Ousmane Dembele wechselt zum FC Barcelona: Borussia Dortmund hat alles richtig gemacht!

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Ousmane Dembele verlässt Borussia Dortmund nach nur einem Jahr wieder. Der BVB handelt mit dem Verkauf absolut richtig. Ein Kommentar.

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Er sollte die Zukunft von Borussia Dortmund sein, jetzt zieht Ousmane Dembele nach nur einem Jahr weiter zum FC Barcelona. Eines der hoffnungsvollsten Talente der Welt schließt sich einem der absoluten Top-Vereine in Europa an. Der Franzose wollte den BVB verlassen, die Chance Barcelona in diesem Sommer beim Schopfe packen. Die Entschädigung für die Schwarz-Gelben ist mit 105 Millionen Euro zuzüglich möglicher Bonuszahlungen in Höhe von bis zu 42 Millionen Euro riesig. Deshalb hatten die Verantwortlichen keine andere Wahl, als den 20-Jährigen zu verkaufen!

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Dembele hat sich mit dem Theater um Trainingsboykott und Suspendierung sicherlich keinen Gefallen getan. Nicht wenige hätten es gern gesehen, wenn er beim BVB noch ein wenig hätte schmoren müssen. Am Ende hat der BVB aber das, was er wollte: viel Geld!

Dembele wollte den BVB unbedingt verlassen

Der BVB arbeitet seit Jahren so: Sven Mislintat, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke suchen junge Talente, bilden diese mit dem Ziel aus, sie zu Top-Spielern zu machen. Das hat oft funktioniert - und ist jetzt auch im Fall Dembele wieder eingetreten. Für 15 Millionen Euro geholt, für mindestens 105 Millionen Euro verkauft: Ein Gewinn von 90 Millionen Euro innerhalb eines Jahres! Die Dortmunder zocken bei ihren Talenten auf eine Leistungsexplosion, um zuerst sportlich und später auch finanziell von ihnen zu profitieren. Borussia Dortmund ist eben kein Klub, der seine Spieler auf Teufel komm raus halten kann. Davon gibt es ohnehin weltweit vielleicht nur vier, fünf Vereine.

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Dembele wollte den Verein in diesem Sommer unbedingt verlassen, selbst ein Streik war ihm als Mittel dazu recht. In diese Entscheidung haben mehrere Dinge reingespielt: Zum einen die Entlassung seines Förderers Thomas Tuchel, zum anderen lockte der FC Barcelona ihn schon im vergangenen Jahr. Jetzt wollte er die sich bietende Chance nutzen. Wenn ein Spieler einen Verein unbedingt verlassen will, kann der Verein kaum etwas unternehmen - vor allem nicht, wenn er wie Dembele zu drastischen Mitteln greift. Die beste Lösung für alle in dieser Situation war: So viel Ablöse wie möglich kassieren und den Spieler ziehen lassen. Das ist dem BVB gelungen.

Sportlich tut der Abgang Dembeles weh, keine Frage. Viele, sehr viele Offensivbemühungen der Borussia wurden von ihm initiiert. Er war ein Mann für die gewissen Feinheiten, einer, der den Unterschied machte. Die erste Saison in der Bundesliga war herausragend. 31 Scorerpunkte in 49 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Seine Dribblings waren atemberaubend. Er war mit seinen Toren und Aktionen maßgeblich daran beteiligt, dass der BVB das DFB-Pokalfinale gewann.

Für die Ambitionen in der kommenden Saison ist dieser Transfer sehr schmerzhaft. Ohne Dembele muss der BVB anders spielen, anders auftreten, andere Spieler müssen einspringen. Allerdings wird bei Dembele oft vergessen, dass er sich auch Aussetzer leistete. Oft verzettelte er sich im Eins-gegen-Eins noch, war stur und leicht reizbar. Hanebüchene Aktionen, die oft in Ballverlusten endeten, mischten sich immer wieder in sein Spiel. Mit unkonventionellen Spielentschleunigungsaktionen und krassen Fehlpässen brachte er Tuchel, die Fans und seine Mitspieler mitunter zur Verzweiflung.

ONLY GERMANY Ousmane Dembele Borussia Dortmund

Zudem leistete Dembele sich immer wieder Aussetzer im Verhalten. Ungeduldig, genervt und aggressiv ging er mitunter zu Werke, kassierte wegen Meckerns die eine oder andere Gelbe Karte. Auch Abseits des Platzes benahm er sich zuletzt daneben. Hier muss er noch viel lernen. In seinem Alter waren es - zumindest im sportlichen Bereich - Dinge, die vorkommen. In Dortmund haben sie ihm Fehler verziehen, ihn lernen und spielen lassen. Ob sie ihm dies auch in Barcelona zugestehen?

Immerhin haben die Katalanen das vielleicht größte fußballerische Versprechen für die Zukunft zum zweitteuersten Spieler der Geschichte gemacht. Der Rucksack, den Dembele dadurch und durch sein Verhalten in den letzten Wochen mitschleppt, ist riesig. Ist der Druck nun zu groß für den sensiblen Dribbelkünstler?

Dembele glänzte in Schwarz-Gelb

Vielleicht ärgert er sich schon bald, die Wohlfühloase Dortmund mit seinen ungeheuerlichen Methoden verlassen zu haben. In Dortmund war er Stammspieler, glänzte in der Champions League und hatte im DFB-Pokal großen Anteil am Titel, wurde zum Nationalspieler. Das Ansehen Dembeles hat gelitten, Nationaltrainer Didier Deschamps strich ihn aus dem Kader der Equipe Tricolore für die anstehenden Begegnungen.

Dennoch wäre es dem Fußballer Dembele zu wünschen, dass er sich in Barcelona durchsetzen kann. Seine Spielweise ist eine Augenweide. Zumindest aus diesem Grund werden sie ihn in Dortmund vermissen.

Nach dem Theater der vergangenen Wochen war klar, dass eine Eingliederung Dembeles für Mitspieler und Fans wohl nur noch schwer zu vermitteln gewesen wäre. Die Verantwortlichen haben aber Willen und Durchsetzungskraft bewiesen, indem sie auf ihre Forderungen bestanden haben. Damit hat der BVB ein Zeichen auf dem Transfermarkt gesetzt. Und ganz abgesehen davon: In Dortmund haben sie schon häufiger bewiesen, dass alle Stars irgendwie zu ersetzen sind, auch wenn zuletzt selten ein Spieler zu diesem späten Zeitpunkt der Transferperiode den Verein verließ.

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