James Maddison: Die NxGn-Hoffnung von Leicester City und England

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Von Norwich nach Leicester gekommen, hat sich James Maddison schnell in der Premier League eingefunden. Wird er bald ein Thema für die Three Lions?

Riyad Mahrez zu ersetzen, schien für Leicester City eine wahre Mammutaufgabe zu werden. Im Winter konnte der Klub um Trainer Claude Puel den trickreichen Algerier noch halten, doch im Sommer ließ sich Meister Manchester City nicht mehr davon abhalten, Mahrez den Foxes abzuluchsen. Was Leicester blieb, waren 68 Millionen Euro, um einen Nachfolger zu verpflichten.

Rachid Ghezzal. der aus Monaco kam, schien eigentlich dafür vorgesehen zu sein. Ein wendiger, algerischer Nationalspieler mit Wurzeln im französischen Fußball, schnell und kreativ. Doch wie sich herausstellte, hat James Maddison von ebenjener Kreativität noch mehr als Ghezzal. Der Junge, den Leicester zum teuersten englischen Zweitligaspieler aller Zeiten machte, der für knapp 28 Millionen Euro von Norwich City kam.

Vergangene Saison war Maddison mit 14 Toren und acht Assists der Superstar bei Norwich, das eigentlich eine enttäuschende Spielzeit erlebte. 2016 war der Techniker von seinem Heimatklub Coventry City nach Norwich gewechselt.

Zu Beginn der Saison 2016/17 wurde er an den schottischen Erstligisten Aberdeen verliehen - und obwohl er dort überzeugte, sträubte sich der damalige Norwich-Trainer Alex Neil dagegen, Maddison eine Chance in seinem Team zu geben.

James Maddison Goal+

Doch Neil verließ den Klub im März 2017 und wurde zunächst interimsweise von Alan Irvine ersetzt. Der gab Maddison in der Schlussphase der Saison zumindest einige Kurzeinsätze, in denen er sich empfehlen konnte. Der 21-Jährige zahlte das Vertrauen mit einem Tor bei seinem Debüt gegen Preston North End zurück - ein Wink für eine glorreiche Zukunft.

Neu-Trainer Daniel Farke machte dann gleich klar, dass er in Maddison einen seiner Schlüsselspieler sieht. Er setzte den Youngster erst im zentralen Mittelfeld ein, vertraute auf dessen hervorragenden technischen Fertigkeiten, um das Team in der Offensive nach vorne zu bringen und zwischen den gegnerischen Verteidigungslinien zu wirbeln.

Maddison hatte dabei vielleicht auch etwas Glück. Alex Pritchard verletzte sich, weshalb Farke noch stärker auf Maddison setzen musste. Der englische Junioren-Nationalspieler belegte mit einigen Topleistungen, dass Farke damit goldrichtig lag.

James Maddison Leicester

2,8 Schlüsselpässe bracht Maddison vergangene Saison an, kam pro Spiel im Schnitt auf 3,3 erfolgreiche Dribblings und wurde 147-mal gefoult - häufiger als jeder andere Spieler in der Championship. Viele Verteidiger sahen keinen anderen Weg, ihn vom Ball zu trennen, als auf unfaire Mittel zurückzugreifen. Und auch in der Premier League macht Maddison offenbar so weiter: Bisher wurde er in dieser Saison 3,7-mal pro Spiel gefoult.

Nach einer starken Vorstellung gegen Manchester United und einem Treffer gegen Wolverhampton wurde Maddison bereits mit einer Berufung in die englische A-Nationalmannschaft in naher Zukunft in Verbindung gebracht.

Und wenn er sich bei Leicester unter Trainer Claude Puel, der bekannt dafür ist, junge Spieler gut entwickeln zu können, so weiterentwickelt, hat Nationaltrainer Gareth Southgate bald wohl gar keine andere Wahl mehr.

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