Ivan Rakitic im Interview: "Musste sieben Monate kämpfen, bis meine Frau mit mir ausging"

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Ivan Rakitic spricht über seine Wurzeln und das erste Treffen mit seiner Frau. Außerdem: Wie er über Dembele und einen Wechsel zum FC Bayern denkt.


EXKLUSIV

Basel, Schalke, Sevilla, Barcelona: Ivan Rakitic hat eine Bilderbuch-Karriere hingelegt. Der kroatische Vizeweltmeister sieht sich aber noch lange nicht am Ende seiner Schaffenskraft. Er sehnt sich nach weiteren Erfolgen und Spielzeiten auf Top-Niveau - möglicherweise sogar wieder in der Bundesliga.

Goal und  SPOX  und trafen den 30-Jährigen gemeinsam mit  DAZN  bei einem Termin mit seinem Sponsor adidas in Herzogenaurach zum Exklusiv-Interview. Dabei sprach Rakitic neben seinen Plänen für die Gegenwart und Zukunft auch von einem Treffen in einer Hotelbar, das sein berufliches und privates Leben maßgeblich veränderte.

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Herr Rakitic, wie viele Nationalitäten schlummern eigentlich in Ihnen?

Ivan Rakitic:  Das ist schwer zu erklären. In mir steckt definitiv eine schöne Mischung. Meine Eltern sind aus Kroatien, aber in Bosnien aufgewachsen. Ich bin in der Schweiz geboren und habe auch für die Schweizer Jugendnationalmannschaft gespielt. Mit 22 Jahren bin ich nach Spanien gezogen. Meine Frau ist Spanierin und meine beiden Töchter sind dort zur Welt gekommen. Ich fühle eine riesige Verbundenheit zu Sevilla und Andalusien. Mittlerweile lebe ich in Barcelona, in Katalonien. Es gibt mit Sicherheit viele Varianten, um mich zu beschreiben. Ich würde sagen, alle sind richtig.

In welcher Sprache denken und träumen Sie?

Rakitic:  Mit den Jahren hat sich alles geändert. Früher in meiner Jugend auf Deutsch, gemischt mit Kroatisch. Mittlerweile auf Spanisch.

Sie beherrschen aber noch andere Sprachen.

Rakitic:  Ich spreche sehr viel Englisch und verstehe Französisch und Italienisch. Mein Französisch und mein Italienisch sind aber schlechter geworden, weil ich beide Sprachen nicht mehr so häufig gebrauche. Ich hatte wirklich Glück, dass ich in der Schweiz so viele Sprachen gelernt habe.

Ihre Frau Raquel hat Ihr Leben maßgeblich verändert. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste Begegnung?

Rakitic:  Ich habe Raquel gleich an meinem ersten Tag in Sevilla kennengelernt. Sie war Kellnerin in der Bar des Hotels, in dem mich der FC Sevilla untergebracht hat. Am Abend war ich ein bisschen nervös, weil ich am nächsten Tag den Vertrag bei einem Treffen mit dem Präsidenten des FC Sevilla und meinem Bruder unterschreiben musste und plötzlich noch ganz viele Anrufe von anderen Klubs eingingen, die an mir interessiert waren. Also sind mein Bruder und ich in die Bar, um etwas zu trinken und runterzukommen. Als ich Raquel sah, wurde ich noch nervöser (lacht). Aber es war von diesem Moment an einfacher für mich, eine Entscheidung zu treffen. Ich sagte meinem Bruder: "Ich werde hierbleiben, weil ich Sevilla mein Wort gegeben habe - und weil ich diese Kellnerin heiraten werde."

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

🌊⛰❣️🙎🏼‍♂️❣️ @ivanrakitic

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❣️ #vacaciones2018 🌊⚓️🚢❣️ @ivanrakitic

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Ging der zweite Teil Ihres Planes denn problemlos auf?

Rakitic:  (lacht) Nicht sofort. Es war harte Arbeit. Ich musste sieben Monate kämpfen, bis sie mir die Möglichkeit gab, mit ihr auszugehen. Aber seitdem sind wir ein Paar und mittlerweile eine glückliche und unzertrennliche Familie. Wir haben zwei Töchter, auf die wir sehr stolz sind.

Sprechen wir über die aktuelle Saison. Wie bewerten Sie die aktuellen Leistungen von Barca?

Rakitic:  Ich habe gemischte Gefühle. Wir haben richtig gute Spiele dabei, aber dann zwischendurch wieder einen Aussetzer. Man sieht: Alle Mannschaften arbeiten richtig gut, die Liga ist enger zusammengerückt. Es gibt nicht mehr diese einfachen Spiele. Man muss hart arbeiten.

Ivan Rakitic Goal Spox

Liegt der Fokus in diesem Jahr mehr auf der Champions League als auf der spanischen Meisterschaft?

Rakitic:  Wir haben große Lust auf die Champions League. Wir wissen aber auch, dass wir den Meistertitel in Spanien brauchen. Der Klub gewann immer nur dann die Champions League, wenn er auch Meister wurde. Dementsprechend haben wir Bock, in der Liga eine tolle Saison zu spielen. Wir müssen alle Kräfte vereinen, um das zu schaffen.

Ihr Trainer, Ernesto Valverde, ist in Deutschland nicht allzu bekannt. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Rakitic:  Er ist sehr ruhig, ein echter Arbeiter. Er bereitet alle Details Stück für Stück vor, möchte immer, dass seine Mannschaft ihre Bestleistung abruft. Ich vertraue meinem Trainer und weiß, was er von mir will und erwartet. Wir passen sehr gut zusammen und haben eine ähnliche Vision von Fußball. Ich persönlich bin glücklich, dass er mein Trainer ist.

Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus.

Rakitic:  Es wäre der beste Schritt, wenn der Verein sich entscheidet, mit ihm zu verlängern. Er kennt die Mannschaft und weiß auch, was die Mannschaft braucht.

Wie sehr hat sich das Spiel von Barca seit dem Abgang von Andres Iniesta verändert?

Rakitic:  Natürlich ist es anders. Andres ist einzigartig, hat viele Jahre unser Spiel geprägt. Auch als Xavi ging, fragten sich alle, wie es ohne ihn weitergehen soll. Aber es ging dann doch. Genauso wie jetzt ohne Andres. Natürlich wäre es schöner, wenn beide noch hier wären und uns führen würden. Das Wichtigste ist aber, dass sie eine homogene, bereite Mannschaft hinterlassen haben. Wir haben alle extrem viel von ihnen gelernt. Gerade Andres war für mich einer der wichtigsten Kollegen, die ich kennengelernt habe. Auch außerhalb des Platzes ist er ein guter Kumpel für mich. Von daher ist es schade, dass er ging. Aber wir verstehen seinen Schritt nach Japan. Ich denke, dass wir es auch ohne ihn gut hinkriegen. Und ich bin mir sicher, dass Andres unser Spiel genießt.

Ein Mitspieler von Ihnen, der gerade im negativen Sinne für Aufsehen sorgt, ist Ousmane Dembele. Wie gehen Sie mit ihm und seinen Eskapaden um?

Rakitic:  Man versucht, ihm und allen jungen Spielern zu helfen. Es ist nicht einfach, zum größten Verein der Welt zu kommen und den täglichen Druck, der bei so einem Verein herrscht, auszuhalten. Man muss ihm noch Zeit geben. Er hat unglaubliche Qualitäten und ich bin überzeugt davon, dass er den Schritt auch macht. Man muss bei so einem Spieler auch mal ein Auge zudrücken. Für solche Spieler lohnt es sich auch, weil sie eine riesige Karriere vor sich haben.

Sie waren beim FC Basel und sind jetzt beim FC Barcelona. Würde es Sie reizen, eines Tages in die Bundesliga zurückzukehren, um auch für den dritten großen FCB zu spielen?

Rakitic:  Da müssen wir mal Niko anrufen oder vielleicht mal schauen, ob Manu (Neuer) da was machen kann mit Uli Hoeneß (lacht). Die Bundesliga war für mich immer etwas sehr Spezielles. Ich habe sie als kleiner Junge immer verfolgt, später dort drei Jahre lang gespielt. Meine Zeit auf Schalke war besonders. Ob ich noch einmal zurückkehre, wird man sehen. Das muss dann für alle Seiten passen. Aber für mich zählt die Bundesliga nach wie vor zu den absoluten Top-Ligen. Mit Bayern, Dortmund und Schalke sind schließlich auch Top-Mannschaften dabei. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, wird Manu mich bestimmt anrufen (lacht).

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