Morddrohungen nach Länderspiel-Verzicht: Manchester United in Sorge um Victor Lindelöf

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Manchester United hat auf die Morddrohungen gegen Victor Lindelöf reagiert und ihn gegen Watford in der Premier League nicht in den Kader berufen.

Nachdem Victor Lindelöf unter der Woche auf eine Teilnahme an den EM-Qualifikationsspielen der schwedischen Nationalmannschaft verzichtet hatte, erhielt er Todesdrohungen von einigen Anhängern der Tre Kronor. Sein Klub Manchester United reagierte nun auf die prekäre Situation: Beim 2:1-Sieg der Red Devils am Samstag gegen Watford stand Lindelöf nicht im Kader.

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"Es war besser für ihn, dass er heute nicht gespielt hat", erklärte United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer. Lindelöf habe einige Dinge aus der Welt schaffen müssen, "doch das ist kein Problem. Er wird wieder", sagte Solskjaer.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Livet ropade.

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Der 24 Jahre alte Innenverteidiger, der sich bei den Red Devils seit Wochen in Topform befindet, war aufgrund der Geburt seines Sohnes der schwedischen Nationalmannschaft ferngeblieben und hatte anschließend mit Anfeindungen vonseiten der schwedischen Fans zu kämpfen.

Lindelöf zu Drohungen im Internet: "Das ist einfach krank"

Der schwedische Fußballverband hatte unter der Woche bestätigt, dass die Polizei in mehreren Fällen aufgrund von Morddrohungen gegen den Nationalspieler ermittelt. "Ich habe das alles gar nicht so verfolgt. Für mich war es das Wichtigste, für meine Frau da zu sein", sagte Lindelöf dem schwedischen TV-Sender Viasat am Dienstag.

Victor Lindelof Sweden 2018

Er könne verstehen, dass die Menschen die Hintergründe seiner Entscheidung wissen wollen. "Was ich aber nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass sie dann die persönlichen Gründe nicht respektieren. Das ist ganz schön krank", sagte Lindelöf.

Lindelöf-Fall erinnert an Durmaz und den Skandal bei der WM 2018

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres sorgten Morddrohungen und Beschimpfungen in den sozialen Netzwerken gegen einen schwedischen Nationalspieler für Aufsehen. Bei der WM 2018 hatte Jimmy Durmaz im zweiten Gruppenspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft Timo Werner in der Nachspielzeit gefoult und somit den Freistoß provoziert, den Toni Kroos zum Last-Minute-Sieg des DFB-Teams verwandelte.

Anschließend war Durmaz rassistisch beleidigt und auch mit dem Tode bedroht worden. Durmaz und die schwedische Nationalmannschaft reagierten damals mit einem symbolischen Statement auf die Anfeindungen, selbst der Ministerpräsident äußerte sich ("Das ist einfach erbärmlich") und der schwedische Fußballverband erstattete Anzeige.

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