Aouar und Co.: Das sind Lyons Mega-Teenager

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Getty / Imago / Goal
Olympique Lyons Jugendakademie produziert ununterbrochen vielversprechende Talente. Goal stellt Euch die kommende Generation des Ligue-1-Klubs vor.

Im Stade de la Licorne hält Amiens gegen Olympique Lyon kurz vor Abpiff ein Remis und ist lange sogar in Führung. Dann, nach einem Konter, in der eisigen Dezember-Kälte im Norden Frankreichs, überläuft Mariano Diaz die Abwehrreihe Amiens' und sieht den wunderbar mitgelaufenen Houssem Aouar, der Diaz' Flanke schließlich ins Netz befördert. Es war der zweite Treffer des Wunderknaben, das Tor zum 2:1-Auswärtssieg. Und was den Abend für Aouar noch etwas besonderer machte: Wie vor ihm bereits Karim Benzema, Nabil Fekir oder Alexandre Lacazette entstammt auch der Mittelfeldspieler aus der Jugend Lyons, kam bereits als Elfjähriger zu OL.

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"Die halbe Mannschaft besteht aus Lyonern, aber wir spielen nicht wegen unserer Herkunft in der ersten Mannschaft", erklärte einst der langjährige Kapitän Maxime Gonalons und betonte: "Man braucht viel mehr als das. Talent, Mannschaftsgeist." Mittlerweile ist der frühere Spielführer für die AS Rom aktiv. Mit ihm wanderten auch Corentin Tolisso und Lacazette, zwei weitere Eigenegewächse, ab. Doch mit Aouar, Amine Gouiri, Willem Geubbels und Myziane Maolida scharrt bereits die nächste Generation mit den Hufen. Goal stellt Euch das Lyoner Teenie-Quartett vor.


AMINE GOUIRI | MITTELSTÜRMER | 17 JAHRE


Amine Gouiri Lyon 2017

Amine Gouiri wurde am 16. Februar 2000 in Bourgoin-Jallieu, unweit von Lyons Stadion geboren. Blickt man auf seine Torquote im Nationaldress der französischen U17, will man seinen Augen kaum trauen: In 15 Einsätzen für die Nachwuchsmannschaft der Equipe Tricolore schlug der Angreifer beindruckende 20 Male zu. Mit neun Treffern knackte er in diesem Jahr außerdem den Rekordwert bei einer  U17-Europameisterschaft.

Nicht nur wegen seiner algerischen Wurzeln, sondern auch, weil man ihm den Sprung in die Weltelite zutraut, wird Gouiri oft mit Benzema verglichen, Topklubs wie Real Madrid und der FC Arsenal sollen im Sommer um ihn geworben haben. Doch er entschied sich bewusst dazu, in Lyon zu bleiben.

Und er wurde belohnt: Bei OL gelang Gouiri in dieser Spielzeit eine weitere Etappe in seiner Entwicklung, Mitte November sammelte er bei zwei Kurzeinsätzen seine ersten Minuten in der Ligue 1. Besonders das Debüt beim 0:0 gegen Montpellier vor heimischer Kulisse war speziell. "Es war ein großartiger Moment, vor allem als 17-Jähriger und vor mehr als 40.000 Menschen. Das war ein Moment, den ich niemals vergessen werde", schwärmte der Offensivakteur nach Abpfiff.

Schritt für Schritt soll Gouiri nun weiter an die erste Mannschaft herangeführt werden. U17-Trainer Armand Garrido, der zuvor schon mit Anthony Martial und Lacazette arbeitete, erinnert sich: "Er hatte eine Saison bei mir, als er 16 war", dann wurde das Eigengewächs bereits in die Reserve der Lyoner beordert. "Er war schon immer in höheren Altersklassen aktiv", sagt Garrido, der den Torjäger so beschreibt: "Amine ist ein Junge, der außergewöhnliche Qualitäten für sein Alter hat. Kraft, Schnelligkeit, Abschluss. (…) Er ist ein Junge, der innerhalb des Strafraums sehr effizient sein kann." Das ist wohl auch der größte Unterschied zu Benzema: Während der Real-Star oft versucht, seine Mitspieler in Szene zu setzen, agiert Gouiri meist in unmittelbarer Nähe zum Tor.


MYZIANE MAOLIDA | MITTELSTÜRMER | 18 JAHRE


Myziana Maolida Olympique Lyon

Myziane Maolida kam am 14. Februar1999 zwar in Paris zur Welt, doch wie viele andere talentierte Kicker aus der französischen Hauptstadt kam er nie zu Paris Saint-Germain. Stattdessen schloss er sich 2014 Olympique Lyon an, durchlief seitdem die Jugendmannschaften des Serienmeisters der 2000er Jahre. In der vergangenen Saison stellte er sein Können noch in der Youth League unter Beweis, avancierte dort etwa bei beiden Begegnungen mit Dinamo Zagreb zum Matchwinner. Mittlerweile zählt Maolida auch zum Kader der Profis, gegen den von Lucien Favre trainierten OGC Nizza setzte er Ende November als Joker den 5:0-Schlusspunkt und feierte damit auch schon sein Tordebüt in der Ligue 1.

Bereits vor Beginn der aktuellen Spielzeit wurde der Franzose von Profi-Trainer Bruno Genesio genau unter die Lupe genommen und auf allen drei Positionen seines 4-3-3-Systems getestet. Im Test gegen Celtic beeindruckte Maolida, der in der laufenden Runde bisher 13 Pflichtspiele für Lyon absolviert hat, mit einem sensationellen Tor: Während er zwei Gegenspieler austänzelte, zog er vom linken Flügel in den Strafraum, wich einem Tackling aus und bugsierte das Leder aus einem unfassbarem Winkel ins Netz. Natürlich gehören solche Aktionen noch lange nicht zu seinem üblichen Repertoire an Tricks, doch der 18-Jährige stellte damit unter Beweis, was er zu leisten im Stande ist.

Neben Maolidas Vielseitigkeit, die er während der Testspiele nachwies, ist er darüber hinaus auch sehr schnell unterwegs. Außerdem ist er durch seine Dribbelkünste in der Lage, vielversprechende Chancen für seine Mitspieler zu kreieren. Im Sturmzentrum weist der Offensivspieler allerdings noch Schwächen auf, noch fehlt ihm die nötige physische Stärke, um den Ball auf dieser Position zu halten, weshalb er oft unnötige Ballverluste verschuldete.


HOUSSEM AOUAR | ZENTRALES MITTELFELD | 19 Jahre


Houssam Aouar Lyon

"Wer war noch gleich Corentin Tolisso?", denkt sich womöglich der ein oder andere Lyon-Fan. Houssem Aouar hat nicht nur die Rückennummer 8 des Sommerabgangs übernommen, sondern schlüpfte auch in die Rolle des heutigen Bayern-Stars. Am 30. Juni1998 wurde der Tolisso-Nachfolger in Lyon geboren und fühlt sich mit der Stadt eng verbunden. "Lyon ist mein Klub, meine Stadt", betonte der 19-Jährige, der sich mittlerweile zu den Stammspielern bei OL aufschwang, obwohl er vor einigen Monaten nicht einmal für die Junioren-Nationalmannschaft berufen wurde.

In der vergangenen Spielzeit kam das Mittelfeldtalent lediglich sporadisch zum Einsatz, seit seinem ersten Treffer im September gegen Dijon ist er aus Lyons Stammelf aber nicht mehr wegzudenken, ist von dem Quartett sicherlich am weitesten. Wie vor ihm Benzema oder Fekir, will sich auch Aouar vom Eigenegewächs zum Schlüsselspieler auf Dauer mausern: "Sie sind großartige Spieler und ich werde versuchen, ihren Weg einzuschlagen", erklärte der Mittelfeldstratege, der in der laufenden Saison durch ein tolles Zusammenspiel mit Memphis Depay und Mariano Diaz auffällt, die er regelmäßig mit Zuspielen füttert. Wettbewerbsübergreifend verbuchte er bereits sieben Torbeteiligungen und initiierte zahlreiche weitere Torchancen.

Sowohl durch Aouars Stärke im Dribbling als auch durch das gute Auge für seine Mitspieler lässt er seine Gegenspieler oft alt aussehen und leitet vielversprechende Offensivaktionen ein. Die Spielweise Lyons spielt dem Youngster dabei sehr in die Karten, denn OL hat meist drei oder vier Angreifer auf dem Feld, die seinen Pass erwarten.


WILLEM GEUBBELS | LINKSAUSSEN | 16 Jahre

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Willem Geubbels Lyon Ajax 071817

Auch Willem Geubbels erblickte in Villeurbanne in der Nähe von Lyon das Licht der Welt. Geboren wurde er am 16. August 2001 und spielt seit 2010 bei Olympique Lyon - er ist der einzige von OL eingesetzte Akteur, zu dessen Geburt Frankreich bereits Welt- und zweifacher Europameister war. Schon für die französischen Jugendnationalmannschaften deutete der Flügelspieler seine Torgefährlichkeit an, zwölf Treffer gelangen ihm in 21 Einsätzen für die Jugendteams der Equipe Tricolore. Vor einigen Monaten rückte er auch in Deutschland ins Blickfeld, als über ein vermeintliches Angebot des FC Bayern gemutmaßt wurde.

Vier Profieinsätze bestritt der Franzose bereits in dieser Spielzeit und sorgte durch sein Alter prompt für Schlagzeilen. Mit Geubbels wechselte Coach Genesio sowohl in der Europa League als auch in der Ligue 1 den ersten Spieler ein, der im 21. Jahrhundert geboren wurde. Mehr gelang ihm für die OL-Profis bisher allerdings noch nicht. Lyon ist dafür bekannt, seine Talente langsam an die erste Mannschaft heranzuführen, weshalb er bislang nur wenige Einsatzminuten sammelte. Alleine die Tatsache, dass der Offensivakteur mit 16 Jahren überhaupt bereits im Kader der Profis steht, ist aber ein Indiz für sein enormes Talent.

Wie die französischen Wunderknaben Ousmane Dembele und Kylian Mbappe agiert Geubbels gerne über die Flügel und profitiert dabei enorm von seiner Schnelligkeit und seinen technischen Fähigkeiten. Dies offenbarte der Franzose auch während der Saisonvorbereitung in einem Duell mit dem Europa-League-Finalisten Ajax Amsterdam, als er das Spielfeld für Fekir betrat, einen perfekt getimeten Laufweg hinter Ajax' Abwehrreihe machte und den Ball nach der Ballannahme wunderbar für Gouiris Treffer querlegte. Außerdem variiert der Youngster seine Laufwege gerne, wodurch er sich schwer berechenbar macht. Besonders im Konterspiel kann er so ein Trumpf für Lyon sein.

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