Ligue-1-Talent Jonathan Bamba: Das Schnäppchen des Transfersommers?

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Der 22-Jährige ist im Sommer ablösefrei zu haben - und in der Top-Form, die er aktuell präsentiert, dürfte er auf dem Transfermarkt begehrt sein.

Jonathan Bamba gilt schon seit einigen Jahren als einer der Diamanten aus der Jugendabteilung von Saint-Etienne.

Aber erst in der aktuellen Spielzeit zeigt der 22-Jährige, dass man auf ihn verlässlich setzen kann.

Der Stürmer ist gerade reifer geworden und hat den entscheidenden Schritt nach vorne gemacht - und nun droht Saint-Etienne der ablösefreie Verlust des Juwels. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus und zahlreiche Klubs wie Crystal Palace, West Ham und Inter Mailand beobachten seine Situation ganz genau.

Bamba, der zunächst sechs Jahre lang für das Team seiner Heimatstadt Alfortville auflief, bevor er sich 2011 der Jugendakademie von Saint-Etienne anschloss, feierte im Januar 2015 sein Profidebüt gegen Paris Saint-Germain. Danach ging es allerdings mit seiner Entwicklung zunächst nur sehr langsam voran.

Jonathan Bamba Espoirs

Er musste er an Paris FC, Saint-Trond und Angers verliehen werden, bevor er auch bei Saint-Etienne für einen Platz im Kader infrage kam. Dort hat er nun allerdings in einer schweren Saison für den Verein überzeugt.

Das Team steckte in der Hinrunde in einer Formkrise, Bamba verhandelte vergeblich über einen neuen Vertrag und zwischendurch durfte er nur bei der Reserve-Mannschaft auflaufen. Zwar läuft es für den Angreifer seit seiner Rückkehr zur Ersten sehr gut, doch man hat das Gefühl, dass für ihn noch viel mehr hätte drin sein können, wenn die Umstände andere gewesen wären.

Mit seinen Qualitäten hat er jedoch derart beeindruckt, dass er zur französischen U21-Nationalmannschaft eingeladen wurde. Dort lief er dreimal für das Team von Trainer Sylvain Ripoli seit dem vergangenen Juni auf und erzielte dabei zwei Tore.

Der 22-Jährige ist vor allem ein Flügelspieler, auch wenn er in dieser Saison schon auf allen Positionen in der Offensivreihe eingesetzt worden ist.

Zu Saisonbeginn lief es für ASSE unter Trainer Oscar Garcia zunächst gut - und auch für den Stürmer, der vier Tore in den ersten sieben Saisonspielen erzielte. Doch dann erreichten die Vertragsstreitigkeiten ihren Höhepunkt.

Garcia ärgerte sich über die vom Vorstand ausgesprochene Degradierung des Spielers. "Das ist eine Entscheidung, die uns sportlich gesehen bestraft. Das ist meine Meinung und auch die der Spieler", verkündete er.

Während Bamba bei der Reserve mittrainierte, schlidderte Saint-Etienne in eine Krise. Trainer Garcia musste unter unschönen Begleitumständen gehen und der Niedergang beschleunigte sich. Erst als Coach Gasset den unglücklichen Julien Sable auf der Trainerbank ersetzte, ging es wieder aufwärts für den Klub.

Jonathan Bamba Saint-Etienne Caen 27012018

Bamba hat seine Torquote vom Saisonbeginn zwar noch nicht wieder erreicht, aber das bedeutet nicht, dass er nun ineffektiver spielt. Ganz im Gegenteil: Mittlerweile glänzt er auch als Vorbereiter, lieferte in den Partien gegen Guingamp, Nantes und Paris Saint-Germain Assists - und Saint-Etienne darf auf einmal wieder von einem Finish unter den ersten Fünf träumen.

In der Offensive war vielleicht nur Remy Cabella während des Laufs von elf Partien ohne Niederlage effektiver. Es ist die aktuell längste Erfolgsserie in der Ligue 1.

Und weil Bamba gut drauf ist, wird bei ASSE im Hintergrund daran gearbeitet, dass der Youngster auch über den Sommer hinaus beim Klub bleibt.

"Ich denke, er ist richtig gut", sagte Gasset, der zuvor Co-Trainer von Laurent Blanc bei Bordeaux, Paris Saint-Germain und bei der französischen Nationalelf gewesen ist, in der vergangenen Woche. "Ich werde alles dafür tun, dass er hier bleibt. Es ist noch nichts entschieden", ergänzte er.

"Es fehlen ihm noch ein paar Dinge in seinem Spiel. Aber er ist sehr mutig und ein harter Arbeiter. Wenn ich ihm einen Rat geben sollte, wäre das, dass er hier bleiben soll. Hier kann er glänzen", meinte Gasset.

Der Verein, der schon aus dem Rohdiamanten Pierre-Emerick Aubameyang ein geschliffenes Endprodukt gemacht hat, hofft darauf, dass das auch bei Bamba gelingt. Denn aus dem wird langsam der Spieler, auf den alle Verantwortlichen schon seit Jahren gehofft haben.

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