Manchester Citys Fernandinho: Der heimliche Schlüsselspieler Guardiolas

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Der Trainer der Citizens legt viel Wert auf seine Mittelfeldspieler. Der Brasilianer zieht unter dem Katalanen die Fäden im Mittelfeld.

Wer Manchester City sagt, denkt dabei meist an Spieler wie Kun Agüero, Yaya Toure, Vincent Kompany oder David Silva. Die Stars des Klubs werden, nicht zu Unrecht,  mit den Trophäen und Erfolgen der Skyblues in den letzten Jahren assoziiert. Auch junge Spieler kriegen beim Verein im Osten Manchesters viel Aufmerksamkeit. Youngster wie John Stones, Raheem Sterling, Leroy Sane und Gabriel Jesus sollen das Grundgerüst für eine erfolgreiche Zukunft des neureichen Premier-League-Klubs bilden. Einige Spieler rücken bei diesem Staraufgebot in den Hintergrund. Spieler, die einen großen Anteil an der jüngeren Geschichte Citys haben. Bestes Beispiel dafür ist Defensivstütze und Trainerliebling Fernandinho.

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Mediale Aufmerksamkeit bekam der Mittelfeldspieler in dieser Saison hauptsächlich für seine aufeinanderfolgenden Platzverweise, die er in der Champions League gegen Gladbach, durch einen Ausraster bei der 1:3 Niederlage gegen Chelsea und kurz darauf durch ein hartes Tackling am 20. Spieltag gegen Burnley erhielt. Harsche Kritik prasselte daraufhin auf den Brasilianer ein, der sich innerhalb eines Monats das Image eines Treters eingehandelt hatte.

Sein Trainer zeigte sich jedoch loyal und verteidigte Fernandinho stets: "Er ist kein aggressiver Spieler. Er spielt hart und intensiv, so wie es in England üblich ist“, stellte Guardiola fest, der als Aktiver selbst eine defensive Rolle im Mittelfeld einnahm.

Auf das Vertrauen seines neuen Trainers bei den Citizens kann der Rechtsfuß ohnehin setzen. Bis zu seinem Feldverweis am 14. Spieltag gegen die Blues startete der brasilianische Nationalspieler in allen Premier-League-Partien unter Guardiola, lief gar zweimal als Kapitän auf. Auch nach seinem Aussetzer durfte Fernandinho des Öfteren von Beginn an spielen: Der 31-Jährige stand in 24 seiner 26 Liga-Einsätze 2016/17 90 Minuten auf dem Feld.

Doch worauf gründet der Erfolgstrainer seinen Glauben an den unscheinbaren Defensivmann, der weniger als halb so viele Instagram-Follower wie City-Januar-Neuzugang und Landsmann Gabriel Jesus hat? Weshalb hat Pep so viel Vertrauen in den Jungen, der 2013 für 40 Millionen Euro aus Donezk kam und dessen Transfersumme von Fans und Experten als Fehlgriff der arabischen Besitzer des Klubs belächelt wurde?

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Für Guardiola ist das offensichtlich: Vielseitigkeit, Bescheidenheit und Konstanz. Werte, die man besonders in der Talentschmiede des FC Barcelona, die der City-Coach selber durchlaufen hat, schätzt. Merkmale, die schon Philipp Lahm in den Augen des Katalanen zum "intelligentesten Spieler“ gemacht haben.

"Ohne ihn unmöglich"

Schon früh in seiner ersten Saison als Chefcoach der Citizens stellte er diese Charakterzüge beim Mittelfeldmann fest.  "Fernandinho kann alles. Was wir bisher erreicht haben, wäre ohne ihn unmöglich gewesen", sagte der Spanier bereits im Oktober 2016. "Er ist schnell, intelligent, stark in der Luft und kann auf verschiedenen Positionen spielen. Außerdem füllt er die Lücken sofort, wenn er eine sieht. Wenn du eine Korrektur vornehmen willst, oder möchtest, dass jemand in den Zweikampf geht, dann sieht er das auch."

Unter Guardiola lief der 29-malige Nationalspieler zwar hauptsächlich als defensiver Mittelfeldspieler auf, wurde jedoch zeitweise auch in einer etwas offensiveren Rolle eingesetzt. Seine spielerische Stärke und Athletik erlaubte es Guardiola gar, ihn einige Male auf den Außenverteidiger-Positionen einzusetzen, auf denen Manchester City ohnehin hauptsächlich mit Ü-30-Spielern besetzt ist, die ihrem Karriereende entgegensehen.

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Neben den Adelungen seines Trainers kann man Fernandinhos Relevanz im Mannschaftsgefüge und seine Rolle im Team auch durch Statistiken belegen. Der Brasilianer kann in der Welt der Zahlen und Daten einige Premier-League-Superstars ausstechen.

Die Defensivarbeit ist dabei seine große Stärke. In Sachen Tacklings kann Fernandinho in dieser Saison Rekord-Transfer Paul Pogba (52) und Chelsea-Organisator Nemanja Matic (48) toppen und hat sogar eine höhere Zweikampf-Erfolgsquote (72%) als PFA-Spieler des Jahres N’Golo Kante (66%).

Auch in der Spieleröffnung besitzt der Brasilianer Qualitäten: Durch gefährliche Steilpässe kreiert Fernandinho nach Balleroberungen regelmäßig Chancen, wovon die schnellen Offensivspieler der Citizens häufig profitieren. Für das angestrebte Umschaltspiel Guardiolas ist der Mittelfeldspieler somit nahezu unverzichtbar, was auch dem Coach bewusst ist.

"Hätte gerne drei Fernandinhos"

"Wenn eine Mannschaft drei Fernandinhos hätte, gewänne sie die Meisterschaft. Wir haben nur einen und er ist sehr wichtig für uns", sagt Guardiola. Eine solche Adelung von ihm zu erhalten, der Weltklasse-Sechser wie Sergio Busquets, Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso trainiert hat, ist wohl eine der größten Auszeichnungen, die man als Akteur im modernen Spiel erhalten kann.

Auch wenn Fernandinho in den Augen der Öffentlichkeit vielleicht nie aus dem Schatten seiner Weltstar-Teamkollegen treten kann, ist seine Relevanz für Manchester City nur schwer zu bestreiten. Er zieht die Fäden im Mittelfeld und ermöglicht es den teuren und begehrten Offensivkräften der Skyblues, ihre Kreativität ausleben zu können. Auch wenn Pep Guardiola mit den Citizens noch nicht viel erreichen konnte: Er hat bei seinen vergangenen Trainerstationen gezeigt, dass er ein Auge für Schlüsselspieler hat.

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