Joachim Löw zu Jürgen Klinsmann: "Visionäre werden immer belächelt"

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Deutschlands Fußball erlebt ein selten dagewesenes Hoch. Daran ist auch Bundestrainer Löw beteiligt. Dieser verweist aber auch auf seinen Vorgänger.

Joachim Löw sieht Jürgen Klinsmann als Wegbereiter der deutschen Fußball-Revolution. Der heutige Bundestrainer verteidigt obendrein den Videobeweis.

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"Visionäre werden am Anfang immer belächelt", gab Löw im Gespräch mit dem BZDV an. Er erinnerte sich zurück an den gemeinsamen Start mit Jürgen Klinsmann nach der Europameisterschaft 2004: "Wir haben Maßnahmen ergriffen, die bis dahin in Deutschland unbekannt waren."

Das DFB-Team war unter Rudi Völler in der Vorrunde gescheitert, Klinsmann übernahm. Gemeinsam mit Löw wurden einige Abläufe geändert und somit auch verdiente Spieler ausgetauscht. "Es ist wichtig, Pläne, von denen man überzeugt ist, gegen jegliche Widerstände durchzuziehen", so Löw.

Dieses Motto galt auch für den früheren Assistenten von Klinsmann, nachdem er das Amt des Cheftrainers übernommen hatte: "Gute Führungskräfte zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht beim ersten Gegenwind die Richtung wechseln." Löw führte Deutschland bis zum Sieg bei der Weltmeisterschaft 2014.

Löw verteidigt Videobeweis

Die EM 2008 ordnete er dabei als "ganz wichtige Erfahrung" ein, sei sie doch Anstoß zu neuen Überlegungen gewesen: "Danach sind wir den Dingen noch einmal eingehend auf den Grund gegangen und haben davon zwei Jahre später entscheidend profitiert."

Mit Blick in die Zukunft will Löw wieder neue Methoden ergreifen: "Mir war gleich nach dem Titel klar, dass es gewisser Veränderungen bedarf. Man darf sich nie mit dem Status quo zufrieden geben, sonst wird man schnell überholt." Er erinnerte an die Sieger von 2006 und 2010: Italien sowie Spanien.

Mit Blick auf die Videobeweis-Diskussionen in der Bundesliga mahnte Löw ebenfalls zur Konstanz. "Ich bin grundsätzlich ein Befürworter, weil es gerechter zugeht. Mancher Fehler kann spielentscheidend sein", verteidigte er den Videobeweis. Erste schlechte Erfahrungen sollen nicht davon abhalten, weiter am Konzept zu feilen.

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