Ligue-1-Talent James Lea Siliki: Eine Mischung aus Matuidi und Kondogbia

Getty
Der 21-jährige Mittelfeldspieler aus Rennes hat in dieser Saison den Durchbruch geschafft und hat schon den Traum-Transfer zu Man United im Blick.

James Lea Siliki hat aus seinem großen Traum bislang kein Geheimnis gemacht: Er will für Manchester United spielen.

Bislang muss sich der ambitionierte 21-jährige Mittelfeldspieler mit einem etwas kleineren Klub zufriedengeben: Er läuft für Stade Rennes auf, in der Stadt, die 350 Kilometer westlich von seinem Geburtsort Paris liegt.

Sein Weg zum Stammspieler in der Ligue 1 war kein gerader. Der Franzose mit Wurzeln im Kamerun begann seine Karriere in der Jugendabteilung von PSG und kam dann über Guingamp zu Rennes, wo er nun seinen Durchbruch schaffte.

Nach seinem Debüt in der vergangenen Saison ist er dort unter Trainer Sabri Lamouchi immer wichtiger geworden. Der Klub aus der Bretagne spielt nach einem schwachen Saisonstart sogar noch um einen Europa-League-Platz mit.

Lea Siliki ist dabei immer jemand gewesen, der die langfristige Planung bevorzugt hat.

James Lea Siliki Rennes Ligue 1

"Nachdem ich Pro und Contra abgewogen hatte, wusste ich, dass der Wechsel hierher richtig ist. Besonders, wenn es um die Rahmenbedingungen geht", sagte er 2016, als sich Ousmane Dembele gerade in der ersten Mannschaft durchsetzte.

"Wahrscheinlich wäre ich in Guingamp schneller nach oben gekommen, aber mehr Konkurrenzkampf ist auch nicht schlecht. Ich brauchte diese neue Herausforderung, auch wenn ich erst in Guingamp zum Mann geworden bin", erklärte er.

Sein erster Einsatz in der ersten Liga war ausgerechnet ein Spiel gegen seinen Ex-Klub – und das dauerte für ihn nur 45 Minuten. Aber seitdem hat der Mittelfeldspieler, der gerne schnelle Steilpässe spielt, seinen Status deutlich verbessert.

Seitdem er bei Lamouchi auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld auflaufen darf, zeigt er dort starke Leistungen. Zuvor war er auch auf dem Flügel zum Einsatz gekommen.

"In der Zentrale ist er ein sehr guter Spieler, der das Team besser macht", sagte Laurent Huard, Ex-Trainer der Rennes-Reserve, Goal.

"Er ist eine Mischung aus Blaise Matuidi und Geoffrey Kondogbia. Er ist vielleicht bei den Balleroberungen nicht so gut wie Matuidi und nicht so stark wie Kondogbia, aber er hat ein Extra: Er kann Tore machen", ergänzte er.

Lea Siliki hat bislang 29 Liga-Spiele in dieser Saison absolviert, davon 16 von Beginn an. Zwei Tore hat er dabei erzielt: Das erste war ein harter Schuss aus der Distanz gegen Lille – der Siegtreffer in der Schlussphase. Das zweite Tor machte er beim überraschenden 2:0 gegen Lyon, was vielleicht Rennes bestes Spiel der Saison war. Damals versenkte er die Kugel nach einem starken Sprint in den Strafraum.

Seine wahrscheinlich bislang beste Leistung hatte er sich jedoch für das vergangene Wochenende aufgespart, als es für Rennes ins Derby gegen Nantes ging. Lea Siliki war am späten Ausgleich beteiligt, denn sein Schuss wurde noch von Abwehrspieler Nicolas Pallois ins eigene Netz abgefälscht. Der Nantes-Spieler bekam ein Eigentor dafür zugeschrieben, aber eigentlich hätte der Mittelfeldspieler den Treffer verdient gehabt.

James Lea Siliki Marco Verratti Rennes PSG 16122017

"Das war ein toller Moment", sagte er nach dem Spiel, das er wegen der vielen Duelle völlig abgekämpft beendet hatte. "Ich hatte das Glück, dass ich das Tor dort gemacht habe, wo die Rennes-Fans waren – und auch meine ganze Familie. Mein Bruder und meine Cousins sind extra aus Paris gekommen", erzählte er.

Lea Siliki liebt den Fußball und analysiert alle Kleinigkeiten seiner Auftritte. Außerdem studiert er seine Mitspieler und Gegner genau.

"Seitdem ist klein war, habe ich davon geträumt, große Spiele zu machen und Profi zu werden. Davon war ich besessen", sagte er Ouest France.

"Ich träume von Manchester United, dem Stadion, dem Trikot. Ich bin während der Sir-Alex-Ferguson-Zeit groß geworden. Damals liefen die Spiele an Boxing Day auf Canal+, United siegte meist in der 95. Minute. Ich bin mit Dwight Yorke und Andy Cole, die zusammen im Sturmzentrum spielten, groß geworden. Mit Mikael Silvestre, Louis Saha, Wayne Rooney, Cristiano Ronaldo und Ryan Giggs, der für immer ein Held bleiben wird", sagte er.

"Ich schaue mir gerne Videos von erfahrenen Spielern an und analysiere, was sich taktisch gesehen gut machen, wie sie körperlich spielen, ihre Bewegungen, ihre Anstrengungen. Kevin De Bruyne, zum Beispiel, ist ein kompletter Spieler", sagte Lea Siliki.

Der Aufstieg an die Spitze hat für ihn vielleicht erst begonnen, aber wenn er sich weiter verbessert, könnte seine Reise ihn wirklich einmal eines Tages ins Old Trafford führen.

Schließen