Michy Batshuayi und Borussia Dortmund: Ein Transfer mit viel Risiko

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Der neue Stürmer und Aubameyang-Erbe bei Borussia Dortmund heißt Michy Batshuayi. Der Transfer birgt ein enormes Risiko. Ein Kommentar.


KOMMENTAR ZU MICHY BATSHUAYI

Am letzten Tag des Winter-Transferfensters, am einmal mehr hektischen Deadline Day , bog die spektakuläre Stürmer-Rochade mit hohem Tempo auf die Zielgerade ein, ehe Borussia Dortmund  den ersten von drei Schachzügen setzte: Michy Batshuayi  wechselt zum BVB - ein Deal, der die Hebel für die Transfers von Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal und Olivier Giroud zum FC Chelsea in Bewegung setzt. 

Der Belgier Batshuayi ist also derjenige geworden, der die immens großen Fußstapfen des Gabuners in Dortmund ausfüllen soll - und der nach Wochen des Theaters und der Unruhe, über die zuletzt gar aus Mannschaftskreisen Beschwerden zu hören waren, das Augenmerk im Sturmzentrum der Schwarz-Gelben endlich wieder auf die Hauptaufgabe eines Stürmers richten soll: das Toreschießen. 

Batshuayi wird beim BVB keine Zeit bekommen

Das Problem, das die Personalie Batshuayi zu einer mit hohem Risiko macht: Zeit kann Peter Stöger ihm keine geben. Nicht zum Ankommen, nicht zum Gewöhnen an seine taktische Marschroute, nicht zum Zurechtfinden in einem neuen Land. Denn die vergangenen drei Spiele des BVB zeigten, wie sehr man auf Aubameyang in Top-Form angewiesen ist. Dreimal hieß es am Ende Unentschieden, nur drei magere Treffer wurden dabei erzielt. 

Dortmund verliert einen Mann, der zu den besten Stürmern der Welt gehört, der 141 Tore in viereinhalb Jahren erzielte, der trotz Robert Lewandowski Bundesliga-Torschützenkönig wurde und der in der aktuellen Krisen-Saison, in der die Bild -Zeitung ihn als Torlos-Knipser betitelte , 21 Tore in 24 Pflichtspielen erzielte. 

Michy Batshuayi Chelsea Newcastle 28012018

Nur vier Startelf-Einsätze für Batshuayi in der Premier League

Im Gegenzug bekommt man ... ja, wen eigentlich? Nun, zunächst einmal, das ist eine Tatsache, einen sehr guten Stürmer , der intensiv beobachtet wurde. 2015/16 erzielte Batshuayi für Olympique Marseille 17 Tore. Spielerisch passt er gut zu Dortmund, er ist eine Mixtur aus Kraft und Technik. Aber reicht all das wirklich, um einen Mann vom Kaliber Pierre-Emerick Aubameyang vielleicht nicht zu ersetzen, dessen Abgang aber immerhin aufzufangen? Das darf bezweifelt werden. 

Denn nach seinem Wechsel zu Chelsea im Sommer 2016 ist der 24-Jährige Ersatz, stand in nun eineinhalb Jahren lediglich viermal in der Premier League in der Startelf. Sicher, als Joker zeigte er ansprechende Leistungen, erzielte in allen Pflichtspielen auf der Insel 23 Tore. Ein Mann von internationalem Format ist er aber (noch) nicht. Von der Weltklasse eines Aubameyang einmal ganz zu schweigen. Zeit, sich wie Auba oder Lewandowski zu entwickeln gibt es nicht, die Leihe ist bis zum Ende der Saison befristet.

Ohne Aubameyang gewann der BVB nur einmal

Bei nur 1,5 Millionen Euro Gebühr könne der BVB gar nichts falsch machen, mag nun manch einer einwenden. Sicher, finanziell ist das Risiko gering. Sportlich aber hängt der Verlauf der ohnehin schon angeknockten Saison von Batshuayi ab. Was auf den ersten Blick dramatisch klingt, ist es auf den zweiten weniger: Dortmund ist in der Liga Sechster, in der Europa League soll der Titel angestrebt werden. Für die Saisonziele, vor allem für das Erreichen der Champions League, braucht es einen Torjäger. Umso verwunderlicher scheint es, dass Zorc nicht Teile der Dembele- und Auba-Millionen für einen echten Top-Stürmer ausgab.

Es ist kein Zufall, dass man von den fünf Partien ohne Aubameyang nur eine gewann, im DFB-Pokal gegen den FC Magdeburg. Kein Stürmer von Format, keine Punkte. Diese vereinfachte Rechnung trifft beim BVB auf schmerzvolle Weise zu. Alexander Isak ist noch lange nicht so weit, Andre Schürrle wirkte zuletzt im Angriff verloren. Nun also hängt so vieles von einem jungen Belgier ab, der bisher einen Leistungsnachweis auf höchstem Niveau schuldig geblieben ist - und der zudem, ähnlich wie Aubameyang, als Exzentriker und bisweilen schwieriger Charakter gilt.


Die wichtigsten Infos zum Batshuayi-Deal im Überblick
  • Batshuayi wechselt auf Leihbasis bis Saisonende zum BVB.
  • In Dortmund soll der Belgier den abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang ersetzen.
  • Batshuayi erhält beim BVB die Rückennummer 44.

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