Jürgen Klopp festigt seinen Ruf als Guardiola-Angstgegner

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Erst bei Dortmund, jetzt bei Liverpool: Jürgen Klopp kommt gegen die Teams von Pep Guardiola meist hervorragend zurecht.

Im Laufe der letzten Jahre haben immer mehr Statistiken im Fußball Einzug gehalten: Ballaktionen, Einwürfe, Beinschüsse – alles wird inzwischen gezählt und für die Ewigkeit gespeichert. "Was zählt, ist auf dem Platz", halten die Kritiker dagegen und das stimmt natürlich. Auch beim Viertelfinal-Kracher der Champions League zwischen dem FC Liverpool und Manchester City .

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Und doch gibt es eine Bilanz, die schon vor dem Anpfiff des souveränen und begeisternden 3:0 (3:0)-Hinspielsieges der Reds hervorgekramt und ständig genannt wurde: Sechs Niederlagen hatte City-Coach Pep Guardiola gegen seinen Liverpool-Kollegen schon in seiner Trainerkarriere kassiert und nur fünf Siege gegen den Deutschen mit seinen Teams gefeiert.

Klopp: "So sollte Fußball aussehen"

Eine negative Bilanz für den katalanischen Startrainer – und diese wurde an der Anfield Road noch bitterer für ihn. Guardiola hat nun nur eines der letzten sechs Duelle gegen Klopp für sich entschieden. "Das ist ein Ergebnis, das wir nicht erwartet hatten", sagte hinterher aber nicht Guardiola, sondern Klopp. "Die erste Hälfte war brillant, so sollte Fußball aussehen", fügte er zufrieden hinzu, auch wenn er auf das noch auszutragende Rückspiel verwies.

Irgendwie weiß Klopp, was er gegen eine Guardiola-Truppe mit seiner Mannschaft machen soll. Am Mittwoch wendete er das Erfolgsrezept aus guten alten Dortmunder Tagen an, denn er ließ seine Reds in der ersten Hälfte einen Vollgasfußball spielen, der auch die Südtribüne beim BVB begeisterte hätte.

Liverpool zog jeden Sprint bis zum Ende durch, ging ohne zu zögern in jeden sich bietenden Zweikampf und probierte es mit Abschlüssen bei jeder Gelegenheit. 16 Punkte Vorsprung auf alle Konkurrenten für City in der Liga? Von der überragenden Mannschaft der aktuellen Premier-League-Saison war an der Anfield Road vor dem Seitenwechsel gar nichts zu sehen.

Klopp betankte Spieler wie die auf der großen internationalen Bühne eher unerfahrenen Außenverteidiger Trent Alexander-Arnold und Andrew Robertson mit derart viel Selbstbewusstsein, dass sie in einer energiegeladenen Liverpool-Mannschaft im Duell mit dem Favoriten aus Manchester nicht negativ, sondern sogar positiv auffielen.

"Was zählt, ist auf dem Platz" – und das, was dort zur Pause gezählt wurde, waren zwar etwas mehr Ballbesitz und mehr Ecken für Manchester, aber das Einzige, was wirklich zählte, war das verdiente 3:0 für Liverpool.

Liverpool konzentriert sich auf die Defensive

Schon vor Beginn der zweiten Hälfte war eigentlich klar, dass Liverpool einen Gang runterschalten musste. Das Tempo des ersten Durchgangs war nicht zu halten – und außerdem ging es für die Reds auch darum, die Ausgangslage vor dem Rückspiel in der kommenden Woche nicht durch unnötiges Risiko und ein noch unnötigeres Gegentor zu verschlechtern. Heraus kam eine zurückhaltende Vorstellung von Liverpool gegen ein City, das sich mit viel Ballbesitz, aber ohne zündende Ideen bemühte. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Top-Stürmer Mohamed Salah kam nicht mehr viel von den Gastgebern in der Offensive; auf eine kompakte Defensive, die das Guardiola-Team verzweifeln ließ, konnte Jürgen Klopp aber immer noch bauen.

8:1 lautete die Torschussbilanz für City in der zweiten Hälfte, doch kein einziger Versuch der Gäste ging auf den Kasten von Reds-Keeper Lorius Karius. Von der Dynamik, der Wucht, der Überzeugung Liverpools war Manchester City an diesem Abend weit entfernt.

Die erste Hälfte des Hinspiels ging also ganz klar an Liverpool – und damit nun auch das gesamte erste Aufeinandertreffen, wenn man das Ergebnis betrachtet. "Was zählt, ist auf dem Platz", doch der entscheidende Platz wird der in Citys Etihad Stadium sein. Und dort besserte Pep Guardiola zuletzt in der Liga mit einem 5:0 seine Bilanz gegen Jürgen Klopp immerhin ein wenig auf. Ein Ergebnis, das City im Rückspiel hervorragend gefallen würde.

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