Jonas Hector vom 1. FC Köln: Kommt der Anruf von Jogi Löw?

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In der Nationalelf drückt nach dem Abschied von Philipp Lahm auf den Außenverteidiger-Positionen der Schuh. Hat Jonas Hector vom 1. FC Köln Chancen auf einen Platz beim DFB?

Köln. Deutschland sucht den Super-Verteidiger - klingt ein bisschen wie eine Casting-Show bei RTL, das stimmt. Doch dahinter steckt etwas ganz anderes: Seit dem Rücktritt von Philipp Lahm aus der deutschen Nationalmannschaft sucht Joachim Löw nach einem Spieler, der in die Fußstapfen des Weltmeisters treten könnte. Jonas Hector vom 1. FC Köln wartet zwar noch auf eine Einladung des Bundestrainers, doch der Kölner könnte durchaus Chancen haben, zumindest einmal Nationalelf-Luft schnuppern zu dürfen.

Schon mal etwas vom SV Auersmacher gehört? Nein? Nun ja, kein Wunder. Der größte sportliche Triumph des Saarland-Ligisten liegt auch schon knapp 40 Jahre zurück. Ende der 1970er Jahre schafften es die Auersmacher mal in die erste Runde des DFB-Pokals, hier schied man erst im Elfmeterschießen gegen den TSV Battenberg aus. Exakt aus dieser fußballerischen Provinz stammt Jonas Hector. Der heute 24-Jährige wechselte 2010 aus dem Saarland in die U21-Mannschaft des 1. FC Köln. Zwei Jahre später feierte er sein Profidebüt in der Mannschaft von Holger Stanislawski. In der vergangenen Aufstiegssaison der Kölner war Hector absoluter Leistungsträger und eine wichtige Säule in der stabilen Kölner Vierer-Abwehrkette. Und heute? Heute ist Jonas Hector einer der leistungsstärksten Linksverteidiger der Bundesliga.

Lauf- und zweikampfstark, passicher und nach vorn orientiert

Ein paar Fakten gefällig? Hector hat alle sieben Partien der laufenden Saison durchgespielt und lief dabei 77,11 Kilometer. Besonders beeindruckend ist seine Zweikampfbilanz. Gleich 71 Prozent seiner Zweikämpfe konnte Hector für sich entscheiden. Zum Vergleich: Philipp Lahm gewann "nur" 48 Prozent seiner Zweikämpfe. Und auch die beiden im Länderspiel gegen Polen eingesetzten Außenverteidiger Erik Durm (52 Prozent) und Antonio Rüdiger (65 Prozent) können in dieser Bilanz nicht mit dem Kölner mithalten. Ähnlich sieht es beim Wert "angekommene Pässe" aus. Hier kann Jonas Hector mit 77 Prozent das Duell mit Erik Durm (67 Prozent) klar für sich entscheiden (Rüdiger: 81 Prozent). Hinzu kommen die aussichtsreichen Vorstöße des Kölners in die Offensive, die auch schon mit einem Treffer belohnt wurden. Am siebten Spieltag erzielte Hector gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Bundesliga-Tor. Spätestens seit diesem Tag dürfte sich der gebürtige Saarländer auch in das Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw gespielt haben.

Dass im EM-Qualispiel gegen Polen ausgerechnet die beiden Außenverteidiger Eric Durm und Antonio Rüdiger keine besonders glückliche Figur machten, könnte nun in die Karten des Kölners spielen. Zudem hatte Löw in der Vergangenheit bereits angekündigt, mehrere Spieler auf den Außenbahnen testen zu wollen. Neben Sebastian Rudy, der mittlerweile schon eine Art Stammgast in der Nationalelf ist, könnte es in naher Zukunft auch Jonas Hector treffen. Für Kölns Manager Jörg Schmadtke wäre das keine Überraschung: "Ich bin kein Marktschreier, aber Jonas hat schon in der vergangenen Saison sehr konstant gespielt. Ich sehe aktuell nicht viele Linksverteidiger, die so konstant spielen. Es wird immer schwieriger, gute Außenverteidiger zu finden. Wir haben einen", sagte Schmadtke der Sport Bild. Der Spieler sei unaufgeregt, konzentriert und offensivstark. Er bringe alles mit, was ein guter Außenverteidiger können müsse, so Schmadtke weiter. FC-Trainer Peter Stöger mutmaßte im Audi-Star-Talk bereits im Mai, dass es Hector einmal schaffen könnte. 

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Jonas Hector: "Es ist ein Traum"

Dabei mag Jonas Hector selbst noch gar nicht von der Nationalelf reden. Angesprochen auf seine Ambitionen, gab sich der Außenverteidiger bescheiden: "Wenn mir vor fünf Jahren einer gesagt hätte, dass ich mal als Stammspieler im Profifußball landen würde, hätte ich ihn für bekloppt erklärt", erklärte Hector gegenüber der Kölnischen Rundschau." Und zur Nationalelf? "Natürlich ist das ein Traum. Aber da entscheide nicht ich. Es ist das Höchste der Gefühle. Aber ein konkretes Ziel ist das nicht. Ich möchte mit Köln in der Bundesliga spielen. Dann schauen wir einfach mal, was kommt", ergänzt er.

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