Gelson Martins: Das ist der mögliche Nachfolger Arjen Robbens beim FC Bayern München

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Der FC Bayern bereitet sich auf die Nachfolge von Ribery und Robben vor. Eine Rolle soll dabei Sporting-Juwel Gelson Martins spielen.


GELSON MARTINS IM PORTRÄT


Gelson Martins von Sporting Club soll vom FC Bayern München umworben werden. Diese Meldung brachte Mitte Januar die portugiesische Sport-Tageszeitung O Jogo in Umlauf – und es soll sich um weit mehr als eines der üblichen Transfer-Gerüchte handeln. So soll Bayern den Offensivspieler bereits vor Ort in Lissabon beobachtet und zudem erste Verhandlungen begonnen haben.

Verwundern würde das keineswegs. Schließlich ist Martins einer der hochveranlagtesten Spieler Europas. Durch die Tatsache, dass der FC Bayern bisher weder mit Franck Ribery noch mit Arjen Robben den Vertrag verlängert hat, ergibt ein Interesse des FCB durchaus Sinn. Wer also ist der Portugiese, der es dem Rekordmeister angetan haben soll? Wie hoch wäre seine Ablösesumme und was sind seine Stärken und Schwächen?

Gelson Martins: Gleicher Geburtsort wie Nani

Geboren wurde Martins in Praia, der Hauptstadt der Republik Kap Verde. Der 22-Jährige ist nicht der einzige prominente Fußballer der Insel im Atlantischen Ozean. Auch Europameister Nani und Bundesliga-Profi Gelson Fernandes stammen aus Praia. Die enge Verbindung zu Portugal rührt daher, dass das afrikanische Land früher eine portugiesische Kolonie war. Viele Portugiesen haben deshalb hier Wurzeln.

Steckbrief  | Gelson Martins (Sporting)



Gelson Martins Sporting CP

 

Alter: 22 Jahre

Stärken: Tempo, Technik, Kreativität

Schwächen: Konstanz, Kaltschnäuzigkeit

Position: Rechtsaußen

Größter Erfolg: Teilnahme am Confed-Cup


Das sagt sein Trainer: "Von den Jungs, mit denen ich bei Benfica und Sporting gearbeitet habe, ist er der talentierteste."

In seiner Kindheit siedelten Martins Eltern in die portugiesische Hauptstadt um und der hochtalentierte Junge wurde sowohl von Benfica als auch von Sporting umworben. Die Folge: In seiner Jugend spielte er für beide, letztlich bemühte sich Sporting aber deutlich intensiver um seine Dienste, weshalb er 2014 einen Fünfjahresvertrag bei den Löwen unterschrieb.

Martins auf Figos Spuren?

Schnell avancierte er zu einem der Top-Talente des Vereins – und zu einem, der der Nächste in einer mehr als prominenten Reihe von Sporting-Talenten werden sollte: Schließlich trugen das grün-weiße Trikot des Hauptstadt-Klubs auch schon spätere Stars wie Nani, Joao Moutinho, Eric Dier, Hugo Viana und allen voran Luis Figo und Cristiano Ronaldo. Der schnelle, trickreiche Mann, der zudem torgefährlicher ist als etwa Renato Sanches, hatte das Potenzial, es weit zu bringen. Da waren sich alle einig.

Auch deshalb wurde sein Vertrag im Februar letzten Jahres bis 2022 verlängert. Sein Gehalt wurde von lächerlichen 125.000 Euro auf rund 700.000 Euro im Jahr angehoben. Zudem wurde, mit Blick auf das Erfolgsmodell des FC Porto, eine satte Ausstiegsklausel von 60 Millionen Euro in Martins' neuem Vertrag verankert.

Was damals eine Mega-Summe war, ist heute keinesfalls mehr irrwitzig. Auch der FC Bayern werde in Zukunft Transfers um die 50 Millionen tätigen, betonte Uli Hoeneß zuletzt mehrfach. Martins selbst sagt zwar, er sei glücklich bei Sporting, habe Vertrag. Viel wert ist das freilich nicht.

Martins 'Man of the Match' gegen Real Madrid

Was also kann man überhaupt vom 15-fachen portugiesischen Nationalspieler erwarten? Er ist schnell, trickreich, kreativ. Ein Show-Spieler ist er aber keineswegs. Im Gegenteil: Martins hat immer den Blick für den Nebenmann, schlägt mittlerweile gute Flanken. Neun Assists in der laufenden Saison beweisen das bestens.

Deutlich zugelegt hat er auch in Sachen Torgefahr. Neun Treffer hat er in dieser Spielzeit bereits auf dem Konto. In der vergangenen kam er auf sieben Tore und 14 Vorlagen. Man merkt seinem Spiel ebenfalls an, dass er zu Beginn seiner Karriere als Rechtsverteidiger auflief, weil im Kader Benficas und dann auch bei Sporting bereits so viele starke Flügelangreifer standen.

MARC BARTRA BORUSSIA DORTMUND GELSON MARTINS SPORTING UEFA CHAMPIONS LEAGUE 02112016

Trotz seiner erst 22 Jahre verfügt er bereits über reichlich Erfahrung auf der großen Bühne. In der vergangenen Saison stand er bei jedem von Sportings Champions-League-Spielen auf dem Platz, überzeugte dabei etwa gegen Real Madrid, als er Sergio Ramos mit einem tollen Trick stehen ließ und Marcelo große Probleme bereitete. Als Lohn wurde er zum Spieler des Spiels gekürt. Zum Einsatz kam er zudem auch beim Confed Cup 2017, bei dem Portugal den dritten Platz belegte.

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Auffällig ist auch seine Bescheidenheit. Auf Instagram postet er fast ausschließlich Bilder von sich auf dem Fußballplatz, er betont in seinen wenigen Interviews stets, wie wichtig ihm seine Familie und seine Herkunft sei. So konnte er sich schnell entwickeln, ließ sich nicht ablenken. "Gelson ist kein Versprechen mehr, er ist eine Bestätigung", schwärmt auch sein Trainer Jorge Jesus. Und weiter: "Von den Jungs, mit denen ich bei Benfica und Sporting gearbeitet habe, ist er der talentierteste." Und selbstredend bleibt dieses Talent nicht unbemerkt.

Macht der FC Bayern Ernst bei Gelson Martins?

Die Liste der Klubs, die ihn schon beobachtet haben sollen, ist lang: Real Madrid, der FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal und der FC Bayern sollen allesamt darunter sein. Nun macht der deutsche Rekordmeister laut der renommierten portugiesischen Zeitung O Jogo Ernst. So soll Martins vom FC Bayern bereits beobachtet worden sein. Nun sollen ersten Gespräche begonnen haben.

Die Ablöse wird 60 Millionen Euro betragen, wenn Sporting nicht davon abrückt. Somit wäre er mit Abstand der teuerste Neuzugang der Klubhistorie. Qualität kostet aber eben auch ihren Preis. Denn wie sagte Sporting-Präsident Domingos Stanislau noch gleich? "Gelson Martins wird der nächste Cristiano Ronaldo." Freilich sind derlei Huldigungen irrwitzig. Was man bei Sporting von seinem Juwel hält, zeigt sie aber sehr wohl. 

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