Bayern-Debütant Wriedt: "Ich hätte ihn für verrückt erklärt"

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Gegen RB Leipzig spielte Kwasi Okyere Wriedt erstmals für die Profis des FC Bayern. Später sprach er über sein Debüt und eine Wette mit Heynckes.


INTERVIEW

Es war ein besonderer Abend für Kwasi Okyere Wriedt, der "schönste Tag meiner Karriere", wie er selbst sagt: Im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals bei RB Leipzig  feierte der 23-Jährige sein Debüt für die Profis des FC Bayern München .

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Für gewöhnlich kickt der gebürtige Hamburger, der im Sommer vom VfL Osnabrück zum deutschen Rekordmeister gewechselt war, für die zweite Mannschaft der Münchner. Neun Treffer erzielte er in zwölf Partien der Regionalliga Bayern. Nun also durfte Wriedt erstmals auf der ganz großen Bühne ran. Zuvor hatte er nie höher gespielt als in der 3. Liga.

In der Mixed Zone sprach der Newcomer am späten Mittwochabend über seine Premiere. 

Kwasi Okyere, wie haben Sie die Partie miterlebt?

Kwasi Okyere Wriedt: Von draußen betrachtet war es ein hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften hatten Chancen. Die Rote Karte kam uns entgegen, danach hatten wir mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle übers Spiel und am Ende auch gute Chancen.

Eine davon hatten Sie.

Wriedt: Genau, einen Kopfball gegen die Latte. Es ist natürlich schade, dass der Ball nicht reingegangen ist. Wir sind dennoch alle froh, dass wir eine Runde weitergekommen sind.

Sie klingen sehr sachlich, aber für Sie muss es doch etwas Besonderes gewesen sein.

Wriedt: Ja, klar. Mir war die Wichtigkeit des Spiels schon bewusst. Man träumt immer davon, irgendwann mal eingewechselt zu werden. Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass ich irgendwann für den FC Bayern München spielen werde, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich kann es gar nicht fassen. Ich weiß gar nicht, was hier gerade passiert. Ich bin einfach richtig glücklich und stolz, dass der Trainer mir die Minuten gegeben und die Mannschaft mich direkt auf dem Platz unterstützt hat.

Was hat Jupp Heynckes Ihnen vor Ihrer Einwechslung mit auf den Weg gegeben?

Wriedt: Er meinte, dass ich auf der linken Seite spielen, torgefährlich sein und den entscheidenden Treffer machen soll. Dann hat er mit mir eine kleine Wette abgeschlossen, aber ich habe leider nur gegen die Latte geköpft.

Was genau haben Sie gewettet?

Wriedt: Jupp Heynckes hat gewettet, dass ich treffe. Ich hatte eigentlich auch ein gutes Gefühl im Spiel.

Gab es einen Wetteinsatz?

Wriedt: Nein, das hat er eher aus Flachs gesagt, zur Motivation.

*GER ONLY* Wriedt Heynckes FC Bayern RB Leipzig

Was ging während und nach Ihrer Einwechslung in Ihrem Kopf vor? 

Wriedt: Es war ziemlich laut, die Stimmung war fantastisch in Leipzig. Da habe ich dann schon eine Minute gebraucht, um zu fassen, mit was für Leuten ich da eigentlich auf dem Platz stehe. Nach den ersten Ballkontakten ging es dann eigentlich und ich habe versucht, meine Aufgabe so gut wie möglich zu erledigen.

Wie sieht Ihre mittelfristige Perspektive aus? In der Offensive fehlen aktuell einige Spieler verletzt.

Wriedt: Ich versuche, mich in jedem Training anzubieten. Für mich ist jedes Training etwas Besonderes. Ich weiß jede Einheit zu schätzen, und versuche einfach, Gas zu geben und zu lernen. Wenn ich am Ende mit Einsätzen belohnt werde, dann freue ich mich und versuche, der Mannschaft zu helfen.

Porträt: Das ist Bayerns Kwasi Okyere Wriedt

War es der schönste Tag Ihrer bisherigen Karriere?

Wriedt: Auf jeden Fall. Diesen Erfolg, dieses Erlebnis kann mir jetzt keiner mehr nehmen. Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt gleich schlafen soll. Ich glaube, meine Augen werden die ganze Zeit geöffnet sein. Ich werde alles nochmal Revue passieren lassen und genießen.

Was machen Sie mit Ihrem Trikot?

Wriedt: Das schenke ich meiner Mutter, weil sie mich von Tag eins immer unterstützt hat. Sie ist eine wichtige Person in meinem Leben, wenn nicht sogar die wichtigste. Ich hatte ihr schon versprochen, dass ich ihr das Trikot zukommen lassen, falls ich mal meinen ersten Einsatz haben sollte.

Kommt Ihre Mutter demnächst nach München, um ein Spiel von Ihnen zu sehen?

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Wriedt: Sie kommt tatsächlich in ein, zwei Wochen mit meiner Tante vorbei und besucht mich das erste Mal in München. Dann schaut sie sich vielleicht ein Spiel von mir an, wenn ich im Kader stehe. Mal gucken.

Hat der Trainer in den vergangenen zwei Wochen öfter mit Ihnen gesprochen, um Sie heranzuführen?

Wriedt: Er hat mir schon Tipps gegeben und viel mit mir geredet. Die Co-Trainer genauso, Herr Gerland und Herr Hermann. Die Mannschaft hat mich ebenfalls unterstützt, um es mir so einfach wie möglich zu machen.

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