Real und eiskalter Ronaldo zeigen Barca: Für den Titel muss man nicht immer glänzen

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Die Zidane-Truppe ließ im Spiel gegen Sevilla einige Großchancen zu und hatte eine Menge Glück. Letztendlich gewann man doch und steht vor dem Titel.

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Real Madrid war mal wieder eiskalt, wenn es darauf ankam – und es sieht so aus, als ob das in diesem Jahr genug für den Titel in LaLiga ist. Die Blancos besiegten am Sonntagabend im Santiago Bernabeu den FC Sevilla mit 4:1, aber auf keinen Fall aufgrund einer spielerischen Glanzleistung. Sie schlugen in den entscheidenden Momenten der Begegnung mit ihrer schonungslosen Art zu und versetzten damit den aufopferungsvoll kämpfenden Andalusiern jeweils einen Stich ins Herz. Das ist auch der Grund, warum Real Barca im Kampf um den Titel hinter sich lassen wird.

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Das Team von Luis Enrique setzte seinerseits beim 4:1-Sieg gegen Las Palmas mehrere Glanzpunkte. Und wenn Lionel Messi mal nicht trifft, sind seine Offensiv-Kollegen Neymar und Suarez da, um die tollen Kombinationen der Katalanen zu vollenden. Barca hat in dieser Saison mehr Tore als Real erzielt, gleichzeitig aber auch noch weniger Gegentreffer kassiert – und dennoch landet man im Fernduell mit den Königlichen, die sich momentan mehr als eiskalt präsentieren, voraussichtlich nur auf Rang zwei.

Warum das so sein wird, konnte man am Sonntag im Bernabeu erkennen. Beim 1:0 schaltete Nacho bei einem Freistoß am schnellsten und erzielte auf äußerst freche, aber auch clevere Art und Weise die Führung.

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Auf der anderen Seite traf Sevilla-Angreifer Stevan Jovetic nur den Pfosten und die Latte. Die Truppe von Jorge Sampaoli hätte den Ausgleich eigentlich verdient gehabt, doch genau in diesem Moment schlug Real wieder zu, als Torhüter Sergio Rico einen Schuss von James nur nach vorne abprallen lassen konnte. Cristiano Ronaldo sagte Danke und erhöhte auf 2:0. 

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Es war der 400. Pflichtspieltreffer für den Portugiesen in Madrid und auch wenn es kein besonders sehenswertes Tor war, war es wichtig. Sehr wichtig sogar. Im Anschluss ließ Jovetic weitere Großchancen liegen oder hatte einfach Pech im Abschluss.

Trainer Sampaoli muss beim Gang in die Kabine eigentlich fassungslos gewesen sein, dass es bislang nicht gelungen war, einen Treffer zu erzielen. Das änderte sich aber bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff, als Jovetic nach einer tollen Kombination endlich einnetzte.

Und während Barca sehr komfortabel in Führung lag, musste Real bis zwölf Minuten vor dem Ende zittern, ehe Ronaldo mit einem Hammer in den linken Knick endlich für die Vorentscheidung sorgte. Das 4:1 von Toni Kroos machte den Deckel dann nur noch endgültig drauf. Auf eine Partie, die man zwar mit drei Toren Unterschied gewann, aber die Leistung beider Mannschaften sich im Ergebnis nicht widerspiegelte.

Barca bleibt zwar weiterhin an der Tabellenspitze, da es den direkten Vergleich gegen den Erzrivalen für sich entscheiden konnte, aber die Königlichen haben noch ein Spiel in der Hinterhand. Kroos und Co. brauchen aus zwei Spielen also nur noch vier Punkte, um den ersten Meistertitel seit der Saison 2011/12 einzufahren.

Real Madrid Sevilla LaLiga 14052017

Es scheint so, als müsse Barca immer gut spielen, um Spiele und vor allem Titel zu gewinnen, während Real am Sonntag erneut gezeigt hat, dass es auch erbarmungslosen Ergebnis-Fußball kann.

Das ist kein neues Phänomen. Die Blancos haben diese Mentalität schon lange. Sie können einen Weg finden, das Spiel zu gewinnen, auch wenn die Leistung alles andere als zufriedenstellend ist. Und das Spiel gegen Sevilla war das beste Beispiel dafür. Ein ausgeglichenes Spiel wurde in ein souverän klingendes 4:1 verwandelt und potenzielle Kritik somit im Keim erstickt.

Zusätzlich ist man auf dem besten Weg, sich zum zwölften Mal zum König in Europa zu krönen, am Mittwoch wurde gegen Atletico der Einzug ins Champions-League-Finale eingetütet. Der 33. Ligatitel wartet ebenfalls und mit dem Spiel gegen Sevilla hat man dem Rivalen aus Barcelona gezeigt, dass es bei Erfolgen nicht immer auf die Ästhetik ankommen muss, sondern man in den entscheidenden Momenten nur eiskalt zuschlagen muss.

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