PSG-Sportdirektor Leonardo spricht über gescheiterten Neymar-Wechsel: "Noch nicht alles geklärt"

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Leonardo, sportlicher Leiter von Paris Saint-Germain, hat sich zur Transferposse um Neymar geäußert und sieht auch Fehler aufseiten des Brasilianers.

PSG-Sportdirektor Leonardo hat Stellung zum Transfertheater um Superstar Neymar genommen und zugegeben, dass das Thema weiterhin nicht ausgeräumt ist. "Wir können heute nicht sagen, dass alles geklärt ist, weil Dinge geschehen sind", sagte Leonardo bei RMC Sport.

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Nachdem es in der vergangenen Transferperiode zahlreiche Gerüchte um eine Rückkehr des Brasilianers zum FC Barcelona gab und sich auch der Spieler selbst für einen Wechsel einsetzte, kam ein Transfer letztendlich nicht zustande. "Intern haben wir immer klar gesprochen. Jeder kannte die Situation. Neymar hat Fehler gemacht, ja. Die Situation war komplizierter als normal, weil er ein sehr wichtiger Spieler ist", ergänzte Leonardo.

Leonardo: Neymar-Treffer wie eine Hollywood-Geschichte

Dass die Problematik um den Angreifer lange Zeit nicht geklärt war, hatte laut Leonardo einen einfachen Grund: "Man kann keine Deadline setzen, wenn der Transfermarkt offen ist, die verschiedenen Parteien in Gesprächen sind und Interessen haben." Demnach sei der Transfermarkt offen, "wenn ein Verein kaufen will, ein Spieler gehen will und einer ihn verkaufen will oder nicht. Wir können nicht sagen: 'Wir reden nicht.' So etwas gibt es nicht."

Trotz aller Querelen lobte Leonardo seinen Starstürmer, der beim Comeback nach dreimonatiger Pause gegen Racing Straßburg mit einem Traumtor den Siegtreffer erzielte: "Er spielte und hat geschwiegen. Er machte so ein spektakuläres Tor, dass es aussieht wie eine Hollywood-Geschichte. Er hatte eine gute Kommunikation, ehrlich, direkt, bescheiden."

Leonardo über Talente: Frankreich "unglücklicherweise Wiege guter Spieler"

Ein weiteres Thema, welches neben Neymar im Sommer beim französischen Meister für Aufsehen sorgte, war der Verkauf zahlreicher Talente. So brachten alleine die Abgänge von Moussa Diaby (19 Jahre, nach Leverkusen), Arthur Zagre (17, Monaco), Stanley Nsoki (20, Nizza) und Timothy Weah (19, Lille) zwar circa 50 Millionen Euro ein, wurden aber bei den Fans kritisch gesehen.

"Es gibt eine Regel, wegen der man mit 16-, 17-Jährigen nur Dreijahres-Verträge abschließen darf. Wenn man den ersten Vertrag abschließt, bleibt nur wenig Zeit, um in die erste Mannschaft zu kommen. Unglücklicherweise ist Frankreich zu einer Wiege guter Spieler geworden", versucht Leonardo das Dilemma zu erklären. "Das ist ein System, das nicht viel hilft."

Auch die Mentalität der Spieler sei nicht hilfreich, um Talente langfristig zu binden: "Bei 17-, 18-, 19-Jährigen mit einem Jahr Rest-Vertrag ist man fast dazu gezwungen ist, sie gehen zu lassen. In Frankreich haben sie dann schon die Mentalität, gehen zu wollen. In Italien, England, Spanien gehen sie nicht, sondern bleiben in ihrem Land."

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