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FC Bayern: Präsident Hoeneß stellt Asien-Reise in Frage

09:37 MESZ 24.07.17
Uli Hoeness Bayern Munchen
Aus sportlicher Sicht ist die Reise des FC Bayern nach Asien bisher ein großer Flop. Hoeneß will zukünftig das Programm weniger straff gestalten.

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München will die Marketingreisen des Rekordmeisters sanfter gestalten. Im nächsten Jahr werden wohl weniger Strapazen auf das Team zukommen.

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Eine krachende Niederlage gegen Milan sowie die Verletzungen von Juan Bernat und Thiago haben bei Hoeneß für Umdenken gesorgt. "Das ist sicherlich grenzwertig, was wir hier gemacht haben", stellte der Präsident des FC Bayern in Singapur fest.

Er kündigte an: "Ich denke, dass wir intern in den nächsten Wochen darüber diskutieren werden, wie man das in den nächsten Jahren machen sollte." Gleichwohl sei klar, dass man weiterhin "diese Reisen machen" werden, aber wohl nicht mehr mit der gleichen Intensität für die Spieler.

Hoeneß über Asien-Reise

"Ob man unbedingt vier Spiele in zwölf Tagen absolvieren sollte inklusive einer Reise in ein anderes Land, wird sicherlich auf den Prüfstand kommen", so Hoeneß. Er verwies auf die rund drei Wochen gezielter sportlicher Vorbereitung in München.

Hoeneß betonte, er sei "in keiner Weise hektisch" nach der 0:4-Niederlage gegen den AC Milan: "Manchmal hat man in der Vorbereitung genau am Tiefpunkt der Kraft einen Gegner, der unglaublich motiviert ist." Auch die teils schon eskalierende Situation auf dem Transfermarkt betrachtet er entspannt.

Hoeneß will bald einen neuen Sportdirektor präsentieren

"Ich habe nie verstanden, dass ein Verein dann gut gearbeitet haben soll, wenn er möglichst viel Geld in der Transferperiode ausgegeben hat. Das ist eher ein Zeichen von Schwäche", meinte Hoeneß. Er will weiterhin "einen eigenen Weg" gehen.

Für ihn ist klar: "Wir brauchen Ernsthaftigkeit, Kontinuität. Ein Vertrag ist ein Vertrag beim FC Bayern, wir lassen uns nicht auf dem Kopf herumtanzen." Das neue Jugendleistungszentrum soll zu einem großen Teil diesen Weg mittragen.

"Das Wohl und Weh des FC Bayern hängt nicht von Sanches ab"

Dafür nimmt er auch Trainer Carlo Ancelotti in die Pflicht. "Im ersten Jahr war völlig klar, dass er versucht, auf die alten Kempen zu setzen. In diesem Jahr ist es eine andere Situation", erklärte Hoeneß seine Vorstellung. Er ist zuversichtlich, was die Jugendarbeit angeht.

"Es würde mich nicht wundern, wenn es dieses Jahr der eine oder andere Junge schaffen würde", so der Tenor. Wenngleich er auch verdeutlicht: "Ob Carlo Ancelotti die Aufbauarbeit will und macht, werden wir erst in diesem Jahr sehen."

Zu den jungen Spielern zählt unter anderem Renato Sanches. Auf diesen schien Hoeneß nicht gut zu sprechen: "Wenn der Spieler glaubt, dass es für ihn besser wäre, ausgeliehen oder gegebenenfalls verkauft zu werden, würde sich der Verein sicher damit beschäftigen."

Hoeneß fügte an: "Das Wohl und Weh des FC Bayern hängt nicht von Sanches ab." Jeder muss sich einem klaren Ziel unterordnen: "Der Champions-League-Titel kommt immer näher. Denn irgendwann wird sich durchsetzen, dass nicht das Geld alles entscheidet, sondern die kluge Strategie."