Kommentar: Goretzka-Abgang muss für Schalke kein Weltuntergang sein

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Imago / Getty / Goal
Auf Schalke ist man enttäuscht über den Wechsel von Leon Goretzka zum FC Bayern. Trotzdem ist an der Entscheidung nicht alles schlecht. Ein Kommentar.


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Eigentlich wusste jeder Fußballfan schon seit Wochen, dass dieser Tag kommen wird. Am Freitagmittag herrschte dann tatsächlich Gewissheit: Leon Goretzka wird den FC Schalke 04 zum Saisonende verlassen und sich Bayern München anschließen. Nach Manuel Neuer im Jahr 2011 muss der Ruhrpottklub damit zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre einen Schlüsselspieler nach München ziehen lassen.

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Sportlich ist dieser Abgang eine Katastrophe, denn Goretzka gehört mit seinen 22 Jahren schon jetzt zu den prägenden Figuren der Bundesliga. Bedenkt man, dass ein solcher Spieler in Zeiten von Multi-Millionen-Transfers sogar ablösefrei den Verein wechselt, tut der Abgang mit Sicherheit doppelt weh. Doch obwohl es im Gelsenkirchener Dauerregen am Freitagmittag den Anschein macht: Der Abgang ist für Schalke nicht gleichbedeutend mit dem Weltuntergang.

Heidel unternahm alles für Goretzka-Verbleib auf Schalke

Auch wenn die Enttäuschung im Ruhrpott aktuell riesengroß ist, hat nun immerhin das Theater um Goretzkas Zukunft ein Ende. Seit Wochen war jeder, der mit S04 zu tun hat, nur noch genervt von den Spekulationen um den Nationalspieler – egal ob Fans, Mannschaft oder Management. Statt sich den Kopf über diese eine Personalie zu zerbrechen, kann der Fokus Anfang der Rückrunde nun wieder komplett aufs Sportliche gerichtet werden.

GFX Quote Christian Heidel

Auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe könnte aus S04-Sicht deutlich schlechter sein. Anstatt bis weit in den Sommer zu pokern und sich alle Optionen offen zu halten, hat Goretzka sich im Januar nun relativ früh festgelegt, wie es mit seiner Karriere weitergeht.

Dass er sich schließlich gegen einen Verbleib im Ruhrgebiet entschieden hat, wird in den kommenden Wochen zwar mit Sicherheit nicht für Goretzka-Sprechchöre auf den Tribünen sorgen, doch es gibt Sportvorstand Christian Heidel ausreichend Zeit, an einem Nachfolger für den zentralen Mittelfeldspieler zu arbeiten. "Wir werden als Ersatz keinen Leon Goretzka verpflichten können, sonst wäre er ja hier geblieben", machte Heidel deutlich: "Aber wir werden das kompensieren, haben die Rückrunde Zeit, um uns Lösungen zu überlegen."

"Ich glaube, dass Schalke 04 alles, was machbar war, getan hat um Leon davon zu überzeugen, zu bleiben. Es scheint, im Endeffekt nicht ausgereicht zu haben", gab der enttäuschte Sportvorstand zu und deutete damit an, dass der Klub für Goretzka sogar bereit war, bis weit über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen und damit in Kauf zu nehmen, das eigene Gehaltsgefüge zu sprengen.

Goretzka wäre aus Schalke unangefochtener Top-Verdiener geworden

Bedenkt man, dass mit Nabil Bentaleb, Franco Di Santo und Yevhen Konoplyanka die aktuellen Top-Verdiener allesamt rund fünf Millionen Euro jährlich kassieren, wären die diskutierten zehn Millionen Euro Jahresgehalt für Goretzka ein echter Brocken und innerhalb der Mannschaft nur schwer zu vermitteln gewesen.

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Unabhängig von der finanziellen Situation hat Königsblau in der starken Hinrunde unter Domenico Tedesco auch sportlich bewiesen, dass die Mannschaft ohne Goretzka Spiele gewinnen kann. In neun Pflichtspielen ohne den gebürtigen Bochumer verlor S04 nur einmal und holte gleichzeitig fünf Siege.

Natürlich ist der Abgang nicht komplett kleinzureden und es wäre fatal, zu denken, dass man einen Mann wie Goretzka nicht brauchte. Genau so wenig kann man ihn mit den Mitteln auf Schalke adäquat ersetzen – trotzdem ist wegen dieser einen Personalie plötzlich nicht alles schlecht und auch der Regen in Gelsenkirchen wird schon bald aufhören.

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