Saisonspielen drückte er über 90 Minuten die Bank.
Getty ImagesStartet Nwaneri beim BVB am Wochenende gegen Hoffenheim?
Beim BVB könnte Nwaneri schon am kommenden Wochenende beim Gastspiel gegen die TSG Hoffenheim sein Debüt geben - womöglich sogar direkt von Beginn an. Neben dem Langzeitverletzten Konstantelias wird dann auch Samuele Inacio ausfallen. Das Toptalent holte sich kurz nach seiner Einwechslung beim Bundesliga-Auftakt gegen den HSV nach einem rüden Foul die Rote Karte ab und wird die nächsten beiden Ligaspielen gesperrt verpassen.
Den aktuell so unglücklichen Dauerreservistn Fabio Silva, um den sich in diesem Sommer abermals wieder Wechselgerüchte rankten, sieht Trainer Niko Kovac nicht auf der offensiven Halbposition, sondern "nur" als Herausforderer oder Nebenspieler für den gesetzten Serhou Guirassy im Sturmzentrum. Carney Chukwuemeka, der laut Kovac eigentlich die beste Alternative zu Konstantelias wäre, hat abermals mit seinem Körper zu kämpfen und stand in den bisherigen Pflichtspielen nicht im Kader.
Womöglich wird zumindest am kommenden Samstag Maximilian Beier die Halbposition neben Konstantinos Karetsas besetzen. Der deutsche Nationalspieler war von Kovac eigentlich auf der linken Schiene eingeplant.





