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Ligue 1

French Connection: Jose Fonte - der Routinier unter Lilles Super-Youngsters

12:00 MESZ 14.04.19
Jose Fonte Mike Maignan Lille 2018-19
Jose Fonte schien bereits ausgedient zu haben. Doch auf Lilles Reise in Richtung Champions League ist der Routinier extrem wichtig.

Die Jungstars aus der Offensive des OSC Lille stehen selbstredend im Fokus, wenn man sich anschaut, warum die Nordfranzosen auf Platz zwei stehen und auf Kurs in Richtung Champions League sind. Doch das Fundament ihres Erfolgs bildet hinten ein 35-jähriger Portugiese.

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Auch beim Topspiel gegen PSG am Sonntagabend wird sich Lille auf die Defensivkünste von Jose Fonte verlassen, um die Mega-Offensive der Pariser zu bremsen. Und: Fonte ist auch abseits des Platzes für die hervorragende Einstellung des Teams verantwortlich.

Es ist nur ein Jahr her, da musste sich Lille noch aus dem Abstiegssumpf ziehen, in den man geraten war, weil die durchaus talentierten Spieler chronisch ihr Potenzial nicht abriefen.

Das im Hinterkopf, wusste man im Klub, dass im Sommer Veränderungen nötig sind.

“Der Sportdirektor von Lille rief mich an und sagte: 'Hör zu, ich brauche jemanden mit deinem Profil, jemanden mit Erfahrung und Führungsqualitäten, denn ich habe eine sehr junge Mannschaft'", sagte Fonte der Sun.

“Ich sprach mit meinen Nationalelfkollegen, die Frankreich-Erfahrung hatten: Joao Moutinho, Antony Lopes oder Eder, der mal dort spielte. Sie sagten alle Lille sei ein toller Klub mit sehr guten Bedingungen."

"Es machte Sinn, da Lille nur eine Stunde von London entfernt ist, wo meine Frau und Kinder leben."

Der Transfer hat sich mittlerweile als exzellent für alle beteiligten Parteien herausgestellt. Lille darf sich in Zukunft auf die Champions League einstellen - und nicht auf die Ligue 2.

Fonte hat sich perfekt integriert in einer Defensive, die bisher in 31 Spielen nur 27 Gegentore kassiert hat, die zweitwenigsten der Ligue 1. Zudem hat Fonte letztes Wochenende beim 1:1 gegen Reims sein zweites Saisontor erzielt.

"Ich habe viel Spaß hier, habe mich noch nie so selbstbewusst und entspannt gefühlt, spiele meinen besten Fußball", betont er.

Und auch wenn der Europameister noch mit Mitte 30 Topleistungen auf dem Platz abruft, ist es sein Einfluss abseits des Rasens, der wohl die positivste Wirkung auf sein Team hatte.

In dieser Hinsicht hat Fonte während seiner gesamten Karriere immer zu überzeugen gewusst - und darum weiß auch Lille-Trainer Christophe Galtier.

"Sobald du 26 oder 27 Jahre alt bist und etwas Erfahrung hat, lassen sich junge Spieler von dir inspirieren. Ich mag es, jungen Spielern zu helfen und ich versuche immer, ihnen als Vorbild zu dienen und hart zu arbeiten. Für mich ist das selbstverständlich", erklärte Fonte letzten Monat.

"Es ist eine Ehre, mein Bestes für den Klub zu geben und meinen Teamkollegen zu helfen."

Galtier weiß indes, dass ein solch erfahrener Spieler dringend benötigt wurde, um zu vermeiden, dass die jungen Spieler es schleifen lassen.

"Außer wenn er verletzt war, hat er nicht eine einzige Trainingseinheit verpasst. Nicht eine!", betonte Galtier bei Voix du Nord. "Und wenn er keine verpasst, will es der 18-jährige Junge genau so machen."

"So mancher Franzose in seinem Alter würde drinnen auf dem Heimtrainer sitzen, Zeitung lesen oder am iPhone hängen. Letztes Jahr bin ich daran verzweifelt, gewisse Spieler auf den Trainingsplatz zu bekommen."

Fontes Einstellung zum Fußball hat positiven Einfluss auf die Nicolas Pepes, Jonathan Bambas oder Rafael Leaos aus dem Talentepool von Lille.

Zudem sprach Fonte schon im Januar davon, dass er mit Lille unbedingt Zweiter werden wolle - ein Tabellenplatz, der vor der Saison noch undenkbar war.

"Wir haben viel Qualität, aber vor allem auch viel Ehrgeiz, einen starken Siegeswillen und einen guten Trainer", sagte er. "Glauben Sie mir, der zweite Platz ist in unseren Köpfen verankert. Ich weiß nicht, ob wir die Saison dort beenden werden, aber wir werden alles daran setzen, uns selbst in die beste Position zu bringen."

Und das ist Lille gelungen. Bei noch sieben ausstehenden Spielen haben die Nordfranzosen fünf Punkte Vorsprung auf das drittplatzierte Lyon und liegen bereits elf Zähler vor Saint-Etienne auf Rang vier.

Ein Sieg gegen PSG am Sonntag würde nicht nur dabei helfen, den Startplatz in der Champions League für kommende Saison zu zementieren, es wäre auch eine erneute Rechtfertigung der Verpflichtung Fontes - einer der besten Transfers des letzten Sommers in ganz Europa.