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Heidel: "Bei Bentaleb kommen Genie und Wahnsinn zusammen"

10:00 MESZ 09.04.17
Christian Heidel FC Schalke 17122016
Gute Stimmung bei Königsblau. Nach dem wichtigen Sieg gegen die Wölfe scherzte der Manager unter anderem über den zentralen Mittelfeldspieler.

MIXED-ZONE-INTERVIEW

Durchatmen auf Schalke. Durch den souveränen 4:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg konnte Königsblau die bittere 0:3-Pleite gegen Werder Bremen ein stückweit vergessen machen und darf wieder in Richtung Europa-League schielen. Besonders in der Offensive zeigte Schalke starkes Kombinationsspiel und deklassierte die Abwehr der Wölfe regelrecht.

Die Analyse: Schalke landet Big-Piont gegen Wolfsburg

Die gute Stimmung in der Veltins-Arena übertrug sich auch auf S04-Sportvorstand Christian Heidel. Nach der Partie stellte er sich in der Mixed-Zone den Journalisten und sprach unter anderem über eine Runde Bier in der Kabine, das kommende Spiel in Amsterdam und die offensive Aufstellung mit Nabil Bentaleb auf der Sechserposition.

Herr Heidel, wir haben gesehen, es gab Bier in der Kabine. Haben Sie nach dem souveränen Sieg einen ausgegeben?

Christian Heidel: (lacht) Nein, ich war es nicht. Aber es stimmt, in der Kabine steht eine Kiste Bier. Ich glaube Clemens Tönnies war es. Für die Spieler alkoholfrei und für den Betreuerstab mit Alkohol. Hat sich die Mannschaft verdient.

Ihr Team lag schon früh mit 2:0 in Führung. Kann man da, nach den turbulenten letzten Wochen, auch auf der Bank schnell entspannen?

Heidel: Nein, ich habe immer an das Spiel der Wolfsburger gegen Leverkusen gedacht. Ohnehin bin ich immer der größte Pessimist und habe selbst nach dem 3:0 noch gedacht, dass uns drei Bälle ins Netz fallen. Erst beim 4:0 wurde ich etwas entspannter.

Schalke spielte sehr kontrolliert und ruhig. Haben sie trotzdem Indizien gesehen, warum das Spiel noch kippen könnte?

Heidel: Nein, es gibt sicherlich glanzvollere Siege, doch ein 4:1 gegen Wolfsburg, ohne dabei ernsthaft in Bedrängnis zu geraten, ist absolut in Ordnung. Gegen Ende haben wir ein bisschen das Tempo rausgenommen, was aber absolut okay ist, wenn man bedenkt, dass wir in den nächsten Wochen noch einige Spiele vor der Brust haben.

Durch den Sieg ist Schalke nun wieder in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen. Was muss passieren, damit man sich diese gute Ausgangsposition im nächsten Auswärtsspiel nicht wieder verbaut?

Heidel: Wir müssen in der nächsten Woche in Darmstadt gewinnen – das ist völlig klar. Doch wir glauben nicht, dass man dort mal eben im Vorbeifahren drei Punkte mitnehmen kann. Da es nicht weit weg von Mainz ist, kenne ich das Stadion ganz gut und es herrscht dort immer eine besondere Atmosphäre. Egal auf welchem Platz sie stehen, wir treffen in Darmstadt auf eine Mannschaft, die alles daransetzen wird, die Saison voller Engagement zu Ende zu spielen. Trotzdem müssen wir punkten und gucken danach vielleicht auch mal wieder auf die Tabelle.

Vorher geht es allerdings noch nach Amsterdam. War das Spiel gerade in der Kabine schon Thema?

Heidel: Eigentlich haben die Jungs gerade mehr über die anderen Ergebnisse in der Bundesliga gesprochen. Sobald sie allerdings aus der Kabine raus sind, geht es los und es kommen die Gedanken, was in der Woche noch alles auf uns zukommt.

In der Bundesliga ist es eng wie nie. Was sagt das über die Liga aus?

Heidel: Ich fand es ganz witzig, dass ein Kollege von Sky gesagt hat, Freiburg hätte nun nichts mehr mit dem Abstieg zu tun – die sind fünfter (lacht). Das sagt aus, was derzeit in der Liga los ist. Freiburg hat 41 Punkte und macht sich auch noch Gedanken, ob sie nicht vielleicht noch unten reinrutschen. Es ist eine ganz merkwürdige Saison, da die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gewinnen, wie es wohl noch nie der Fall war. Wir haben jetzt 37 Punkte und ich glaube, dass man mit diesen 37 Punkten dieses Jahr noch absteigen würde. Trotzdem bin ich sehr optimistisch, dass wir die nötigen Zähler holen, um unten nicht mehr reinzurutschen.

Trainer Markus Weinzierl hat mit der Doppel-Sechs aus Leon Goretzka und Nabil Bentaleb sehr offensiv aufgestellt. Wie oft mussten Sie bei Bentaleb auf der Sechs heute nach Luft schnappen?

Heidel: (lacht) Das war mehr in der zweiten Halbzeit. Da kommen Genie und Wahnsinn manchmal zusammen. Doch das sind einfach die besonderen Spieler. Natürlich muss er es nicht im eigenen Strafraum machen, das weiß er selbst, doch manchmal geht der Gaul mit ihm durch. Andererseits hatte er auch zwei Szenen, da hat es geklappt und das ganze Stadion klatscht. Kritisch wird es erst, wenn eine seiner Aktionen nicht funktioniert.

Im Zentrum gab es heute das Dreieck aus Bentaleb, Goretzka und Max Meyer. Wie bewerten Sie die Leistung von Meyer?

Heidel: Sehr gut! Ich glaube, es war das beste Spiel, was er dieses Jahr gemacht hat. Er war an zwei Toren beteiligt und hat die Bälle in die Schnittstellen gespielt, die es gebraucht hat. Das kann er, daran hat er gearbeitet – top Leistung.

Ich nehme an, das erwarten Sie nun häufiger von ihm?

Heidel: Das erwarten wir eigentlich nicht nur von ihm, sondern von allen Spielern. Das hat nichts mit Max Meyer zu tun. Aber natürlich haben Sie Recht, so wie heute stellen wir uns ihn vor.

Eric Maxim Choupo-Moting musste in der zweiten Halbzeit verletzt raus. Besteht Hoffnung, dass er bis zum Spiel in Amsterdam fit wird?

Heidel: Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir warten noch auf ein Ergebnis.

Was erwartet Schalke am Donnerstag in Amsterdam?

Heidel: In erster Linie eine sehr hitzige Atmosphäre. Ich war schon einige Male dort im Stadion und muss sagen, es ist toll – macht Spaß dort. Es ist eine sehr junge, spielstarke, laufstarke Mannschaft, daher wartet auf uns eine richtige Hausnummer. Das wird alles andere als einfach dort. Wir können uns darauf einstellen, dass Ajax unser Tor berennen wird. Wir erwischen sie momentan in ihrer allerbesten Phase. Sie haben Rotterdam geschlagen – das ist alles andere als Laufkundschaft. 

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