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Leipzigs Mintzlaff: Tradition ist Rinderbraten an Weihnachten

10:49 MESZ 11.05.17
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Leipzigs Vorstandschef Mintzlaff spricht über die angeblich fehlende Tradition beim Aufsteiger und worauf es im nächsten Jahr ankommen wird.

RB Leipzig zieht nach nur einem Jahr in der Bundesliga in die Champions League ein. Vorstandschef Oliver Mintzlaff spricht über die Herausforderungen der kommenden Spielzeit und seine Sicht auf die Traditionsdebatte.

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Der Aufsteiger aus Leipzig mischt in der nächsten Saison in der Königsklasse mit - wenig verwunderlich oder doch überraschend? Für viele ist RBL kein üblicher Aufsteiger, für einige ist die CL-Qualifikation daher kein Wunder.

Vorstandschef Oliver Mintzlaff widerspricht im Interview mit der Bild: "Was mich ein Stück weit nervt und stört: Wenn es jetzt heißt, dass unsere Qualifikation für die Champions League absehbar war. Das konnte wirklich keiner vorhersehen!", wehrt sich Mintzlaff. 

"Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga und sicherlich die unerfahrenste, was die Bundesligaspiele betrifft. Viele haben ja vor der Saison gesagt, wir werden Top-Spieler kaufen und 150 oder 200 Millionen Euro ausgeben. Alles Schwachsinn. Wir haben uns klare Leitplanken gesetzt und diese eingehalten!“, so der 41-Jährige weiter.

Mintzlaff echauffiert sich außerdem über die gerade im Zusammenhang mit Leipzig viel diskutierten Themen Tradition und Kritik: "Wir haben was Historisches erreicht. Und Klischees wie Geld, Tradition und Abneigung gehören der Vergangenheit an. Das hat auch der Letzte kapiert, wenn er es denn gedanklich zulässt."

Genervt wegen Traditionsdebatte

Für Mintzlaff gehe der Debatte ohnehin die Luft aus: "Ach, immer diese Diskussion um Traditionen. Die wenigen Kritiker sollten einfach verstehen, dass wir bundesweit deutlich an Akzeptanz gewonnen haben. Auch weil wir als Verein die sportliche Plattform genutzt haben, um unseren Weg zu erklären."

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Der Boss der Sachsen legt mit seiner Definition von Tradition nach: "Und Tradition ist für mich, wenn zu Weihnachten der Rinderbraten auf dem Tisch steht. Und nicht, wenn mir ein Promille der Fußballfans, gern vermummte 18- bis 25-Jährige, die sich nicht benehmen können, etwas über Tradition erzählen wollen. Wir schauen nach vorne mit unserem Klub. Nur das zählt für uns und hat uns vorangebracht. Wir haben eine positive Außendarstellung und Top-Imagewerte. Und unsere Fans honorieren das."

Die RBL-Anhänger schwört Mintzlaff auf eine nicht unkomplizierte kommende Saison ein: "Das wäre völliger Schwachsinn, uns zum Bayern-Jäger zu benennen. Wir müssen zusehen, dass wir die Dreifach-Belastung nächste Saison gut verkraften. Das wird eine große Herausforderung. Es wäre schön, wenn wir erneut eine sorgenfreie Saison abliefern könnten."