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Früchtl, Tillman, Dorsch & Co: Fünf Top-Talente des FC Bayern

14:00 MESZ 28.03.17
*GER ONLY* Thiago Niklas Dorsch Fabian Benko FC Bayern München
Seit 2010 schaffte beim deutschen Rekordmeister kein Spieler mehr den Sprung zu den Profis. Das soll sich ändern. Goal stellt fünf FCB-Talente vor.

Seit Jahren ist David Alaba beim FC Bayern auf der linken Abwehrseite gesetzt. Gleichzeitig ist er jener Spieler, der zuletzt den Sprung zu den Profis erfolgreich gemeistert hat. 2010 war das, als der junge Österreicher aus der zweiten Mannschaft in die erste aufrückte. Etabliert hat er sich allerdings erst über Umwege. 

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Anfangs nämlich kam Alaba nicht vorbei an Danijel Pranjic, Diego Contento und Edson Braafheid. Nach nur neun Einsätzen für den deutschen Rekordmeister wechselte er im Januar 2011 für die Rückrunde leihweise zur TSG Hoffenheim, erst danach setzte er sich auch an der Säbener Straße durch. 

Dass selbst der nachgewiesen hoch veranlagte Österreicher trotz einer nominell übersichtlichen Konkurrenzsituation erst über einen Schlenker seinen Weg in die FCB-Startelf fand, ist nur ein weiteres Indiz, wie schwierig es ist, sich beim Branchenprimus festzuspielen. Dass es seither niemandem mehr gelungen ist, untermauert die große Hürde. 

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Insbesondere Uli Hoeneß reibt sich an der verzwickten Situation. Der Präsident hat sich unter anderem auf die Fahne geschrieben, die Durchlässigkeit von der Jugend zu den Profis wieder zu erhöhen. Dass es gehen kann, haben neben Alaba schon Thomas Müller, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Holger Badstuber bewiesen. Oder auch Mats Hummels, Emre Can, Zvjezdan Misimovic und Thomas Hitzelsperger, die sich bei anderen Klubs auf höchstem Niveau etabliert haben. 

"Wir bekommen jetzt mit dem Nachwuchsleistungszen­trum nochmal ein wichtiges Element. Das wird ein neues Kapitel des FC Bayern, dass wir wieder versuchen werden, die Transfers zu reduzieren, indem wir eigene Spieler entwickeln. Und das sieht im Moment gar nicht so schlecht aus", sagte Hoeneß neulich gegenüber der tz . Doch welche Spiele könnten kurzfristig den Sprung ins Team von Trainer Carlo Ancelotti schaffen? Goal stellt fünf mögliche Kandidaten vor.


MARCO FRIEDL


Mitte des Monats tauchte sein Name verstärkt in den deutschen Medien auf. Wie sein guter Kumpel Alaba ist Marco Friedl Österreicher, wie Alaba ist er Linksverteidiger, und wie Alaba ist er nun Bayern-Profi. Die Münchner haben Friedl Mitte des Monats mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet, trauen ihm eine erfolgreiche Karriere zu.

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Der 18-Jährige war 2008 aus Österreich in die Nachwuchsabteilung der Münchner gewechselt. Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften genauso wie die Nachwuchsnationalteams seines Heimatlandes. Währenddessen wurde er von Trainer Heiko Herrlich vom Stürmer zum Defensivspieler umfunktioniert. Derzeit spielt er in der A-Jugend-Bundesliga.

"Marco bringt vieles mit, was man als linker Innenverteidiger oder als linker Außenverteidiger haben muss. Er ist physisch stark, schnell und verfügt über eine gute Technik mit beiden Beinen. Zudem hat er den Vorteil, dass er Linksfuß ist, da gibt es nicht so viele", meinte Bayerns U19-Coach Holger Seitz zuletzt gegenüber Goal. Aufgrund seiner fußballerischen und persönlichen Voraussetzungen sehe er "für Marco alle Möglichkeiten. Wenn er so weitermacht wie bisher und natürlich das nötige Quäntchen Glück hat, stehen ihm alle Türen offen". 


CHRISTIAN FRÜCHTL


Wie Friedl war Christian Früchtl im Januar mit den Profis im Traininglager in Katar. Im Gegensatz zu Friedl kannte er sich aber schon aus auf den Anlagen der Aspire Academy in Doha. Denn schon im Winter 2016 - damals noch im zarten Alter von 15 Jahren - durfte Früchtl Arjen Robben, Franck Ribery und Co. in den Wüstenstaat begleiten. Nie zuvor hatten die Münchner einen so jungen Spieler mit ins Trainingslager genommen.

Früchtl: Torhüter wider Willen

"Es ist zwangsläufig ein bisschen verrückt", meinte der damalige Sportvorstand Matthias Sammer seinerzeit und schwärmte: "Seine Voraussetzungen sind der Wahnsinn. In dem Alter schon so ein Körper. Dazu tolle Fähigkeiten und Talent. Er bringt sehr viele Anlagen mit, sein Gesamtpaket ist spannend."

Inzwischen ist Früchtl 17 Jahre alt, er misst bereits 1,93 Meter und bringt damit beste physische Voraussetzungen für einen Torhüter mit. In der laufenden Saison stand er sowohl für die U17 als auch für die U19 im Kasten. 


TIMOTHY TILLMAN


Timothy Tilmann machte Schlagzeilen, als er im Februar vom FC Barcelona umworben wurde. Hoeneß persönlich soll einen Verkauf des Mittelfeldtalents jedoch abgelehnt haben. 

"Es gab das konkrete Angebot von Barca an Timothy. Sie haben ihn über Monate beobachtet und hätten ihn gerne zur neuen Saison geholt. Barcelonas Plan wäre gewesen, ihn sofort bei der ersten Mannschaft mittrainieren zu lassen und ihm über die zweite Mannschaft Spielpraxis zu verschaffen. In zwei bis drei Jahren hätte er fester Bestandteil der Profis werden sollen", verriet Tilmann-Berater Christian Rößner der Sport Bild.

Bayern, ließ er des Weiteren wissen, halte "große Stücke" auf seinen Klienten und traue ihm den Sprung in die erste Mannschaft zu. "Unser Ziel ist es natürlich, dass Timothy möglichst bald einen Profivertrag bekommt und regelmäßig bei der ersten Mannschaft trainiert."

Derzeit spielt der deutsche Juniorennationalspieler mit amerikanischen Wurzeln mit Friedl und Früchtl in der U19. Tilmann ist technisch stark und schnell, kann im Mittelfeld sowohl in der Zentrale als auch auf den Außenbahnen eingesetzt werden. 


FABIAN BENKO


Fabian Benko gehört seit vergangenem Sommer zum Profi-Kader. Schon Pep Guardiola hatte den Sohn kroatischer Eltern erste Erfahrungen in der ersten Mannschaft sammeln lassen.

Der flexible Offensivmann spielte schon mit sieben Jahren erfolgreich beim Bayern-Nachwuchs vor und zählte seitdem in den meisten Jugendmannschaften zu den arrivierten Kräften. Aktuell trainiert Benko mit den Profis, kommt aber vorzüglich bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern zum Einsatz. Zuletzt geriet seine Entwicklung ein wenig ins Stocken. Sein Lizenzspielervertrag läuft noch bis 2018. 


NIKLAS DORSCH


Auch Niklas Dorsch zählt bereits zum Profi-Kader, auch er spielt derzeit in der zweiten Mannschaft. Als einziger Spieler des deutschen Rekordmeisters ist der zentrale Mittelfeldspieler Teil der Goal -NxGn, die die 50 besten U19-Talente der Welt würdigt.

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Der 19-Jährige orientiert sich an Weltmeister Toni Kroos. "Er war der erste Spieler, von dem ich mir etwas abgeschaut habe, da ich ihn nach meinem Wechsel zu Bayern und dem Einzug ins Jugendhaus oft live beim Training beobachten konnte. Seine Spielübersicht, seine Passgenauigkeit und seine Ruhe am Ball haben mich immer beeindruckt", erzählte er vergangene Woche im Goal -Interview .

Langfristig will sich Dorsch im Profifußball etablieren. "Er ist dynamisch, dribbelstark, torgefährlich, gut im Passspiel und stark im Eins-gegen-eins. Früher war er offensiver, heute ist die Acht ist seine beste Position. Für die Rolle als alleiniger Sechser vor der Abwehr ist er in meinen Augen nicht prädestiniert, weil er eher offensiv als defensiv denkt", charakterisierte Robert Kilin, technischer Direktor der Deutsch-Tschechischen Fußballschule, seinen Ex-Schützling Anfang 2016 gegenüber Goal. Dorsch habe riesige Qualität, müsse aber mental stabiler und professioneller werden, meinte er damals weiter. 

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