Neuer-Vertreter ter Stegen und Leno nicht überzeugend

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Die Torhüter Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno haben beim 1:3 gegen die Slowakei nicht überzeugt. Grund zu einer Debatte sah Bundestrainer Joachim Löw aber nicht.

Jeden Anflug einer Torhüter-Diskussion erstickte Joachim Löw nach dem Lapsus von Marc-Andre ter Stegen im Keim. "Ich mache ihm keinen Vorwurf", sagte der Bundestrainer über die unglückliche Aktion des Schlussmanns vom FC Barcelona beim 1:3 (1:2) gegen die Slowakei: "Das kann passieren, der Platz war nass, der Ball rutschig. Ich weiß, dass er so einen Ball normalerweise hält, das wird das Vertrauen in ihn nicht beeinträchtigen."

"Mein Fehler, gar keine Frage"

Beim entscheidenden Treffer durch Juraj Kucka (52.) war dem früheren Gladbacher die harmlose Direktabnahme des Slowaken durch die Hände geglitten. "Ich sehe den Ball nicht mehr vor lauter Wasser, aber natürlich ist das mein Fehler, gar keine Frage", sagte ter Stegen, dem die widrigen Umstände nach wolkenbruchartigen Regenfällen in der Halbzeitpause wie allen Akteuren zu schaffen machten. In dieser Szene hatten sie aber nur bedingt Einfluss.

"Nicht überberwerten"

Der Fauxpas dürfte keineswegs am Selbstvertrauen des 24-Jährigen nagen, der in seiner Länderspielkarriere ebenso wie bei Barça schon weit schwierigere Phasen gemeistert hat. "Natürlich ärgert mich das Gegentor, es wäre ja schlimm, wenn nicht. Aber ich werde es nicht überbewerten", sagte ter Stegen deshalb: "Es geht weiter. Ich schaue ganz normal drauf, weil ich weiß, was da passiert ist."

Ter Stegen hatte sich ja schon weder vom missratenen DFB-Debüt in der Schweiz (3:5/Mai 2012), noch den drei Gegentoren gegen Argentinien (August 2012) oder dem Aussetzer in den USA (Juni 2013) nach einem banalen Rückpass langfristig hemmen lassen. Der Champions-League-Triumph 2015 mit Barcelona ist dafür nur ein Beleg. Löws milde Reaktion war deshalb keine Überraschung. "Ich weiß, was er kann und schon gespielt hat beim FC Barcelona", sagte Löw.

Auch Bernd Leno muss keine ernsthafte Debatte um seine Nominierung fürchten, wenngleich seine ersten 45 Minuten im DFB-Trikot ähnlich unglücklich verliefen wie einst das Debüt von ter Stegen. Lange war der Torwart von Bayer Leverkusen beschäftigungslos - und dann gegen den fulminanten Distanzschuss von Marek Hamsik (41.) und den Kopfball von Michal Duris (44.) aus kurzer Entfernung praktisch machtlos.

Leno hatte seinen Platz im EM-Kader vor allem mit einem starken Bundesliga-Finish gerechtfertigt, obwohl in Kevin Trapp (Paris St. Germain), Ron-Robert Zieler (wohl bald Leicester City), Ralf Fährmann (Schalke 04) oder Timo Horn (1. FC Köln) weitere Keeper internationale Klasse verkörpern. Auch dank Lenos Leistungen kletterte die Werkself noch auf Rang drei und qualifizierte sich wieder für die Champions League.

Selbst wenn sich Manuel Neuer (Bayern München) bei der EM verletzen sollte: die Baustellen beim Weltmeister sind für Löw ganz andere.

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