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Joachim Löw

Kohler: "Absolut legitim, dass er das System ändert"

14:04 MESZ 05.07.16
Jürgen Kohler 09232013
Die Debatte um die Aufstellung von Löw im EM-Viertelfinale gegen Italien sorgt weiter für Zündstoff. Nun meldeten sich auch Kohler und Nowotny in der Systemdiskussion zu Wort.

Der ehemalige Weltmeister Jürgen Kohler und Ex-Nationalspieler Jens Nowotny sind Bundestrainer Joachim Löw in der Taktik-Diskussion nach dem EM-Viertelfinale gegen Italien (6:5 i.E.) zur Seite gesprungen. "Für den Sportler ist es wichtig, dass man seine Ziele erreicht. Das hat Löw gemacht. Da ist es absolut legitim, dass er das System ändert", sagte Kohler bei kicker.tv – Der Talk am Montagabend.

Löw hatte im Spiel gegen den "Angstgegner" auf eine Dreierkette in der Abwehr gesetzt und war dafür von seinem zuvor erfolgreich praktizierten System abgewichen. Dies hatte unter anderem ARD-Experte Mehmet Scholl kritisiert. Kohler (50) und Nowotny (42) fassten dessen Äußerungen negativ auf.

"Diskussionen über System völlig überzogen"

"Kritik muss man äußern dürfen - da bin ich voll dabei. Man muss aber immer den Respekt wahren. Man hat das Gefühl, wir Experten können uns nicht mehr freuen. Wir suchen immer nach Kritikpunkten", sagte Nowotny, und Kohler führte aus: "Wenn wir am Sonntag den Pokal hochhalten, fragt niemand mehr danach, ob das gegen Italien gut oder nicht gut war. Ich fand die Diskussionen über das System völlig überzogen."

Mit Blick auf das Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich am Donnerstag (21.00 Uhr im LIVE-TICKER) wünscht sich Kohler eine Leistungssteigerung des DFB-Teams. "Ich glaube, dass wir uns steigern müssen. Die Leistung gegen Italien reicht nicht gegen die Franzosen", sagte er und stärkte zudem dem bei der EM bislang glücklosen Thomas Müller den Rücken: "Er spielt immer am oberen Limit, dass der Junge mal durchschnaufen muss und eine schwächere Phase hat, ist menschlich. Ich glaube, dass Thomas Müller das entscheidende Tor machen wird."