French Connection: Lebo Mothiba - Straßburgs lächelnder Killer

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Mit seinen 22 Jahren macht sich der Nationalspieler aus Südafrika in der Ligue 1, der Liga der Talente, einen Namen.

Lebo Mothiba hat erst 13 Einsätze für Straßburg hinter sich, aber der Stürmer aus Südafrika hat im Elsass bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Im Sommer kam er für rund vier Millionen Euro aus Lille - ein Geschäft, das man im Nachhinein als Schnäppchen für Straßburg bezeichnen muss, denn Mothiba steuerte in nur 871 Ligue-1-Minuten bislang sieben Tore bei und lieferte auch noch eine Vorlage.

Seine Auftritte auf dem Rasen waren bislang beeindruckend - und deshalb schwärmt nicht nur Trainer Thierry Laurey von ihm.

"Wenn ich eine Tochter hätte, die heiraten will, würde ich ihn gerne als Schwiegersohn haben", gab Laurey zu.

Mothiba kam erst am 30. August ins Stade de la Meinau, weil in Lille für ihn nach den Transfers von Rafael Leao und Loic Remy kein Platz mehr im Kader war. In der Vorsaison hatte er immerhin noch fünf Treffer in 14 Partien für Lille im Kampf gegen den Abstieg beigetragen.

Es waren finanzielle Gründe, die Lille dazu brachten, die schwere Entscheidung zu treffen, den 22-Jährigen gehen zu lassen - auch wenn der Klub eine Rückkaufoption hat.

"Die Situation war für alle schwer, aber wir mussten den Transfer machen", gab Lille-Boss Christophe Galtier zu. 

Lebo Mothiba, Strasbourg

Der Ex-Coach von Saint-Etienne spielte bei Mothibas Transfer nach Straßburg eine große Rolle, denn er war es, der Trainer Laurey eine Nachricht schickte und ihn auf die Qualitäten des Angreifers erst aufmerksam machte.

Inzwischen sind sich alle Beteiligten darüber einig, dass das Geschäft ein großer Erfolg war. Mit seinen Toren ist Mothiba zum Publikumsliebling in Straßburg geworden und auf dem Trainingsplatz hat der Stürmer seinen Trainer mit seinem Engagement und seinem Einsatz überzeugt.

"Er ist immer bereit, loszulegen. Es ist unglaublich, wie man in seinem Alter so professionell sein kann", sagte Laurey. "Es gibt nicht viele Spieler von dieser Sorte", fügte er hinzu.

Mothiba kam 2014 aus Südafrika nach Lille und bezeichnet seine Herkunft als Grund für seine positive Herangehensweise.

"Das hat mit meiner Kindheit und meiner Erziehung zu tun. Ich muss meine Eltern respektieren und alle Leute gleich behandeln. Deshalb grinse ich, lache ich und habe Spaß", sagte er bei ‘Talents d’Afrique’ auf Canal+

Jean-Michel Vandamme, Lilles Sportdirektor, der für seinen Transfer verantwortlich war, verriet das Geheimnis, wie man Mothiba zu Top-Leistungen bringen kann.

"Lebo braucht eine Familienstruktur, um seinen besten Fußball zu zeigen", sagte er 20Minutes. “Selbst wenn man sich nicht mit ihm versteht, stellt er sich darauf ein. Aber wenn man fordernd und dabei freundlich ist, wird er sich selbst übertreffen", so Vandamme.

In Straßburg hat Mothiba die richtige Umgebung gefunden, um seine Qualitäten perfekt einzusetzen. Trainer Laurey kümmert sich sehr um seinen Neuzugang, verhätschelt ihn dabei aber auch nicht. "Wir wollen jedem die individuelle Freiheit im Kollektiv geben", erklärte er.

French Connection GFX Mothiba

Mit seiner Einstellung ist der Angreifer aber sowas wie ein Lieblingsschüler von Laurey geworden.

"Wenn er mich nachts um drei anruft, weil er mit dem Auto liegen geblieben ist, hole ich ihn ohne zu zögern ab", sagte der Trainer.

Bei der aktuellen Torquote von Mothiba ist es wenig verwunderlich, dass der Südafrikaner eine derartige Sonderbehandlung bekommen würde.

Mothibas Ex-Coach Galtier, der sich mit dem Fördern von jungen Angreifern auskennt, schließlich formte er schon Pierre-Emerick Aubameyang, sagte: "Ich freue mich sehr, dass er Erfolg hat und Straßburg helfen kann. Das überrascht mich nicht. Er ist sehr effektiv, sehr gut ausgebildet und hat noch viel Luft nach oben. Ich bin mir sicher, dass er in Zukunft ein Top-Scorer in einer großen Liga werden kann."

Nur fünf Ligue-1-Spieler haben in dieser Saison bislang mehr Tore als Mothiba gemacht; darunter sind Neymar, Kylian Mbappe und Edinson Cavani. Die Zukunft, von der Galtier gesprochen hat, könnte schon bald die Gegenwart sein.

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