Henchoz gegen Granit Xhaka als Kapitän der Nati: "Er repräsentiert die Schweiz nicht"

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In der Schweiz ist die Debatte um Doppeladlerjubel und Doppelbürger noch längst nicht abgeklungen. Nun schaltet sich Stephane Henchoz ein.

Der ehemalige Schweizer Nationalspieler Stephane Henchoz hat in der Debatte um die Identifikation von Spielern mit Migrationshintergrund in der Nati Kritik an Granit Xhaka geübt. Der Mittelfeldspieler des FC Arsenal ist einer der Kandidaten auf das Kapitänsamt von Routinier Stephan Lichtsteiner. Für Henchoz ist aber klar: Der Ex-Gladbacher sollte die Binde im Fall eines Lichtsteiner-Rücktritts nicht bekommen.

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Gefragt, was denn gegen Xhaka als Spielführer des WM-Achtelfinalisten spräche, meinte Henchoz im Blick: "Sportlich nicht viel, er ist Stammspieler bei Arsenal. Aber ich glaube, der Captain muss die Schweizer Mannschaft und die Schweiz re­präsentieren. Das tut Xhaka nicht." Es bringe ihn "zur Weißglut", so der ehemalige Abwehrspieler des FC Liverpool, dass Xhaka und andere Spieler die Nationalhymne nicht mitsängen. In jenen Momenten würde er diese "am liebsten ohrfeigen".

Wegen Xhaka und Shaqiri: Doppeladler-Diskussion in der Schweiz

Henchoz, der selbst einige Male als Kapitän der Schweiz auflief, empfände es als schlechtes Signal, sollte Xhaka, dessen Wurzeln in Albanien liegen, neuer Spielführer werden: "Das wäre ein wirkliches Problem für die Nati. Spieler wie Sommer, Lichtsteiner, Schär, welche die traditionelle Schweiz vertreten, könnten sich ausgeschlossen fühlen. Das ginge vermutlich auch vielen Schweizer Fans so, weil sie sich mit diesem Team nicht mehr identifizieren könnten. Die Schweizer Spieler ohne Migrationshintergrund und die Schweizer Fans, sie würden sich an den Rand gedrängt fühlen."

Während der WM hatte es bereits Diskussionen um Xhaka und den ehemaligen Bayern-Profi Xherdan Shaqiri gegeben. Beide hatten nach ihren Treffern im Vorrundenspiel gegen Serbien beim Torjubel einen Doppeladler mit ihren Armen geformt , welcher auf das Wappentier Albaniens anspielt und gleichzeitig eine klare Provokation an Gegner Serbien darstellt.

Henchoz: "Doppeladler hat in der Nati nichts zu suchen"

Henchoz kritisierte, wie die Spitze des Schweizer Verbands im Vorfeld mit der Partie gegen Serbien umging: "Ich hätte die Spieler und den ganzen Staff am Tag vor dem Spiel versammelt, hätte ihnen gesagt: Da kommt etwas Besonderes auf euch zu. Gerade auf diejenigen, die ihre Kindheit in Ex-Jugoslawien verbracht haben, deren Eltern geflüchtet sind. Ich hätte ihnen klar gesagt, dass man sich nicht zu unüberlegten Reaktionen hinreißen lassen darf. Man muss diesen jungen Menschen eintrichtern, dass sie nicht nur Fußballer sind, sondern dass sie auch die Schweiz repräsentieren, selbst wenn sie noch andere Wurzeln haben."

Daher ist für Henchoz auch klar: "Der Doppeladler hatte in diesem Spiel nichts zu suchen! Der Doppeladler hat in der Nati nichts zu suchen."

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