Bundestrainer Joachim Löw über Mesut Özil: "Auch menschlich bin ich enttäuscht"

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Bundestrainer Joachim Löw hat die Art und Weise des Rücktritts von Mesut Özil aus dem DFB-Team getroffen. Er sei auch "menschlich enttäuscht".

Deutschland hat nach der blamablen WM in Russland den ersten Schritt zur Rehabilitation gemacht. Die DFB-Elf überzeugte beim 0:0 gegen Weltmeister Frankreich in München über weite Strecken, hätte das Nations-League-Spiel angesichts mehrerer guter Chancen in der zweiten Halbzeit sogar gewinnen können.

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Entsprechend gelöst präsentierten sich Trainer Joachim Löw und Co. nach Schlusspfiff. Den Nationalcoach beschäftigte aber auch der Rücktritt von Mesut Özil noch.

Joachim Löw (Bundestrainer): "Das Spiel stand ja unter besonderen Vorzeichen. Die Art und Weise, wie wir auftreten, war wichtig. Es war wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Und ich glaube, das hat die Mannschaft gut gemacht. Wir hätten gegen den Weltmeister sicher das eine oder andere Tor erzielen können. Wir wussten, dass die Franzosen mit ihren zehn Feldspielern in die eigene Hälfte gehen. Es war wichtig, eine defensive Stabilität herzustellen und uns nicht auskontern zu lassen. Das ist die größte Stärke der Franzosen, und das haben wir heute gut verhindert. Defensiv hat es gestimmt, und das ist ein gutes Fundament. Jeder einzelne Spieler hat heute alles abgerufen und ist an die Grenze gegangen. Es wäre naiv wenn man glaubt, dass mit einem Spiel die WM wettgemacht wird. Das ist ein langer Prozess. Am Ende können wir uns nur beim nächsten Turnier rehabilitieren."

DFB-Team: Joachim Löw über Rücktritt von Mesut Özil

... über den Rücktritt von Mesut Özil: "Natürlich habe ich erwartet, dass er mich anruft, dass er mich persönlich anruft und informiert. Logischerweise bin ich deswegen auch enttäuscht - auch menschlich bin ich enttäuscht. Aber wir sind diesen Weg viele Jahre gemeinsam gegangen. Ich werde wieder die Initiative ergreifen."

Didier Deschamps: (Trainer Frankreich): "Wir hatten nicht viel Zeit für die Vorbereitung. Es gab Phasen, da hätten wir ein Tor erzielen können. Am Ende hat Deutschland Druck gemacht. Da fehlte bei uns ein bisschen die Energie. Es ist gut, auswärts mit einem Unentschieden zu starten."

Toni Kroos: "Es ist ein wenig ärgerlich, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Wir wollten aber erst einmal kompakt stehen, das war nach so einem Negativerlebnis klar. Ich glaube, das ist gut gelungen. Wir haben immer wieder versucht schnell umzuschalten. Das hat ein, zweimal gut funktioniert. Trotzdem war es nur ein erster Schritt."

THOMAS MÜLLER GERMANY LUCAS HERNANDEZ FRANCE NATIONS LEAGUE 06092018

Thomas Müller: "Man hat uns die Situation angemerkt - im positiven wie im negativen Sinne. Wir haben nicht ganz so befreit gespielt wie zu unseren besten Zeiten. Am Ende haben wir noch einmal eine Schlussoffensive gestartet. In der ersten Halbzeit sind wir nicht so viel Risiko gegangen. Wir haben uns dazu entschieden, dass die Null stehen muss. Das erste Zeichen und Signal war positiv. Die Fans haben und super empfangen. Wir haben nicht ganz so überragende Spielzüge drin gehabt, aber man hat gesehen, dass wir zeigen wollten, dass ein Herz ins uns steckt. Ich hoffe, das ist uns gelungen. Wir wollen uns den Kredit, den wir im Sommer verspielt haben, Stück für Stück zurückholen."

Mats Hummels nach DFB-Test gegen Frankreich: "Mein erster Eindruck ist gut"

Mats Hummels: "Mein erster Eindruck ist gut. Der größere Fokus lag auf defensiver Stabilität mit zwei Außenverteidigern, deren Priorität auf der Abwehr lag, ohne die Offensive komplett zu vernachlässigen. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt. Man kann gegen Frankreich kein Feuerwerk erwarten, aber es waren einige Chancen. Wir hatten eine gute Struktur im Spiel."

Joshua Kimmich: "Gerade in der ersten Halbzeit hat man gemerkt, dass wir gewillt waren, defensiv gut zu stehen. Da waren beide Mannschaften nicht bereit, das letzte Risiko zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir es noch einmal versucht, als den Franzosen die Kräfte ausgingen. Das Unentschieden geht in Ordnung. In den letzten 20 Minuten hätten wir aber ein bisschen mehr Risiko gehen können."

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